Truttikon

Eislaufen behindert Naturschutz

Die Truttiker nutzen ihren Weiher im Riet seit Jahren als Eisbahn. Um die Natur zu schützen,empfiehlt der Kanton jedoch, den Freizeitspass zu unterlassen.

Das Naturschutzgebiet im Norden Truttikons steht seit 1990 unter kantonalem Schutz. Foto: Marc Dahinden

Das Naturschutzgebiet im Norden Truttikons steht seit 1990 unter kantonalem Schutz. Foto: Marc Dahinden

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Der kleine Weiher im Truttikerriet ist nur etwa einen halben Meter tief. «Er gefriert sehr schnell», sagt Gemeindepräsident Sergio Rämi. Schon seit Jahren ist der kleine See die Natureisbahn der Truttiker. Doch in einem Bericht des Kantons schreibt dieser nun: «Aus ökologischer Sicht wäre die Aufgabe der Schlittschuhnutzung wünschenswert.»

Letzten Sommer haben Fachleute des Kantons das Naturschutzgebiet in Truttikon besichtigt. Dabei stellten sie fest, dass das Flachmoor besondere Eigenschaften aufweist und darum speziellen Schutz verlange.

«Wir wollen auf jeden Fall am Eislaufen festhalten»Sergio Rämi, 
Gemeindepräsident

Ein kleiner Damm durchzieht den Weiher, was zu unterschiedlichen Wasserbeschaffenheiten führt. Auf der einen Seite ist das Wasser kalkhaltiger, auf der anderen eher sauer. Daher kommen verschiedene Pflanzenarten in den Becken vor. Diese sollen geschützt werden. Dafür sei eine zeitweise Trockenlegung des Gebiets nötig.

Das war im letzten Sommer, wenn auch unfreiwillig, der Fall. Das zweieinhalb Hektar grosse Gebiet trocknete aufgrund der Hitze komplett aus. Was für manche Pflanzen gut ist, war für die Fische verheerend. Alle Fische im Riet sind verendet. 

Gebietsfremde Arten

Das habe aber auch eine positive Seite, schreibt der Kanton. Denn einige der verstorbenen Fischarten, wie beispielsweise der Spiegelkarpfen, seien gebietsfremd gewesen und gehörten deshalb nicht an den Standort.

«Die Fachleute waren sich nicht bei allen Arten sicher, um welche es sich handelt», sagt Rämi. Um Genaueres über die Fauna des Naturschutzgebiets in Truttikon herauszufinden, plant der Kanton eine weitere Begehung diesen Frühling.

Tradition in Truttikon

Bis jetzt wurde kein Verbot fürs Schlittschuhlaufen ausgesprochen. «Wir wollen auf jeden Fall am Eislaufen festhalten», sagt der Gemeindepräsident. Dass der Weiher jeweils komplett zufriert ist nicht ganz natürlich. Die Gemeinde staut das Wasser jeweils.

Doch das Einfrieren fordere auch seine Opfer. «Natürlich sterben dadurch auch einige Pflanzen ab», sagt Rämi. Dennoch gehöre das Eislaufen im Riet während der kalten Jahreszeit zur Tradition in Truttikon.

Momentan ist die Eisbahn aber nicht befahrbar, weil es zu wenige Regentage gab. So sind die Pflanzen im Weiher nur halb mit Wasser bedeckt und es entsteht keine glatte Eisfläche. Das Schlittschuhlaufen wird laut Rämi nach dem nächsten Bericht des Kantons sicher nochmals diskutiert.

Erstellt: 07.02.2019, 18:59 Uhr

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