Berufswahl

Auf Kurzbesuch in der Arbeitswelt

Schüler der Sekundarschulen Turbenthal-Wildberg und Wila erhalten heute einen Vorgeschmack auf die Lehre. Schule, Eltern und Gewerbe organisieren gemeinsam einen Berufswahlparcours. Doch ausgerechnet bei den Eltern fehlt es an Helfern.

Die Lernende Jasmin Lüchinger (r.) bei der Arbeit in der Konditorei Café Janz. Sie hat die Berufswahl schon hinter sich. Foto: Madeleine Schoder

Die Lernende Jasmin Lüchinger (r.) bei der Arbeit in der Konditorei Café Janz. Sie hat die Berufswahl schon hinter sich. Foto: Madeleine Schoder

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Für viele ist es der erste Kontakt mit der Arbeitswelt. Beim Berufswahlparcours schnuppern die Zweitklässler der Sekundarschulen Wila und Turbenthal-Wildberg heute in verschiedene Berufe hinein. Den Anlass gibt es seit mittlerweile neunzehn Jahren.

«Er wird je länger, je wichtiger», sagt Beat Spaltenstein, Schulleiter der Sek Turbenthal-Wildberg. Der Grund: «Der Bezug der Jugendlichen zur Berufswelt ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Vor allem im handwerklichen Bereich fehlt der Kontakt.»

«Für viele Kinder ist die Berufswahl ein rechter Stress»

Ähnlich sieht das Cornelia Kessler. Sie ist seit sieben Jahren an der Organisation des jährlichen Anlasses beteiligt. «Früher arbeiteten die Eltern im Dorf oder auf dem eigenen Hof. Heute ist die Arbeit viel weiter weg vom Familienalltag. Es braucht deshalb etwas, um das den Jugendlichen wieder näherzubringen und ihnen eine realistische Vorstellung von verschiedenen Berufen zu vermitteln.»

Entstanden ist der Parcours ursprünglich aus dem Elternforum Turbenthal. Unterdessen hat er sich zwar verselbstständigt. Geblieben ist aber der Gedanke, durch die Zusammenarbeit von Eltern, Schule und Gewerbe ein Angebot zu schaffen, das den Schülern ein aktuelles Bild von ihren Möglichkeiten bieten kann.

«Für viele ist die Berufswahl ein rechter Stress», weiss Kessler, die selbst Mutter von zwei Kindern ist. «Vor der zweiten Sek beschäftigen sie sich kaum damit, und nun müssen sie innerhalb von einem Jahr entscheiden, was sie machen wollen.»

Um den Schülern und Schülerinnen eine breite Auswahl an Berufen zum Reinschnuppern zu ermöglichen, haben sich dieses Jahr 67 meist lokale Betriebe bereit erklärt, für jeweils zwei Stunden einen Einblick in ihre Arbeit zu geben. Zwei Betriebe können die Jugendlichen auswählen – einen besuchen sie am Morgen und einen am Nachmittag. «Meistens sind die Schüler glücklich mit ihren Erfahrungen», so Kessler. «Und wenn ein Beruf sie nicht anspricht, dann haben sie ebenfalls etwas über ihre Vorlieben gelernt.»

Engagierte Eltern gesucht

Dass das Angebot auch in Zukunft bestehen bleibt, dafür sprechen sich alle Seiten aus. Trotzdem gestalte sich die Nachwuchssuche unter den Eltern schwierig, sagt Kessler. «Viele Organisatoren sind schon lange dabei und treten in nächster Zeit ab. Auf unsere Elternschreiben und Plakate hat es keine Resonanz gegeben. Ich finde es aber wichtig, dass die Eltern involviert bleiben. Wir Erwachsene tragen Verantwortung, dass unsere Kinder mit Freude ins Arbeitsleben starten können.»

Auch Beat Spaltenstein findet: «Die Einbindung von Eltern, Schule und Gewerbe ist optimal.» Und vermeldet: «Wir hatten gerade diesen Montag einen Elternabend, bei dem sich drei bis vier Personen interessiert gezeigt haben. Ich bin also optimistisch, dass es den Berufswahlparcours auch in Zukunft in dieser Form geben wird.»

Erstellt: 19.09.2019, 11:29 Uhr

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