Humlikon

«Frischer Wind» an Humliker Sonderschule

Um die Mängel an der Heilpädagogischen Schule Humlikon zu beheben, haben die Delegierten der Trägergemeinden Geld gesprochen für einen Massnahmenplan.

An der Heilpädagogischen Schule in Humlikon stellte letztes Jahr eine kantonale Schulevaluation diverse Mängel fest.

An der Heilpädagogischen Schule in Humlikon stellte letztes Jahr eine kantonale Schulevaluation diverse Mängel fest. Bild: Marc Dahinden

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Die kantonale Fachstelle für Schulbeurteilung stellte der Heilpädagogischen Schule Humlikon (HPS) letztes Jahr kein gutes Zeugnis aus («Landbote» vom 13. und 14. Juni 2017). So gebe es etwa keine wirkungsvolle Schulführung oder die Zuständigkeiten und Rollen seien auf allen Ebenen ungeklärt. Die Mitarbeitenden seien mehrheitlich unzufrieden und der Umgang mit den Schülern sei teilweise nicht respektvoll.Die Schule für Kinder mit geistiger Behinderung wird vom Zweckverband der Schulgemeinden im Bezirk Andelfingen getragen. Am Montagabend trafen sich 36 Gemeindevertreter zu einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung in Humlikon. Das zentrale Geschäft war der Massnahmenplan als Reaktion auf die negative Schulevaluation.

Das «Schiffchen» HPS

Nach der Berichterstattung über die Evaluation hatten sich Eltern gemeldet und von Fällen körperlicher Züchtigung berichtet. Die Schulevaluation enthielt aber keine Hinweise auf derartige Fälle.

Mit den Schlagzeilen in den Medien letzten Juni sei das «Schiffchen» HPS in Schieflage geraten, sagte am Montag Hans Beereuter vom Vorstand des Zweckverbandes. Die Verunsicherung beim Personal sei gross gewesen. Doch dank fachlicher Unterstützung werde das Schiffchen wieder aufgerichtet und auf Kurs gebracht. «Ein frischer Wind ist ganz klar spürbar», stellte Beereuter in seinen Ausführungen fest. So hätten sich mit dem neuen Schuljahr im August das Vertrauen und das Klima verbessert. «Das ganze Team macht mit.» Eine Beruhigung habe sich eingestellt, ein neuer Führungsstil sich etabliert. In der Vergangenheit sei es «nicht immer optimal gelaufen». Aufgrund der Schulevaluation habe man gewisse Dinge anpacken müssen. Der Zweckverband schreibt von «verschiedenen Schwachstellen», die festgestellt worden seien.

«Das ganze Team macht mit.»Hans Beereuter, Vorstand Zweckverband

Um Lösungsvorschläge zu erarbeiten, gab der Kanton der HPS-Führung vier Monate Zeit. Das sei ein «sportlicher Zeitplan» gewesen, sagte Beereuter weiter. Und es sei bisher nicht alles schlecht gewesen. Viel Gutes sei vorhanden, «aber nicht schriftlich fixiert» gewesen. Die Stossrichtung des Massnahmenplans fasste er so zusammen: «Gutes bewahren, Mängel beseitigen, Fehlendes erarbeiten.» Zu diesem Zweck wurden Steuer- und Projektgruppen gebildet. In diesen Gruppen soll nun in diesem Jahr gearbeitet werden. Das «grosse Ziel» sei im Juni das Vorliegen eines Schulprogramms. Da diese Gruppen erst noch richtig mit der Arbeit beginnen werden, war an der Delegiertenversammlung noch nichts Konkretes zu erfahren. Es gehe darum, den Grundstock zu legen für die Zukunft, sagte Beereuter. Ruhe und Verlässlichkeit sollen wieder einkehren. «Die Mitglieder der Steuergruppe sowie der Projektgruppen sind für die Organisation und Vorbereitung der verschiedenen Arbeitsschritte im Rahmen der Projektumsetzung verantwortlich», heisst es im Bericht und Antrag des Vorstandes.

Keine Gegenstimme

Nach den Ausführungen Beereuters gab es keine Diskussion unter den anwesenden Delegierten. Den Kostenrahmen für die Umsetzung des Massnahmenplans von insgesamt 99 000 Franken hiessen sie ohne Gegenstimme gut. Den Plan hatte der Verbandsvorstand mit externer Unterstützung ausgearbeitet und dem kantonalen Volksschulamt vorgelegt. Nach den ersten eingeholten Offerten lagen die Kosten allein für die externe Unterstützung mit rund 100 000 Franken noch weit höher als heute. Als «horrend» bezeichnete diesen Betrag Brigitte Sauvain, Präsidentin des Zweckverbandes. Nun ist noch etwa die Hälfte für externe Beratung veranschlagt.

Erstellt: 23.01.2018, 16:43 Uhr

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