Truttikon

Der Jubiläumsbatzen fliesst in ein Elektro-Mobility-Auto

Auch weil die Gemeinde am Abend kaum mehr mit dem öffentlichen Verkehr zu erreichen ist, steht ab Frühling ein Elektro-Mietauto zur Verfügung.

Die Gemeinde Truttikon investiert das ZKB-Geld in ein Mobilityauto.

Die Gemeinde Truttikon investiert das ZKB-Geld in ein Mobilityauto. Bild: PD

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294 Personenwagen sind in der 478-Einwohner-Gemeinde Truttikon registriert. Bald ist es einer mehr: Ein elektrobetriebener Renault Zoé. Das Auto soll ab April nicht in der Garage eines Privathauses stehen, sondern voraussichtlich vor dem Werkhof. Und neben ihm eine Ladestation für Elektroautos.

Bezahlt werden soll dies mit der ZKB-Jubiläumsdividende. Anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens schüttet die Bank zusätzliche 150 Millionen Franken aus, zwei Drittel gehen an den Kanton und ein Drittel an die Politischen Gemeinden, aufgeschlüsselt nach Anzahl Einwohner. Truttikon investiert die gut 14'000 Franken in ein Elektro-Mietauto von Mobility, teilt der Gemeinderat mit.

Präsident Sergio Rämi präzisiert auf Anfrage, dass die Idee nicht aus der Bevölkerung kam, sondern in der Behörde diskutiert wurde. Dafür, diese umzusetzen, spreche auch die schwierige Situation mit dem öffentlichen Verkehr im Dorf. Nach 20 Uhr ist Truttikon nicht mehr zu erreichen, «man ist auf das Auto angewiesen», so Rämi. Bisher stark auf ein eigenes, denn ein Mobility-Mietauto hatte es in der Gemeinde nicht. Die einzigen Möglichkeiten, eines der roten Mietautos zu nutzen, bestand an den Bahnhöfen Andelfingen und Marthalen. Trotzdem sind in Truttikon fünf Personen Kunden bei Mobility, heisst es bei der Medienstelle der Genossenschaft auf Anfrage.

Je mehr, desto günstiger

In Truttikon wird die Ladestation voraussichtlich beim Werkhof gebaut, so der Gemeindepräsident. Er sei zentral gelegen und die Erschliessung mit Strom sei gut machbar. Die Mobility-Versuchsphase dauere zwei Jahre.

«Das ist eher unrealistisch, vor allem aber auch nicht das primäre Ziel»Sergio Rämi zur Rentabilität des Mobilityfahrzeugs

Der Bau der Station kostet rund 3000 Franken, die Jahres-Mietpauschale für den Renault beträgt 13'700 Franken. Das übersteigt den ZKB-Bonus von 14300 Franken, zumindest auf den ersten Blick. Um wie viel und ob überhaupt, das hängt auch von den Truttikern ab. Denn wird das kleine Elektrofahrzeug für Dienstfahrten der Verwaltung und des Gemeinderats genutzt, erhält dieser die Kilometer von Mobility vollumfänglich zurückerstattet. Bei «Fremdnutzung», also durch sonstige Mobility-Kunden, werden 75 Prozent an die Gemeinde zurückbezahlt. Also: Je mehr gefahren wird, desto günstiger. Sie hätten die Kosten wieder drin, wenn 15'000 Kilometer gefahren würden, habe ein Verantwortlicher von Mobility vorgerechnet. Ein Drittel davon durch Verwaltungsangestellte, zwei Drittel durch die Bevölkerung. Das wäre etwa 750 Mal die Strecke Truttikon-Winterthur. «Das ist eher unrealistisch, vor allem aber auch nicht das primäre Ziel», sagt Sergio Rämi. Es gehe darum, einen Mehrwert zu bieten.

Trotzdem habe der Gemeinderat bei einer Aktiengesellschaft, die auf E-Tankstellen spezialisiert ist, um einen Zustupf angefragt. «Der Verantwortliche nahm eine Landkarte hervor, hat gesehen, wo Truttikon liegt, und den Kopf geschüttelt», sagt Sergio Rämi mit einem Augenzwinkern. Die Gemeinde sei zu klein, um unterstützt zu werden.

Erstellt: 21.01.2020, 16:04 Uhr

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