Ossingen

Der neue Dorfplatz verdrängt ein Haus

Ob der Dorfplatz neu gestaltet wird, entscheidet die kommende Gemeindeversammlung. Einige Ossinger hängen jedoch an einem abbruchreifen Haus, das dann weichen müsste.

Ob der Dorfplatz in Ossingen neu gestaltet wird, bestimmen die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen am nächsten Montag.

Ob der Dorfplatz in Ossingen neu gestaltet wird, bestimmen die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen am nächsten Montag. Bild: Marc Dahinden

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Der Dorfplatz in Ossingen soll neu gestaltet werden. Über die entsprechende Vorlage stimmt die Gemeinde an der ausserordentlichen Versammlung vom nächsten Montag ab. Bereits vor einem Jahr wurde die Ossinger Bevölkerung nach Wünschen und Bedürfnissen befragt.

Am Informationsanlass vor einem Jahr sprach sich der Gemeindepräsident von Ossingen Martin Günthardt für einen Platz aus, wo man sich treffen, in die Augen schauen und diskutieren kann. Die Ideen waren da: Der Platz soll «freigespielt» werden und «offen» sein, meinten die Architekten. Die Bevölkerung zerzauste diese Visionen aber grösstenteils und wollte einen «heimeligeren» Platz.

Massiv abgespeckter Platz

Die Komplettumgestaltung des Platzes erwies sich als teuer: Über 1,2 Millionen Franken hätte die Dorfplatzversion der Architekten gekostet – deutlich zu viel für den Geschmack des Gemeinderates. So wird nun eine abgespeckte Version zur Abstimmung kommen, angepasst durch Wünsche aus der Bevölkerung, für gerade mal 450 000 Franken.

Das Bauernhaus am Postweg 12 soll abgerissen werden. Wo das Haus war, kommen die Parkplätze hin, die momentan auf dem Platz selber sind.

Die Gartenmauern und kleinere Anlagen werden ebenfalls abgerissen, der Platz soll gegen den Postweg hin vergrössert und gleichzeitig baulich abgetrennt werden. Der Postweg selber bleibt gleich. Der Platz soll einheitlich mit Verbundsteinen belegt werden, eine Pergola und ein Velounterstand entstehen.

Damit ist die aktuelle Vorlage nicht so weit von der ursprünglichen Idee entfernt, wie es der Preisunterschied vermuten lässt. «Die grössten Kosten hätte die Absenkung des Platzes auf das Niveau der Strasse verursacht», meint Günthardt. Plus es hätten viele kleinere Details, wie beispielsweise die Versetzung des Brunnens, sich in der Summe als teuer erwiesen.

Die Lücke in der Kulisse

Nicht alle sind jedoch mit der Vorlage zufrieden. Peter Schmid aus Ossingen hat zum neuen Dorfplatz bereits kritische Artikel veröffentlicht und positives Echo von anderen Ossingern bekommen, wie er sagt. Seine Kritikpunkte: Durch den Abriss des Bauernhauses am Postweg 12 entstehe eine Lücke im Dorfbild.

«Jeder Franken, der in dieses Haus investiert würde, wäre verlorenes Geld.»Martin Günthardt, Gemeindepräsident Ossingen

«Obwohl das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, ist es für das Dorfbild wichtig», sagt er. «Die Kulisse, die für ein heimeliges Gefühl sorgt, wird mit dem Abriss zerstört.» Es sei eine spannende Versammlung zu erwarten, meint Peter Schmid.

Doch Günthardt relativiert diese Einschätzung. Die Umgestaltung, also der neue Dorfplatz plus die Sanierung der Küblerscheune, ist aus einer Arbeitsgruppe heraus entstanden, in der Vertreter von Schul-, Kirch- und politischer Gemeinde Teil davon waren.

Dass das Haus am Postweg abgerissen werden muss, steht für den Gemeindepräsidenten ausser Frage, es sei in einem desolaten Zustand. «Jeder Franken, der in dieses Haus investiert würde, wäre verlorenes Geld.» Eine Lücke, die damit entstehen solle, gäbe es nicht, da sei dann einfach der Obstgarten dahinter zu sehen.

Erstellt: 21.08.2019, 10:44 Uhr

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