Rheinau

Geduldete Gans verschwunden – und kürzlich wieder aufgetaucht

Fast ein Jahr lang wurde die Rheinauer Kanadagans nicht mehr gesichtet. Im Dezember hat sie ein Fischer einmal gesehen.

Die Kanadagans von Rheinau auf einer Aufnahme vom Dezember 2018. Typisch ist der weisse Wangenfleck. Archivfoto: Markus Brupbacher

Die Kanadagans von Rheinau auf einer Aufnahme vom Dezember 2018. Typisch ist der weisse Wangenfleck. Archivfoto: Markus Brupbacher

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Sie fiel auf in Rheinau, so allein und anders wie sie war. Der «Landbote» schrieb 2018 ein paar Mal über die Kanadagans, zuletzt im Dezember 2018. Der Gans, die in Europa ursprünglich nicht heimisch ist, konnte man auf der Klosterinsel Rheinau begegnen. Zeitweilig schloss sich das wenig scheue Tier einem Schwan an – wohl in Ermangelung eines Artgenossen.

Danach verschwand die Rheinauer Kanadagans offenbar, Meldungen über Sichtungen gab es 2019 keine mehr. Rund ein Jahr nach dem letzten Artikel stellte diese Zeitung Nachforschungen über den Verbleib der Gans an.

Keine Kanadagans da

«Leider kann ich Ihnen nicht sagen, wo diese eine Gans verblieben ist», sagte Urs J. Philipp, Leiter der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung, am 13. Dezember. Weiss Andreas Jenni, Rheinauer Gemeindepräsident, etwas zum Verbleib der Kanadagans? «Wir haben keine Kenntnisse», sagte er am 16. Dezember.

«Allenfalls wissen die diversen Fischer mehr.» Gleichentags schrieb Ruedi Moser, Kassier des Fischereivereins Rheinau: «Selber habe ich die Gans diesen Herbst noch nicht gesehen.» Er werde aber noch Kollegen, die öfters am Rhein seien, anfragen, ob sie etwas über den Verbleib der Kanadagans wüssten.

Am 8. Januar schrieb Ruedi Moser dem «Landboten» erneut: «Die Gans wurde diesen Winter, soweit ich das bei Kollegen recherchieren konnte, nicht gesichtet.» Seines Wissens sei sie ab Früjahr 2019 nicht mehr gesehen worden. «Vermutlich hat sie zur Brutzeit unseren Raum verlassen und weiter nördlich einen Lebenspartner gesucht und gefunden.»

Dann, nur einen Tag später am 9. Januar, meldete sich Moser nochmals – es sei bei ihm doch noch eine Sichtungsmeldung eingegangen. Einer der Fischer habe ihm geschrieben: «Die Gans habe ich Anfangs Dezember 2019 gesehen, sie stand auf der Wiese am kleinen Rhein.» Der kleine Rhein ist der schmälere, weniger tiefe Rheinarm zwischen dem Klosterplatz und der -insel.

Die Kanadagans ist, wie der Name vermuten lässt, ursprünglich in Nordamerika beheimatet. In Europa wurde die Gans im 17. Jahrhundert als Jagdwild ausgewildert und als Ziervogel in Parks angesiedelt. Im nördlichen Mitteleuropa, in Grossbritannien und Skandinavien ist sie inzwischen weit verbreitet und ihre Zahl nimmt weiterhin kräftig zu.

In der Schweiz werden bloss einzelne Tiere gesichtet und nur selten kleinere Gruppen. Im Falle der Rheinauer Kanadagans, die beringt ist, könnte es sich um einen entwichenen Parkvogel handeln. Als gebietsfremde Tierart sieht der Schweizer Gesetzgeber diese Gans nicht gerne in freier Natur, da sie einheimische Vögel konkurrenzieren und verdrängen kann. Die kantonalzürcherische Jagdverwaltung hat zwar ein Auge auf die Rheinauer Gans. Da es sich aber nur um ein Einzeltier handelt, lässt sie das Tier einstweilen in Ruhe.

Flugzeug notgelandet

Übrigens: Im Jahr 2009 notwasserte Pilot Chesley «Sully» Sullenberger sein Flugzeug auf dem Hudson River in New York, alle 155 Menschen an Bord überlebten. Der Grund für das Unglück waren Kanadagänse. In etwa 1000 Metern Höhe kollidierte das Flugzeug mit den durchziehenden Gänsen.

Später liess die Stadt New York aus Sicherheitsgründen 2000 Kanadagänse an ihren Flughäfen entfernen. Die Tiere wurden im Umkreis von acht Kilometern um die Flughäfen John F. Kennedy und La Guardia eingefangen und getötet.

Erstellt: 15.01.2020, 15:08 Uhr

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