Berg am Irchel

Frischer Sauser fürs Fest

Gestern wurde der Sauser geerntet, der am Freitag am Weinländer Herbstfest in Hettlingen serviert wird. Der Startschuss für die eigentliche Weinlese ist noch nicht gefallen.

In anderthalb Stunden 300 Kilogramm Sausertrauben gelesen: Daniela und Lilian Baur (von links) vom gleichnamigen Weingut in Berg am Irchel.

In anderthalb Stunden 300 Kilogramm Sausertrauben gelesen: Daniela und Lilian Baur (von links) vom gleichnamigen Weingut in Berg am Irchel. Bild: Enzo Lopardo

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Prall und rund hängen die Trauben an den Stauden. Schnipp, schnapp, schon sind sie ab und landen in der Plastikwanne.

«Dieses Jahr sind die Trauben so schön, dass nur wenige Beeren aussortiert werden müssen», sagt Weinbauer Moritz Baur vom gleichnamigen Weingut in Berg am Irchel. Weder Essigfliegen noch Wespen oder Pilze haben sich an ihnen zu schaffen gemacht.

«Die Beeren haben schon fast die Qualität einer Tafeltraube.»Moritz Baur, 
Weinbauer in Berg am Irchel

Und wenn dann doch nicht alle süssen Früchte im Zuber zu liegen kommen, dann nur, weil sie zwischendurch in den Mündern der Wümmerinnen und Wümmer landen. Die Beeren seien dieses Jahr besonders aromatisch, sagt Baur. «Sie haben schon fast die Qualität einer Tafeltraube.»

210 Liter Sauser

Nach nur anderthalb Stunden hat die fünfköpfige Crew etwa 300 Kilogramm Trauben der Sorte Regent im «Sauseschnitt» geerntet. Daraus werden nun rund 210 Liter Sauser für das Weinländer Herbstfest hergestellt.

«Heute werden wir sie abbeeren, morgen abpressen und die Hefe ansetzen, damit der Saft bis am Freitag sausert», erklärt der Bergemer Winzer. Der angegorene Traubensaft werde dann am eigenen Stand für rund acht bis zehn Franken pro Liter angeboten.

Die Kunst der Sauserherstellung liegt darin, die Trauben zum richtigen Zeitpunkt abzulesen. «Der Erntezeitpunkt beeinflusst die Qualität des Sausers», sagt der Kellermeister des Weinguts, Thomas Baur. Auf den richtigen Wasserhaushalt und die richtige Säure komme es an. «Das ist dieses Jahr einfach optimal.»

Wümmet ein Monat früher

Für die Frühsorten und den Schaumwein hat der Wümmet im Weinland schon letzte Woche ­begonnen. Die Haupternte werde wohl ab nächster Woche stattfinden, schätzt Baur. Von Jahrhundertwein mögen die Winzer in Berg am Irchel aber trotz der rund einen Monat früheren Weinlese nicht sprechen. Denn Jahrgänge von ausgezeichneter Qualität habe es in letzter Zeit viele gegeben. Das sei inzwischen schon fast normal.

«Die Trauben sind dieses Jahr hammerschön und gesund wie in den  letzten 20 Jahren nicht mehr.»Kari Keller,  
Weinbauer in Waltalingen

Das sieht auch der Präsident des Weinbauvereins Zürcher Weinland, Theodor Strasser, so. «In den letzten Jahren gab es mehrere gute Weinjahrgänge punkto Menge und Qualität.» Aus dem eigenen Hause in Benken nennt er dafür beispielsweise den Vidal Blanc 2016.

Selbst gemachten Sauser wird übrigens auch das Weingut Keller aus Waltalingen am Herbstfest in Hettlingen in der Winzerschüür am eigenen Stand servieren. «Die Trauben sind dieses Jahr hammerschön und gesund wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr», sagt auch Kari Keller.

Für jene, die das Vorstadium des Weins aber lieber auslassen und gleich zum fertig gegorenen Rebensaft übergehen möchten, hat er einen kürzlich an der Expovina prämierten Wein im Gepäck: den ­Cabernet/Merlot Barrique 2015.

Am Rebberg in Berg am Irchel ist inzwischen wieder Ruhe eingekehrt, die Wümmerinnen und Wümmer sind abgezogen. In der warmen Nachmittagssonne reifen die Trauben weiter vor sich hin.

Der Pinot noir, der neben den Regentstauden steht, werde noch etwa einen Monat hängen gelassen, haben die Baurs erzählt, bevor sie mit den Sausertrauben fürs Herbstfest abgefahren sind. Wer weiss, vielleicht gibt es ja doch einen Jahrhundertwein.

Weinländer Herbstfest 7. bis 9. September in Hettlingen, Beginn Freitag, 18 Uhr, Abschluss Sonntag, 20 Uhr. www.weinlaender-herbstfest.ch

(Der Landbote)

Erstellt: 04.09.2018, 12:49 Uhr

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