Landwirtschaft

Bauern setzen auf Twint

In vielen Hofläden und auf Wochenmärkten in der Region wurde in den letzten Monaten das bargeldlose Zahlungssystem Twint eingeführt. Der Erfolg ist gross.

Immer mehr Bäuerinnen und Bauern in der Region Winterthur setzen auf Direktvermarktung und bargeldloses Zahlen.

Immer mehr Bäuerinnen und Bauern in der Region Winterthur setzen auf Direktvermarktung und bargeldloses Zahlen. Bild: Schweizer Bauernverband

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Annemarie Gysel vom Stucki-Hof in Oberwil bei Dägerlen ist begeistert: «Wir haben Twint zwar erst seit etwa vier Monaten, aber bereits wird ein Viertel der Einkäufe im Hofladen und auf dem Wochenmarkt auf diese bargeldlose Weise bezahlt.»

Twint ist ein mobiles, digitales Zahlungssystem, für das der Schweizer Bauernverband derzeit kräftig die Werbetrommel rührt. Seit Januar können auch Direktvermarkter, die auf der Website Vomhof.ch des Bauernverbandes registriert sind, das Zahlungssystem nutzen. Sie erhalten vom Verband kostenloses Werbematerial zugestellt, um ihre Kundinnen und Kunden auf die bargeldlose Bezahlart aufmerksam zu machen.

Für den Zahlungsvorgang selber reichen ein Smartphone und die Bezahl-App Twint. Die Kunden scannen im Hofladen oder am Marktstand den QR-Code, welcher mit dem Bankkonto der Bäuerin oder des Bauern verbunden ist, und tippen dann den zu zahlenden Betrag ein, der sogleich überwiesen wird.

Hohe Nachfrage

Die Nachfrage nach der Twint-App ist gross. Bis Ende Juli haben sich schweizweit bereits rund 600 Landwirte über die Website des Bauernverbandes angemeldet. Allein im Kanton Zürich registrierten sich via Verband über 80 Betriebe für Twint.

«Die Nachfrage nach dem bargeldlosen Zahlen ist stetig gewachsen.»Annemarie Gysel, Bäuerin

Annemarie Gysel vom Stucki-Hof hat allerdings nicht den Umweg über den Bauernverband gemacht, sondern sich direkt bei den Betreibern der Bezahl-App Twint angemeldet. Ihre Kundinnen und Kunden hätten sie vor einiger Zeit regelrecht dazu gedrängt, sagt Gysel. «Kann man bei euch immer noch nicht mit Twint bezahlen?», wurde sie in der Vergangenheit immer wieder gefragt. Ob auf dem Wochenmarkt in Winterthur oder im Hofladen in Oberwil: «Die Nachfrage nach dem bargeldlosen Zahlen ist stetig gewachsen.»

«Wir sehen jetzt, dass dank Twint auch vermehrt junge Leute in unserem Hofladen einkaufen.»Andrea Zürcher, Bäuerin aus Dinhard

Auch bei Familie Zürcher in Dinhard kann man im Hofladen bar oder via Twint bezahlen. «Wir haben uns aufgrund der Werbung des Bauernverbandes im März entschieden, Twint einzuführen», sagt Andrea Zürcher. Es sei enorm, wie schnell die Kundinnen und Kunden die neue Bezahlform akzeptiert hätten. «Wir haben viele Stammkunden, die heute nur noch mit Twint bezahlen», sagt Zürcher. Zudem locke die digitale Bezahlform auch neue Besucher an. «Wir sehen jetzt, dass dank Twint auch vermehrt junge Leute in unserem Hofladen einkaufen.» Insgesamt würden heute fast 30 Prozent der Einkäufe über die Twint-App bezahlt, sagt Zürcher.

Eine Recherche des «Landboten» zeigt, dass man mittlerweile in zahlreichen Hofläden in der Region Winterthur die Waren entweder bar oder mittels Twint bezahlen kann. Aber längst nicht in allen. «Wir haben Twint noch nicht», sagt beispielsweise Bäuerin Claudia Märki in Winterthur. «Aber wir haben uns natürlich auch schon darüber Gedanken gemacht.» Bis jetzt hätten sie ein Kassensystem, bei dem mit Franken oder Euro bezahlt werden könne, sagt Märki. Kunden können mit Noten oder Kleingeld zahlen. Aber der Bäuerin ist durchaus bewusst, dass es bald noch eine Alternative zum Bargeld braucht. «In Zukunft werden wir unseren Kundinnen und Kunden ganz sicher auch ein bargeldloses System anbieten.»

Kommission ist 1,3 Prozent

Twint schütze zwar nicht vor Diebstahl in den Hofläden, hält der Schweizer Bauernverband fest. Aber die Bezahl-App selber sei sicher. Zudem hat der Verband bis heute kaum negative Rückmeldungen vonseiten der Bauern gehabt. Im Gegenteil: Die Nachfrage bleibe gross. Laut dem Bauernverband behält Twint pro Transaktion eine Kommission von 1,3 Prozent ein.

Wie sich die Bauern gegen Diebstahl rüsten, lesen Sie hier

Erstellt: 09.08.2019, 07:50 Uhr

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