Trüllikon

Nagra will fürs Endlager nur bis zur Landesgrenze bohren

Für 2019 plant die Nagra Bohrungen im Weinland. Während sie Schrägbohrungen bis in den Thurgauer Untergrund ins Auge fasst, will sie an der deutschen Grenze stoppen.

Wo genau gebohrt werden soll und darf ist ein Politikum.

Wo genau gebohrt werden soll und darf ist ein Politikum. Bild: Marc Dahinden

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Die Nagra hat am Donnerstag ihre acht Gesuche für Erkundungsbohrungen im Zürcher Weinland der Öffentlichkeit vorgestellt. Rund 100 Personen besuchten die zweieinviertel Stunden dauernde Veranstaltung in Trüllikon. Um die Gesteinsschichten im Untergrund für den Bau eines möglichen Endlagers näher zu erkunden, will die Nagra ab 2019 bis in Tiefen von maximal 2000 Metern bohren. Doch dies geschieht nur, wenn der Bundesrat in gut zwei Jahren grünes Licht gibt. Dann entscheidet er, welche der sechs Endlager-Regionen vertieft untersucht werden sollen.

«Komplizierte» Bewilligung

Die Nagra und das Bundesamt für Energie (BFE) betonen stets, dass die Sicherheit das oberste Prinzip sei bei der Standortsuche. Umso irritierter waren denn auch einige Zuhörer, als die Nagra an der Veranstaltung vom Donnerstag bekannt gab, dass es in Rheinau und Dachsen keine Schrägbohrungen unter dem Rhein hindurch geben wird. «Hier ist klar, dass man nicht weiterbohren kann», sagte Bernd Frieg von der Nagra zu Rheinau und der nahen Landesgrenze. Denn eine Bewilligung für eine Schrägbohrung unter deutsches Gebiet zu bekommen, sei «relativ kompliziert». Daher stoppe die Bohrung vor der Grenze. Und auch zum Bohrplatz Dachsen sagte Frieg: «Hier spielt wieder die Grenze natürlich das entscheidende Kriterium.» Daher bohrt man auch dort nicht unter der Landesgrenze hindurch. An den übrigen sechs Standorten im Weinland sind solche Bohrungen in alle Himmelsrichtungen als Möglichkeit vorgesehen.

Wackeliges Nagra-Argument

«Dann interpretiere ich das so, dass es ja gar nicht so wichtig ist, die Schrägbohrungen alle so zu machen», merkte eine Frau aus dem Publikum an. Dem widersprach Frieg. Dass man die Bohrung an der Grenze abkürze, heisse nicht, dass man dies auch an den anderen Orten tun könne. Es gehe vor allem um die Erkundung des Lagerperimeters auf Schweizer Boden östlich von Rheinau und Dachsen. Lässt man dieses Argument gelten, ist aber unklar, wieso am gegenüberliegenden Rand des Perimeters Schrägbohrungen nach Osten eingeplant sind. Denn wie nach Deutschland würden solche Bohrungen dort weg vom Lagergebiet führen. (Der Landbote)

Erstellt: 11.11.2016, 18:07 Uhr

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