Altikon

Erstes Nest einer seltenen Schafstelze im Weinland entdeckt

Der Andelfinger Naturschutzverein spricht von einer Sensation: Erstmals konnte ein Nest mit fünf jungen Schafstelzen im Weinland nachgewiesen werden.

Eine gelbbauchige Schafstelze hat in einem Kabisfeld in Altikon gebrütet.

Eine gelbbauchige Schafstelze hat in einem Kabisfeld in Altikon gebrütet. Bild: PD

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Schafstelzen mögen Gemüse. Nicht zum Essen, da bevorzugen die Vögel Insekten und Spinnen, aber für ihre Nester. In den Lücken des Kulturlands, zwischen den Pflanzen, entsteht je nach Sorte genügend Platz, für ein kleines Zuhause.

Beim Jäten in einem Altikoner Kabisfeld entdeckten Mitarbeiter von Rathgeb Bio Anfang Juli nun ein solches Nest des bodenbrütenden gelben Vogels. Es ist das Erste im Weinland. «Dieser sichere Brutnachweis ist eine kleine Sensation, denn wir wussten bisher nicht, ob die Bruten der Schafstelze im Weinland erfolgreich sind», sagt Matthias Griesser, Präsident des Andelfinger Naturschutzvereins.

Fünfjähriges Projekt

Drei Monate zuvor hatte der Verein die Mitarbeiter von lokalen Gemüsebaubetrieben in einer Schulung auf das Suchen von Nestern im Acker sensibilisiert. Dies fand im Rahmen des fünfjährigen Feldlerchenprojekts statt, das noch bis Ende 2020 andauert und die Landwirte für den Erhalt der Ackervögel gewinnen soll. Strukturen mit Lücken in den Feldern und entsprechende Nahrung sind dazu nötig. Die Feldlerche ist, wie die Schafstelze, in der Schweiz potenziell gefährdet und ein Vogel, der am Boden brütet.

Das Nest der Schafstelze in Altikon. Bild: Katja Meister

An der Schulung im April sei erklärt worden, wie bei einem Fund vorgegangen werden soll, sagt Katja Meister, Praktikantin des Feldlerchenprojekts. So wussten die Angestellten in Altikon, wie sie das Nest markieren und schützen mussten. «So konnte das Paar die Brut ungestört weiterführen», sagt Meister. Bei der letzten Kontrolle des Nestes waren die Eier aufgebrochen und fünf kleine Schnäbel ragten aus dem Nest. «Es ist zu hoffen, dass alle Jungvögel durchkommen und in den nächsten Jahren ihre eigenen Bruten im Weinland aufziehen können», sagt Meister.

Obwohl das Feldlerchenprojekt Ende 2020 ausläuft, will der Naturschutzverein neu angesäte Brachen für fünf weitere Jahre unterstützen. Zudem ist vorgesehen, dass durch Vernetzungsprojekte weiterhin Beiträge an jene Landwirte fliessen, die sich für die einheimischen Tiere und Pflanzen einsetzen.

Erstellt: 26.07.2019, 10:35 Uhr

Die Schafstelze hat einen auffällig gelben Bauch. (Bild: PD)

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