Flaach

Einzige Arztpraxis schliesst unerwartet

Viele Jahre hatte die Suche nach einer Nachfolge für die Arztpraxis Flaachtal gedauert. Zwar wurde dann eine Lösung gefunden. Doch nun herrscht in Flaach und Umgebung Ernüchterung.

Ein Bild der Vergangenheit: Hausarzt Urs Willimann in seiner Praxis mit den zwei Mitarbeiterinnen Susanna Mäder (l.) und Ruth Kühne (r.).

Ein Bild der Vergangenheit: Hausarzt Urs Willimann in seiner Praxis mit den zwei Mitarbeiterinnen Susanna Mäder (l.) und Ruth Kühne (r.).

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Aufgrund der «unerwarteten Schliessung» der Arztpraxis Flaachtal sei die Praxis zurzeit nur montags, dienstags und mittwochs von 8.30 bis 12.30 Uhr besetzt: Diese Mitteilung ab Tonband kriegen derzeit all jene zu hören, die dort anrufen. Die Abholung der Krankenakten, heisst es weiter, sei nur nach telefonischer Anmeldung möglich.

Diese Woche publizierte die Gemeinde Flaach die Neuigkeit auf ihrer Website. Mit «grossem Bedauern» habe der Gemeinderat davon Kenntnis genommen, dass die Arztpraxis in Flaach «definitiv geschlossen wird». Offensichtlich habe sich eine Nachfolgelösung zerschlagen. Es ist die einzige Praxis im Flaachtal.

«Eine Katastrophe»

Der «Landbote» schrieb bereits im Dezember 2015, dass der pensionierte Hausarzt Urs Willimann schon seit Jahren eine Nachfolgelösung für seine Praxis in Flaach suchte. Die Sorge um die Gesundheitsversorgung in Flaach führte damals sogar zu einer Anfrage an der Gemeindeversammlung.

Die jüngsten Entwicklungen waren gestern auf der Website der Arztpraxis Flaachtal zwar nicht abgebildet. Auch telefonisch war niemand zu erreichen. Aber man erfährt, was in den letzten Monaten geschehen ist.

«Das ist verantwortungslos»

«Aufgrund der Erkrankung» von Ärztin Martina Neff werde die Arztpraxis im Moment durch Praxisvertreter sichergestellt, heisst es. Und seit November habe die Ärztin Rita Bartenstein gewonnen werden können.

Doch eben: Nun sei die Praxis plötzlich geschlossen, wie eine Leserin dem «Landboten» gestern mitteilte. «Es ist eine Katastrophe.» Eine andere Leserin und ehemalige Patientin der Praxis bestätigt die plötzliche Schliessung.

Rita Bartenstein sei eigentlich als Nachfolgerin von Martina Neff vorgesehen gewesen, sie sei aber «von einem Tag auf den anderen» weg gewesen. «Das ist verantwortungslos», findet die Frau. Schlimm sei das besonders für die alten Menschen im Alterswohnheim, das neben der Praxis liegt. Das ganze Wartezimmer sei voll und die Stimmung schlecht gewesen, als sie ihre eigene Patientenakte in Flaach abgeholt habe. Eine Praxisassistentin habe die dafür notwendige Arbeit erledigt.

Ausweichen ins Umland

Die Gemeinde Flaach gibt auf ihrer Website jene Arztpraxen in der näheren Region an, die noch die Kapazität haben, Patientinnen und Patienten aufzunehmen.

Es handelt sich dabei um Praxen in Henggart, Ossingen, Rheinau und Neftenbach. Zudem erwähnt die Gemeinde die Land-Permanence in Henggart, die im Spätsommer ihren Betrieb aufnehmen wird.

Erstellt: 04.04.2019, 19:22 Uhr

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