Weinland

Weiter messen, Wasser vermischen und warten

In den von Pestizidrückständen betroffenen Gemeinden wird weiter gemessen.

Pestizitrückstände im Wasser: In sechs Gemeinden im Zürcher Weinland wurde der Grenzwert überschritten.

Pestizitrückstände im Wasser: In sechs Gemeinden im Zürcher Weinland wurde der Grenzwert überschritten. Bild: Urs Jaudas

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Anfang September wurde bekannt, dass in 49 Proben aus 92 kontrollierten Grundwasserfassungen im Kanton Zürich Rückstände eines Abbauprodukts des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil gefunden worden waren . In 29 Fällen wurde der neue Grenzwert überschritten. Im Zürcher Weinland (Bezirk Andelfingen), wo viel Acker-, Gemüse- und Weinbau betrieben wird, wurde dieser Wert in sechs Gemeinden überschritten: in Andelfingen, Stammheim, Trüllikon, Laufen-Uhwiesen, Flaach und Dorf.

Über die Fälle in den ersten drei erwähnten Gemeinden hat der «Landbote» bereits ausführlicher berichtet. Kurt Keller, Gemeindeschreiber von Laufen-Uhwiesen, teilt nun auf Anfrage mit, dass die Messung für die Chressenquelle einen Wert von 0,15 Mikrogramm (= 0,15 Millionstel Gramm) pro Liter Quellwasser ergeben habe. Der Grenzwert liegt bei 0,1 Mikrogramm. «Nach Bekanntwerden der Rückstände wurde die Chressenquelle vom Netz genommen und das Wasser in den Rhein abgeleitet», sagt Keller. Weitere Kontrollen des Quellwassers und des Wassernetzes seien eingeleitet worden. «Sobald die Resultate vorliegen, können Schlüsse gezogen und die entsprechenden Massnahmen eingeleitet werden.» Dies werde, so Keller, einige Zeit in Anspruch nehmen, da derzeit beim kantonalen Labor Zürich ein Kapazitätsengpass bestehe. Die Bevölkerung von Laufen-Uhwiesen werde mit den nächsten Gemeindemitteilungen informiert. Das Labor überprüfe systematisch das Wasser der Wasserversorgung Laufen-Uhwiesen. «Die bisherigen Kontrollen gaben bisher zu keinen Beanstandungen Anlass», sagt Keller. Die Wasserversorgung der Weinländer Gemeinde wird neben den eigenen Quellen von den Rheingrundwasser-Pumpwerken Flurlingen und Seewerben bei Rheinau gespiesen und das Wasser vermischt.

Eine Präzisierung hat die Weinländer Gemeinde Dorf auf ihrer Website aufgeschaltet. Auf einer Karte im «Tages-Anzeiger» sei auch Dorf aufgeführt worden mit dem Hinweis, dass der Grenzwert dort um 0,2 bis 0,4 Mikrogramm überschritten worden sei. Die Gemeinde präzisiert: Die überprüfte Grundwasserfassung Roswis befinde sich zwar auf ihrem Gemeindegebiet, aber nur die Nachbargemeinde Volken beziehe daraus Wasser.

Auch Flaach hat auf der Website eine Meldung aufgeschaltet. Betroffen sei die Grundwasserfassung Rheinhölzli mit dem Pumpwerk Werdhölzli. Der gemessene Wert lag bei 0,26 Mikrogramm. Flaach hat weitere Messungen veranlasst, das Grundwasser wird mit Quellwasser vom Irchel vermischt. (mab)

Erstellt: 12.09.2019, 07:52 Uhr

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