Marthalen

Weniger Gestank und mehr Öko-Strom

Die Marthaler Stimmbevölkerung entscheidet am 19. Mai über den Gestaltungsplan der Biogasanlage Sunnehof. Die Ziele des Plans: Zuerst weniger Geruchsbelästigung, dann mehr Energie.

Offen herumliegende, verfaulende organische Abfälle – das soll es künftig nicht mehr geben.

Offen herumliegende, verfaulende organische Abfälle – das soll es künftig nicht mehr geben. Bild: pd

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Bloss etwa 200 Meter liegt die 2006 erbaute Biogasanlage Sunnehof vom nordwestlichen Dorfrand von Marthalen entfernt. In Sachen Lufthygiene entspreche die Anlage nicht mehr in allen Punkten dem Stand der Technik, schreibt der Marthaler Gemeinderat in der Weisungsbroschüre zur Urnenabstimmung vom 19. Mai.

Insbesondere für die in der Nähe liegenden Wohnhäuser habe dies «teilweise erhebliche Geruchsimmissionen» zur Folge, schreibt der Rat weiter.

Um den Gestank für die Anwohner zu reduzieren, muss ein Gestaltungsplan erstellt werden, über den die Marthalerinnen und Marthaler an der Urne abstimmen werden. Dieser Plan bildet den Rahmen für die künftigen baulichen Massnahmen. Der Gemeinderat empfiehlt der Stimmbevölkerung, den Gestaltungsplan zu genehmigen.

«Wichtiger Beitrag»

Nach einem Ja des Marthaler Souveräns würden die Bauarbeiten in Etappen erfolgen, wobei der Kanton «umfassende Auflagen zur Verbesserung der lufthygienischen Situation» machen werde, wie der Gemeinderat schreibt. Und erst nach Umsetzung der Massnahmen zur Verbesserung der Geruchssituation sei eine Erweiterung der Biogasanlage zulässig. Künftig sollen beim Sunnehof pro Jahr bis zu 15000 Tonnen organische Abfälle verarbeitet werden können, heute sind es 7000 Tonnen.

«Es zeichnen sich weder durch den Bau noch durch den Betrieb der Biogasanlage Konflikte ab.»

Das dabei entstehende Biogas wird mittels zweier Kraftwerke in Elektrizität und Wärme umgewandelt. Der erneuerbare Strom wird ins Marthaler Netz eingespeist. Heute deckt die Biogasanlage den Energiebedarf von rund 200 Haushalten à vier Personen. Die Anlage leiste einen «wichtigen Beitrag an die regionalen Energieziele», heisst es in der Weisung zur Urnenabstimmung weiter.

Für den Transport des Rohstoffs für die Biogasanlage wurden maximale Fahrdistanzen festgelegt. So muss mehr als die Hälfte der grünen Abfälle aus Standorten innerhalb einer Fahrdistanz von zehn Kilometern stammen, die restlichen Mengen dürfen 50 Kilometer nicht überschreiten.

Abfälle überdachen

Um die Lufthygiene zu verbessern, sind vier Massnahmen vorgesehen.

Erstens soll der bestehende Lagerplatz neu vollständig überdacht werden und seitliche Wände erhalten.

Zweitens soll für verflüssigte Gemüseabfälle ein Annahme- und Lagerbehälter gebaut werden, in dem die Abluft gefasst und gereinigt wird.

Drittens ist ein Platz für nicht zerkleinerte Gemüse- und Rüstabfälle geplant, wo diese Abfälle in geschlossenen Behältern gelagert werden, abgedeckt und überdacht.

Und viertens ist der Bau eines sogenannten Nachgärers vorgesehen. Damit sollen nicht mehr Abfälle verarbeitet, sondern die Lufthygiene verbessert werden.

Klagen von Nachbarn

Was den Lastwagenverkehr zum und vom Sunnehof betrifft, ist die Beeinträchtigung der Wohnquartiere von Marthalen laut dem Planungsbericht gering. Bei der erweiterten Anlage wird mit knapp 4200 Hin- und Rückfahrten pro Jahr gerechnet. In der Gesamtbeurteilung des Umweltverträglichkeitsberichts heisst es, dass das Projekt «keine erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt» verursache.

Alle Anforderungen der Umweltgesetzgebung würden eingehalten. «Es zeichnen sich weder durch den Bau noch durch den Betrieb der Biogasanlage Konflikte ab.» Laut dem Kanton sind im Falle von begründeten Klagen aus der Nachbarschaft innert sechs Monaten Massnahmen zur Minderung der Geruchsbelästigung zu verwirklichen.

An einer Informationsveranstaltung im Herbst zeigte sich: Einigen Anwohnern fehlte das Vertrauen, dass sich die Situation künftig verbessert. Letzten Samstag fand auf dem Sunnehof eine zweite Veranstaltung mit Besichtigung statt.

(Der Landbote)

Erstellt: 30.04.2019, 17:45 Uhr

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