Flaachtal

Schulkind auf Heimweg bewusstlos geschlagen

Ein Kind der Mittelstufe ist im Flaachtal von einem anderen Schulkind so stark verprügelt worden, dass es Verletzungen am Kopf erlitt. Die Jugendanwaltschaft Winterthur hat wegen des Vorfalls eine Strafuntersuchung eröffnet

Im Flaachtal wurde ein Schüler auf dem Heimweg «spitalreif» geschlagen.

Im Flaachtal wurde ein Schüler auf dem Heimweg «spitalreif» geschlagen. Bild: Symbolbild: Keystone

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Im Flaachtal sei vor rund drei Wochen ein Schulkind von einem anderen Kind spitalreif zusammengeschlagen worden. Dies steht in einem anonymen Mail, das der «Landbote» erhalten hat.

Das Kind habe weiter getreten, obwohl das Opfer bereits am Boden gelegen habe. Das verletzte Mittelstufenkind habe zuvor anscheinend einen Konflikt schlichten wollen, als das andere Kind auf dieses losging und es «brutal zusammenschlug», wie es im Schreiben weiter heisst. «Es lag bewusstlos am Boden und wurde in den Notfall gebracht.» Es habe die ganze Woche nicht mehr in die Schule gekonnt «und verpasste auch das Skilager». Das «Täterkind» habe weiterhin die Schule besucht und am Lager teilgenommen.

«Bedaure zutiefst»

«Wir können bestätigen, dass die Jugendanwaltschaft Winterthur eine Strafuntersuchung wegen eines Vorfalls zwischen Mittelstufenschülern eröffnet hat», heisst es seitens der Oberjugendanwaltschaft auf Anfrage. Über die Schwere der Verletzungen des Opfers könne man wegen des Persönlichkeitsschutzes nichts sagen. Der genaue Tathergang sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, «es gilt wie immer die Unschuldsvermutung».

«Einen Ausschluss einzelner
Kinder vom Schulgeschehen halten wir für verfrüht.»
Daniel Heuer
Präsident der Schulpflege
Flaachtal

Auch die Schulpflege Flaachtal nimmt auf Anfrage dieser Zeitung Stellung. «Im Laufe meiner 14-jährigen Tätigkeit als Präsident der Schule Flaachtal ist es das erste Mal, dass ich von einem solchen Geschehnis mit Körperverletzung im Kontext der Schule Flaachtal Kenntnis erhalte», sagt Schulpflegepräsident Daniel Heuer. Er verurteile dieses Verhalten «und bedaure das Vorgefallene zutiefst». Die Schulpflege sei über den Vorfall, der auf dem Heimweg passiert sei, «zeitnah» informiert worden.

Mit den betroffenen Familien habe die Schule unmittelbar vermittelnden Kontakt aufgenommen. «Nach unserem Kenntnisstand befindet sich das verletzte Kind auf dem Weg zur Besserung», sagt Heuer weiter. Dass es das Skilager aus medizinischen Gründen nicht besuchen konnte, «bedauern wir sehr». Auf Anraten des behandelnden Arztes sei das Ereignis zur Klärung des Sachverhalts der Polizei gemeldet worden.

«In gutem Kontakt»

Nach dem Vorfall hat die Schule allen Erziehungsberechtigten der betroffenen Klassen ein Schreiben geschickt. Dieses ist laut Heuer in Absprache mit den Eltern der beiden Kinder, den Schulleitungen, der Schulsozialarbeit und mit der Polizei verfasst worden. Darin ist die Rede von einem eskalierten Konflikt und einer handgreiflichen Auseinandersetzung. «Dabei wurde ein Schüler am Kopf verletzt.» Die Eltern der betroffenen Kinder seien «miteinander in gutem Kontakt».

«Während das verletzte Kind Schulstoff und Schullager verpasst, kann der Schläger frisch-fröhlich weiter in die Schule und sogar ins Skilager.»aus dem anonymen Mail

Der Vorfall sei von mehreren Kindern beobachtet worden und habe viele beschäftigt. Die Schulleitung bedauert die Eskalation des Konflikts sehr, wie sie im Elternbrief weiter schreibt. Und: «Es ist uns wichtig, dass mit dieser Information der Vorfall weder aufgebauscht noch verharmlost wird.» Die Eltern der betroffenen Kinder «möchten vielmehr vorwärtsschauen». Jedes Kind solle die nötigen Einsichten bekommen, «damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt». Die Schulleitung habe die Schülerinnen und Schüler informiert und gebeten, Schuldzuweisungen sowie Urteile über Handlungen einzelner zu unterlassen.

Klärung des Falls abwarten

Der oder die Verfasserin des anonymen Mails findet, dass die Schulleitung das Ereignis herunterspiele. Auch habe die «brutale Tat» bisher keine Konsequenzen. «Während das verletzte Kind Schulstoff und Schullager verpasst, kann der Schläger frisch-fröhlich weiter in die Schule und sogar ins Skilager.»

Schulpflegepräsident Heuer widerspricht. Die Schule gehe bedacht mit gemeldeten Vorfällen von Gewalt und Mobbing um und dulde diese Verhaltensweisen nicht. Aber man beschuldige auch nicht frühzeitig Einzelne, sondern lege Wert auf eine faire Aufarbeitung und Klärung. Erst danach prüfe die Schule «allfällig nötige, pädagogisch sinnvolle Massnahmen und Konsequenzen». Einen Ausschluss einzelner Kinder vom Schulgeschehen halte man daher für verfrüht.

Erstellt: 13.02.2020, 12:16 Uhr

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