Thalheim

Feuerwehr rettet Katze — die Hochspannungsedition

Dach oder Baum genügten einer Katze in Thalheim offenbar nicht. Sie liess sich von der Feuerwehr Andelfingen von einem Hochspannungsmast befreien.

In luftiger Höhe: Feuerwehreinsatz zwecks Katzenrettung.

In luftiger Höhe: Feuerwehreinsatz zwecks Katzenrettung. Bild: PD

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wie die Katze da hochkam, weiss niemand. Rund dreissig Meter über Boden auf einem Hochspannungsmast bei Thalheim an der Thur sass das Tier fest. Weiter nach oben wollte es wohl nicht mehr, und runter wäre es nur unter Einsatz diverser Katzenleben gegangen. So blieb die Katze auf ihrem XXXL-Katzenbaum sitzen und wartete – und hatte Glück. «Wir erhielten um Viertel vor sechs abends von Passanten die Meldung, dass eine Katze etwas verloren sehr hoch auf einem Hochspannungsmast sitze», erinnert sich Rolf Hürlimann von der Feuerwehr Andelfingen und Umgebung an den Einsatz Ende Mai.

Die Feuerwehr habe nach der Meldung mit Swissgrid Kontakt aufgenommen und beraten, wie in der Angelegenheit «Katze auf Hochspannungsmast» zu verfahren sei. Denn Rettungsaktionen von Strommasten gehören in den Zuständigkeitsbereich der Netzbetreiberin. Da man den Strom abstellen musste, habe man den Einsatz in die Nacht verlegt. «So ist es nirgendwo zu Stromausfällen gekommen.»

Ein Mitarbeiter von Swissgrid ist dann auf den Mast geklettert, ausgerüstet mit einem handelsüblichen Katzenkorb. «Meistens ist es ja so, dass Katzen genau dann, wenn man sie retten kommt, plötzlich ganz selbstständig einen Weg runter finden»», weiss Hürlimann aus Erfahrung. Nicht so das Büsi bei Thalheim. «Die sass wohl schon eine Weile da oben fest und war sichtlich froh, als jemand kam.» Sie liess sich widerstandslos in das Körbchen verfrachten, welches nachher per Seilzug wie ein Lift zu Boden gelassen wurde.

Kategorie klein und ungiftig

«Das war schon eine eher ungewöhnliche Rettungsaktion», sagt Hürlimann. Ob der Vollmond einen Einfluss auf das Verhalten der Katze hatte? Die Feuerwehr stellt auf jeden Fall keine Häufung solcher Fälle bei Vollmond fest. Etwa zwei- bis dreimal im Jahr muss sie wegen höhenfiebrigen Katzen ausrücken, bislang hätten sich diese aber mit Dächern und Bäumen begnügt. Den letzten Einsatz in Sachen Vierbeiner hatte die Feuerwehr Andelfingen und Umgebung Anfang Mai, «Katze auf Baum, Henggart», heisst es im Einsatzrapport. Davor monatelang nichts Derartiges.

Eine spezielle Schulung zum Umgang mit rettungsbedürftigen Katzen würden die Feuerwehrleute nicht besuchen. «Was klein und ungiftig ist, handhaben wir mit gesundem Menschenverstand», sagt Hürlimann und lacht. Anders sehe es bei Grosstierrettungen aus, die spezielle Kenntnisse erfordern. Etwa wenn eine Kuh aus einem Güllenloch gerettet werden müsse. «Aber auch das Improvisieren gehört zu unseren Aufgaben dazu», sagt Hürlimann. «Die Bevölkerung erwartet ja nicht zu Unrecht von der Feuerwehr, dass sie für jedes Problem eine Lösung hat.»

Im Falle des Büsis auf dem Hochspannungsmast trifft dies zu. Um 23.45 Uhr hatte es wieder festen Boden unter den Pfoten und wurde unversehrt seinen Besitzern übergeben. Ob dies sein erster Ausflug in luftige Höhen war, ist übrigens nicht bekannt. Ob es sein letzter war, wird die Einsatzliste der Feuerwehr Andelfingen zeigen.

Erstellt: 12.06.2018, 08:43 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles