Dachsen

Für mehr sozialen Kitt und Öko-Energie

Alle acht Diskussionsgruppen einer Partizipationsveranstaltung in Dachsen wünschen sich mehr Begegnungsorte im Weinländer Dorf. Und die Hälfte wünscht sich mehr erneuerbare Energien.

Blick vom Rebberg auf den alten Dorfkern von Dachsen, im Hintergrund ein Neubauquartier.

Blick vom Rebberg auf den alten Dorfkern von Dachsen, im Hintergrund ein Neubauquartier. Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Dachsen ist gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen, und der Autobahnanschluss ist auch nicht weit. Die Weinländer Gemeinde liegt mitten in der Natur am Rhein, und die Stadt Schaffhausen liegt trotzdem nicht weit entfernt. Diese Mischung führte zu einer regen Bautätigkeit und einem starken Bevölkerungswachstum ungefähr ab Mitte der 1990er-Jahre: 1995 hatte Dachsen noch 1229 Einwohner, fünf Jahre später waren es schon 1535. Im Jahr 2014 wurde die 2000er-Marke um eine Person geknackt, seither ist die Zahl der Einwohner leicht rückläufig.

Durch das starke Wachstum scheint allerdings das Zusammengehörigkeitsgefühl im Dorf etwas abhandengekommen zu sein. Das ist am Samstagvormittag an der Partizipationsveranstaltung «Vision Dachsen 2030» deutlich geworden, an der rund 70 Einwohnerinnen und Einwohner teilnahmen.

«Von null bis 99»

Im Verlaufe der dreistündigen Veranstaltung arbeiteten die Teilnehmer die meiste Zeit in acht moderierten Gruppen. Was gefällt in Dachsen, was stört, fehlt? Welche Ideen, Visionen gibt es für das Jahr 2030 und welche davon lassen sich verwirklichen? Obschon die acht Gruppen getrennt an diesen Fragen arbeiteten, gelangten alle zu einer identischen Forderung, wenn auch mit leicht unterschiedlicher Bezeichnung: Alle wünschen sich einen sozialen Treffpunkt, einen Begegnungsort oder einen Dorfplatz, wo sich die Dachsemerinnen und Dachsemer spontan austauschen können. Dabei betonten mehrere Teilnehmer, dass dieser Ort für alle sein soll, also nicht bloss ein Spielplatz für Kinder oder nur ein Café für Senioren. Für Jung und Alt respektive «von null bis 99, generationenübergreifend», wie es jemand ausdrückte.

«Jeder soll auf seinem Fleckchen seinen Beitrag leisten.»Ein Teilnehmer der Partizipationsveranstaltung

Jung, Alt, Frauen, Männer und sogar Kinder: Die Teilnehmerschaft am Anlass war auffällig durchmischt. Ihre zentrale, gemeinsame Forderung nach einem Begegnungsort in Dachsen bildete genau das ab, was sie am Samstagmorgen selber schon tat: Die Leute kamen an einem Ort zusammen und diskutierten miteinander Ideen und Visionen für ihre Gemeinde.

In Dachsen alt werden

Vier der acht Gruppen forderten ausserdem eine stärkere Förderung alternativer Energien. Ob Solarzellen oder Erdwärme: «Jeder soll auf seinem Fleckchen seinen Beitrag leisten», sagte ein junger Teilnehmer. Oft geäussert wurde zudem der Wunsch, noch im Alter in Dachsen wohnen zu können. «Man soll hier auch dement werden können», sagte eine Teilnehmerin zugespitzt.

Der Gemeinderat von Dachsen wird die Ergebnisse nun auswerten und daraus bis im Herbst ein Zielbild ausarbeiten, das er am 21. November der Öffentlichkeit vorstellt. (Landbote)

Erstellt: 19.05.2019, 18:58 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!