Marthalen

Freude für Kinder, Ärger für Antennengegner

Der Zwist um neue Handyantennen in Marthalen wird andauern: Ein neuer Anbieter kündigt einen weiteren Sendemast an. Dafür sind sich die Marthaler über den Bau eines neuen Spielplatzes einig.

Dieser Spielplatz wird ersetzt. Klettertrum, Schaukel und Co. entsprechen nicht mehr den Sicherheitsvorgaben – und eine Ecke wird nur noch als Katzenklo gebraucht.

Dieser Spielplatz wird ersetzt. Klettertrum, Schaukel und Co. entsprechen nicht mehr den Sicherheitsvorgaben – und eine Ecke wird nur noch als Katzenklo gebraucht. Bild: bä

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schulpflegepräsident Thomas Hausheer wollte schon abstimmen lassen. Da meldete sich doch noch eine Bürgerin mit einer Frage: «Was für Holz wird für den neuen Spielplatz verwendet? Ich wäre dagegen, dass Tropenholz verwendet würde.» Also doch noch eine Hürde für die neue Spielanlage beim Schulhaus, deren Finanzierung die Schulgemeinde langfristig geplant und deren Ausstattung eine Kommission aus Schulpflege, Lehrerschaft, Hauswart und zwei Vertretern des Schülerrats sorgfältig geplant worden war. Aber schon kam die Entwarnung: Verbaut werden nur Edelkastanien aus dem Tessin.

«Es wird sicher schön.»Schulpräsident Thomas Hausheer zum Spielplatzprojekt

So stand der Abstimmung nichts mehr im Wege: Die 51 Stimmberechtigten nahmen den Kredit über 230'000 Franken für den neuen Spielplatz einstimmig an. «Es wird sicher schön», versprach Schulpräsident Hausheer. Grösstes Ärgernis der jetzigen Anlage ist offenbar der alte Sandkasten, der – wie Hausheer mehrmals erwähnte – nur noch als Katzenklo Verwendung findet. Damit ist im September Schluss. Dann wird für zwei Monate abgesperrt und umgebaut.

Occasions-Spielgeräte zu verkaufen

Übrigens: Die Spielgeräte erfüllen die Richtlinien der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu zwar nicht mehr, für den Privatgebrauch wären sie aber noch tipptopp, sagte Hausheer. Wer Interesse an einer günstigen Riesenschaukel oder einem Occasions-Klettertrum hat, kann sich bei der Schulpflege Marthalen melden.

Leisten können sich die Marthaler den neuen Spielplatz, weil sie vorgesorgt haben: Der Steuerfuss der Schulgemeinde wurde bereits 2015 und 2016 schrittweise angehoben. Seither zeigt die Rechnung schwarze Zahlen, letztes Jahr schloss sie mit einem Überschuss von fast 400'000 Franken, wie Schulpfleger Oliver Diethelm erklärte. Dies, obwohl man die Bibliothek wegen Feuchtigkeitsschäden kurzfristig sanieren musste, was 80'000 Franken gekostet hatte.

Rechnung deutlich besser als budgetiert

Zuvor hatte bereits die Politische Gemeinde solide Zahlen vorgelegt. Die Rechnung schliesst mit einem Plus von über 201'000 Franken, 548'000 Franken besser als budgetiert. Weniger Geld gebraucht hat man im letzten Jahr für Strassensanierungen, zudem sprudelten die Steuereinnahmen üppiger als geplant. Zum Jahresabschluss gab es keine Fragen. Gemeindepräsident Matthias Stutz konnte den offiziellen Teil der Versammlung nach elf Minuten bereits abschliessen.

Aufhorchen liessen dann die Mitteilungen: Bauvorsteherin Barbara Griesser informierte über die strittigen Baugesuche der Gemeinde. Zum einen ist dies der «Hinkelstein» am Dorfeingang, mit dem gegen ein allfälliges Atomendlager im Weinland protestiert wird. Gegenwärtig wird gerichtlich abgeklärt, ob es für den Stein eine Baubewilligung braucht, wie das der Kanton will.

«Wenn die neuen Antennen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, dann müssen wir als Gemeinde sie bewilligen.»Bauvorsteherin Barbara Griesser

Zum andern erregt die geplante Handyantenne von Sunrise Widerspruch, 63 Unterschriften wurden im Dorf gegen das Vorhaben gesammelt. Nun teilte Griesser mit: Auch der Mobilfunkanbieter Salt hat unterdessen sein Interesse an einem neuen Antennenstandort angemeldet. Die Gemeinde fordert von den Telekomfirmen zwar ein Gutachten darüber, warum man nicht die alten drei Sendemasten gemeinsam nutzen könne. Griesser erklärte aber bereits: «Wenn die neuen Antennen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, dann müssen wir als Gemeinde sie bewilligen.»

Zu wenig Informationen aus den Zweckverbänden

Ein Detail zum Schluss: Ein Bürger beschwerte sich noch, dass man über die verschiedenen Zweckverbände, deren Statuten man kürzlich revidiert und abgesegnet habe, keinerlei Informationen erhalte. Er habe auch im Internet gesucht und nichts gefunden. Dabei sei eine offene Kommunikation nicht nur versprochen worden, sie sei auch gesetzliche Pflicht. Gemeindepräsident Stutz kündigte an, sich dem Problem anzunehmen.

Erstellt: 05.06.2019, 09:41 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben