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Bezaubernde Nähe

Auch ein kleiner Raum kann ein magischer Ort sein. Dies zeigte der Luzerner Zauberkünstler Alex Porter am Donnerstag eindrucksvoll mit seiner Show, dem allerersten Event auf der neuen Hirschenbühne.

In fast familiärer Atmosphäre verzauberte Alex Porter auf der Hirschenbühne das Publikum mit seinen Tricks.
In fast familiärer Atmosphäre verzauberte Alex Porter auf der Hirschenbühne das Publikum mit seinen Tricks.
Madeleine Schoder

Erfolgreicher hätte diese erste reguläre Veranstaltung auf der Hirschenbühne gar nicht laufen können. Kurz vor Beginn fanden einige nur noch mit Mühe einen der 70 Plätze, Pärchen mussten sich kurzzeitig trennen, Stühle wurden in den Durchgang gestellt werden. Es schien, als hätte sich nicht nur der Theaterverein mit Leiter Simon Gisler auf diesen Abend gefreut, sondern auch das von überall her angereiste Publikum.

Man schien gespannt darauf zu sein, welche Wirkung die Kleinkunst in diesem gemütlichen Bankett- und Theaterraum, der im Zuge des Gasthof Hirschen-Ausbaus 2014 im ehemaligen Stallgebäude dahinter eingerichtet worden war, entfalten konnte. Eine schöne, denn die fast familiäre Atmosphäre, die dabei entstand, passte hervorragend zum Abend. Alex Porters «Zaubernah» war durchaus wörtlich zu nehmen.

Alex Porter schaffte es mit viel Witz und einer sympathischen Nonchalance, das Publikum im Handumdrehen für sich zu gewinnen.

Der Luzerner Zauberkünstler, Performer und Theatermacher zeigte vor und auf einem Tisch seine liebsten Kunststücke. Dies waren vor allem wunderliche Karten-, Tücher- und Seiltricks, die Alt und Jung in Staunen versetzten, auch jene, die anfangs das Geschehen noch skeptisch beäugten. Doch Alex Porter schaffte es mit viel Witz und einer sympathischen Nonchalance, das Publikum im Handumdrehen für sich zu gewinnen. Er zauberte dabei nicht Kniff für Kniff aus seinem nichtvorhandenen Zylinder, sondern liess sich viel Zeit, um seiner Performance den nötigen Raum zu geben.

In das Gesehene webte er immer wieder teils poetische, teils ironische Geschichten mit ein. Beispielsweise fragte er, ob das, was man nicht denkt, trotzdem stattfindet, denn schliesslich öffnet erst das Spiel mit der eigenen Wahrnehmung das Tor zur Phantasie. Des Weiteren konnte der vielseitige Entertainer mit seinen musikalischen Einlagen punkten. So berichtete er von seinen traumatischen frühkindlichen Erfahrungen im Blockflötenunterricht, der mehr Zen-Meditation denn praktisches Übungsfeld gewesen sei. Dabei hätte er doch so gerne zeigen wollen, wie man ohne Flötenlöcher auf dem Instrument spielen konnte. An der Freude darüber, dass er Jahre später in einem kleinen Laden eine löcherlose Flöte entdeckte, liess er seine Gäste gleich teilhaben, indem er ihnen darauf vorspielte.

Engagiertes Mitwirken

Auch seine wilde Freejazz-Darbietung seinerzeit in Willisau sorgte für zahlreiche Lacher, als sie von ihm akustisch und pantomimisch nacherzählt wurde. Und als er mit indischen Gesängen den Hütchenspieler gab und dafür zwei Gäste miteinbezog, waren diese von seinen Lauten, seiner Fingerfertigkeit und ihrer eigenen Verblüffung derart eingenommen, dass sie fast vergassen, auf den richtigen Becher zu setzen. Sowieso war die Interaktion mit dem Publikum grossartig.

Porter holte für fast jeden seiner Tricks jemanden nach vorne und erfüllte so wiederum sein Programmversprechen. War man es von anderen Zaubershows gewohnt, dass Besucher sich eher zaghaft auf eine Bühne begeben, machten hier alle sofort mit grosser Begeisterung und Freude mit, was zusätzlich zum rundum gelungenen Abend beitrug. Ein weiteres Novum einer magischen Vorstellung ist es wohl auch, dass es am Schluss noch eine Zugabe gibt. Nicht hier.

Die Zuschauer waren so begeistert, dass sie nicht einfach ohne gehen wollten. Also liess Alex Porter vier von ihnen jeweils eine Handvoll Karten aus demselben Stapel ziehen, wies sie an, sich aus diesen Karten eine herauszusuchen und zu merken und erriet dann die Karten nacheinander. Nur die letzte wurde zur Knacknuss. Doch vielleicht war das auch bloss eine Sinnestäuschung.

Alex Porter und sein Programm: www.alexporter.ch Nächste Veranstaltungen Hirschenbühne: www.hirschenbühne.ch

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