Andelfingen

«Der Journalist wirft mir rechtsnationales Gedankengut vor»

Gemeinderat Peter Müller kandidiert in Uznach SG für das Amt des Gemeindepräsidenten. Ein Zeitungsbericht könnte seine Wahlchancen allerdings gefährden.

FDP-Gemeinderat Peter Müller aus Andelfingen sieht seine Wahlchancen als Gemeindepräsident von Uznach SG gefährdet.

FDP-Gemeinderat Peter Müller aus Andelfingen sieht seine Wahlchancen als Gemeindepräsident von Uznach SG gefährdet. Bild: Archivbild

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«Ich bin gerne in Andelfingen und will eigentlich nicht weg», sagt Peter Müller bestimmt. Trotzdem bewirbt sich der Andelfinger FDP-Gemeinderat für das Gemeindepräsidium in der St. Galler Gemeinde Uznach und hat als einer von zwei Kandidaten durchaus Chancen, gewählt zu werden.

Seine Bewerbung habe nichts mit Andelfingen zu tun oder damit, dass ihm sein Amt als Gemeinderat nicht mehr gefalle. Für Müller stehen jobtechnische Gründe im Vordergrund. «Von meiner Tätigkeit als Fachbuch­autor kann ich nicht leben», erklärt er. Zudem sei er schon 55 Jahre alt, die Stellensuche sei also nicht ganz einfach. Er habe sich überlegt, in welchen Bereichen seine Stärken liegen. Diese seien seine Führungserfahrung und die politische Arbeit. «Anders als im Kanton Zürich ist ein Gemeindepräsidium in St. Gallen auch in kleineren Gemeinden ein Vollamt.» Müller hat sich für das Amt wie auf eine normale Stelle mit einem ausführlichen Dossier bewerben müssen, er wurde zu einem Gespräch eingeladen und muss sich nun noch der Wahl durch die Stimmbürger stellen.

«Bislang ist meine Kandidatur ideal verlaufen. Von den Parteien CVP und SVP habe ich eine Wahlempfehlung erhalten», sagt Müller. Die FDP habe die Stimmfreigabe beschlossen, weil beide Kandidaten Parteimitglieder sind.

Empört über Artikel

Am Mittwoch hat der Wahlkampf für Müller allerdings eine unschöne Wendung genommen. Ein Journalist der «Obersee-Nachrichten» veröffentlichte unter dem Titel «Kandidat Müller und seine Nazi-Panzer-Schriften» einen Artikel über Müllers Arbeit als Historiker.

Hintergrund ist Müllers Verlag «History Facts», in welchem er militärhistorische Bücher über den Ersten und Zweiten Weltkrieg schreibt und für andere Autoren vertreibt. Der Journalist kritisierte Müllers Verlagsteam, bezeichnete zum Beispiel einen der Autoren als «Hitlerjungen» und schrieb, Müller habe sich nie «von seinen Autoren aus dem Naziumfeld distanziert». Müller ist über den Artikel empört. «Der Journalist wirft mir rechtsnationales Gedankengut vor, ohne je mit mir gesprochen oder sich eingehender mit der Thematik meiner Publikationen befasst zu haben», sagt er gegenüber dem «Landboten». Denn gerade jener Autor, der als Hitlerjunge bezeichnet werde, sei von der Wehrmacht mit vierzehn eingezogen worden. «Wer mich kennt, schüttelt den Kopf über diese Vorwürfe», sagt Müller. Dies bekräftigt Patrick Waespi, Gemeindeschreiber von Andelfingen, der seit 2011 eng mit Müller zusammenarbeitet. Er findet «solche Anschuldigungen völlig absurd», wie er der «Südostschweiz» sagte.

Müller überlegt sich rechtliche Schritte gegen den Journalisten. «Selbst wenn ich gewählt werde, will ich, dass die Sache geklärt und vom Tisch ist.» (Landbote)

Erstellt: 06.03.2016, 22:05 Uhr

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