Weinland

Die halbe Fusionsgemeinde will «Andelfingen» heissen

Trotz einem klaren Abstimmungsresultat könnte sich die Fusionsleitung noch umentscheiden.

Über fünfzig Prozent wollen in «Andelfingen» wohnen.

Über fünfzig Prozent wollen in «Andelfingen» wohnen. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sechs Gemeinden im Weinland sollen zu einer werden. Die Steuerungsgruppe, welche den Vorschlag für die Fusionsabstimmung in rund einem Jahr ausarbeiten soll, stellt sich deshalb unter anderem die Frage: Wie soll sich das neue Gebilde denn nennen? Dazu gab es eine Onlineabstimmung. Seit Samstag liegt das Resultat vor, und der Projektleiter der Fusion sagt nun, wie es weitergeht.

In diesem Stadium der Planung sei die Namensfrage bestimmt noch sehr emotional, sagt Hansruedi Jucker, Gemeindepräsident von Andelfingen und Projektleiter für die Fusion der politischen Gemeinden. Die Abstimmung habe die Trends bestätigt, die bei den Fusions-Workshops im Frühjahr bereits erkennbar waren.

Drei Varianten

In den beteiligten Gemeinden Adlikon, Andelfingen, Henggart, Humlikon, Kleinandelfingen und Thalheim an der Thur zeichneten sich nämlich drei Vorschläge ab. Platz eins: «Andelfingen». Platz zwei und drei in je einer Mundartversion und einer deutschen: «Wyland» respektive «Weinland» und «Wyland-Süd» beziehungsweise «Weinland-Süd.»

Online stimmten über 1500 Personen ab. Mehr, als Jucker erwartet hätte. 58 Prozent entschieden sich für Andelfingen. 35 Prozent würden Wyland oder Weinland bevorzugen und nur gerade 7 Prozent wollen, dass die neue Gemeinde Wyland-Süd oder Weinland-Süd heisst. Ist mit diesen Zahlen nun der Name bereits beschlossene Sache?

Nein, sagt Hansruedi Jucker. «Ende September wird die Steuerungsgruppe entscheiden, welcher Name der Bevölkerung vorgeschlagen wird.» Denn neben der Popularität gebe es noch andere Argumente für oder gegen den Namen. «Man kann auch der Ansicht sein, dass eine neue Gemeinde einen neuen Namen braucht», sagt Jucker. Damit würde «Andelfingen» aus der Auswahl fliegen. Mit den beiden Alternativen gibt es jedoch noch andere Probleme. Gegenüber dieser Zeitung bestätigte das zuständige Bundesamt Swisstopo, dass Mundartnamen nicht bewilligungsfähig seien und dass die Bezeichnung «Weinland» auf eine grössere Region als die geplante Fusionsgemeinde verweist. Womit auch dieser Name nicht bewilligungsfähig sei. Was somit als Alternative zu Andelfingen stehen bleibt, ist «Weinland-Süd», was, so schreibt ein Bürger im Forum der Fusionsseite, wie eine Autobahnraststätte klinge.

Ob sich die Steuerungsgruppe am Ende doch noch gegen den Trend entscheiden wird, erfahren die Bürger im Oktober. Dann sind weitere Workshops in den sechs Gemeinden geplant. Gleichzeitig mit dem Namensvorschlag wird auch öffentlich, ob sich die Steuerungsgruppe für oder gegen eine Fusion ausspricht. Falls ja, muss der Name bis zum Jahresende feststehen. So kann der Bund das Gesuch prüfen und im besten Fall bewilligen. So würde auch der Zusammenschlussvertrag unter den sechs Gemeinden wie geplant im März 2020 fertiggestellt.

Erstellt: 03.09.2019, 08:41 Uhr

Artikel zum Thema

Gemeindename und Wappen diskutiert

Grossfusion im Weinland An einem Workshop konnte die Bevölkerung von Adlikon, Andelfingen, Henggart, Humlikon, Kleinandelfingen und Thalheim über das Wappen und den Namen der Fusionsgemeinde debattieren. Mehr...

Warum unsere ­Dörfer so heissen wie sie heissen

Geschichte Ortsnamen erzählen viel über die Entstehung der Siedlungen – wenn der Ursprung denn geklärt ist. Eine Übersicht über Gemeinden und Dörfer in der Region. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles