Marthalen

Widerstand gegen Mobilfunkantenne im Wohngebiet

Sunrise will im Weinländer Dorf eine Antenne bauen, was zu Protest führt.

Monteure hantieren an einer Mobilfunkantenne.

Monteure hantieren an einer Mobilfunkantenne. Bild: Reto Oeschger

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In Marthalen plant Sunrise eine neue Mobilfunkantenne. Dies schreibt die «Andelfinger Zeitung». Im Dorf habe sich Widerstand gegen diese Antenne formiert, daran beteiligt sei auch die ehemalige und langjährige Gemeinderätin Inge Stutz (SVP). Bis Anfang Woche seien rund 60 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt worden.

Die Sunrise-Antenne ist auf einem Mehrfamilienhaus an der Breitistrass 1 geplant. Das Haus liegt hinter der Filiale der Zürcher Kantonalbank und der ehemaligen Poststelle Marthalen. Nur etwa 140 Meter von der möglichen Antenne entfernt steht bereits eine von der Swisscom.

Standort «nicht optimal»

«Es braucht nicht nochmals eine Antenne in einem Wohngebiet, wo bereits eine steht», wird Stutz von der Zeitung zitiert. Die Sunrise-Antenne würde in einem Gebiet mit vielen Familien, Spielplätzen und in der Nähe der Schule zu stehen kommen. Laut Stutz sind auch viele andere im Dorf skeptisch. Sie befürchten, dass Sunrise die Antenne später auf die schnellere Technologie 5G aufrüsten würde, wofür es keine Bewilligung mehr brauche.

Den Protest gegen die neue Antenne will die Ex-Gemeinderätin auch als Signal an die Gemeinde Marthalen verstanden wissen, die über den Bau entscheiden wird. Ihr zufolge hält die Gemeinde den Antennenstandort für «nicht optimal». Sollte sie die Antenne bewilligen, will Stutz Rekurs einlegen.

Im Weinland, dem Bezirk Andelfingen, gibt es bislang nur eine 5G-Antenne von Sunrise bei Oerlingen in der Gemeinde Kleinandelfingen. Nach Auskunft der kantonalen Baudirektion werden derzeit 5G-fähige Antennen sowohl im Rahmen von ordentlichen Baubewilligungsverfahren als auch im Rahmen von sogenannten Bagatellverfahren behandelt. Bei einer Leistungssteigerung der Anlage beispielsweise brauche es das ordentliche Verfahren, bei einem Antennenwechsel ohne eine solche Steigerung komme hingegen das Bagatellverfahren zur Anwendung.

Grenzwerte einhalten

Unabhängig vom jeweiligen Verfahren müssen die Grenzwerte der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) eingehalten werden. Dass Mobilfunkanbieter in der Schweiz bestehende Anlagen auch im Bagatellverfahren 5G-tauglich machen, ist eine Tatsache. Dabei wird eine seit längerem technologieneutral bewilligte und gebaute Antenne zu einem späteren Zeitpunkt auf 5G aufgerüstet, ohne zusätzliche Bewilligung. Im Bagatellverfahren melden die Mobilfunkanbieter die Anpassung im Sinne einer Selbstdeklaration. Solche Änderungsgesuche werden genehmigt, sofern die NISV-Bestimmungen weiterhin eingehalten werden. Ein Vorteil für die Mobilfunkanbieter: Ihnen bleiben langwierige Einspracheverfahren erspart.

Im Falle einer Mobilfunkantenne in Baden lautete die Antwort von Sunrise gegenüber dem Badener Tagblatt: «Generell können wir sagen, dass wir beim Neubau einer Anlage (...) grundsätzlich darauf achten, dass wir diese künftig ebenfalls für 5G nutzen können.» (Landbote)

Erstellt: 02.05.2019, 17:37 Uhr

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