Rheinau

Noch viel Arbeit vor Versuch zum Grundeinkommen

Für das Experiment zum Grundeinkommen sind in nur eineinhalb Monaten fünf Millionen Franken zu sammeln. Der Rheinauer Gemeinderat mahnt deshalb zur Vorsicht.

Volles Haus und TV-Kameras an der Informationsveranstaltung Ende August in Rheinau.

Volles Haus und TV-Kameras an der Informationsveranstaltung Ende August in Rheinau. Bild: Enzo Lopardo

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Im Januar soll das einjährige Rheinauer Experiment zum bedingungslosen Grundeinkommen starten. Jeder der teilnehmenden Erwachsenen erhält 2500 Franken pro Monat – ohne Gegenleistung oder Vorgaben bei der Verwendung des Geldes.813 gültige Anmeldungen seien eingegangen, wie Initiantin und Filmemacherin Rebecca Panian mitteilt. Bis gestern mussten die Teilnehmer das ausgefüllte Vertragsformular zurückgeschickt haben. Um das Experiment zu finanzieren, werden rund fünf Millionen Franken benötigt. Laut Panian beginnt das breit angelegte Sammeln von Geld, das sogenannte Crowdfunding, am 15. Oktober. Ende November, also eineinhalb Monate später, soll feststehen, ob die nötigen finanziellen Mittel zusammengekommen sind.

Der Gemeinderat mahnt

Das Projekt sei auf «guten Wegen», schreibt der Rheinauer Gemeinderat im aktuellen Mitteilungsblatt. Er weist aber auch «nachdrücklich darauf hin», dass es erst starten könne, wenn das erforderliche Geld gesammelt sei. Im Dezember sollen die Teilnehmer das unterzeichnete Vertragsformular zurückerhalten.

«Das Geld kann erst ausgegeben werden, wenn es auf dem Konto ist.»Aus dem Mitteilungsblatt des Gemeinderates

Und bis dahin sollten, schreibt der Gemeinderat in fett gedruckten Buchstaben, «vorsichtshalber noch keine voreiligen Dispositionen getroffen werden». Das Geld könne erst ausgegeben werden, «wenn es auf dem Konto ist» Will heissen: Man soll also nicht schon jetzt seinen Beruf für ein Jahr an den Nagel hängen.

Eine Frage des Geldes

Das Rheinauer Experiment soll nicht nur filmisch, sondern auch wissenschaftlich begleitet werden. Ein Konzept dazu hat das Wissenschaftsteam noch keines veröffentlicht. So sind auch die Forschungsfragen sowie Fragen zur Datenerhebung noch nicht bekannt. Das konkrete Forschungsdesign ist laut den Wissenschaftern «stark von den verfügbaren Mitteln abhängig». Und wie viel Geld für den Versuch zur Verfügung stehen wird, ist wie erwähnt erst Ende November klar.

Auf der Webseite zum Projekt herrscht derweil grosse Euphorie. Das zeigt sich etwa in der dort beantworteten Frage, wieso man auch mit mehr als 2500 Franken Einkommen teilnehmen soll. Man profitiere auch indirekt, wenn es «der Gemeinschaft besser geht», in der man lebe. Wie sich eine solche Verbesserung wissenschaftlich feststellen lässt, wird allerdings nicht erklärt. (Landbote)

Erstellt: 04.10.2018, 15:48 Uhr

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