Oberstammheim

Geld für Schule gesammelt

Carmen Knöpfel will die prekären Verhältnisse an einer kenianischen Schule verbessern. Dafür soll ein neues Schulhaus her. Die Hälfte des benötigten Geldes hat sie bereits zusammen – auch dank einer Velofahrt.

In Nairobi angekommen: Nach einer über viermonatigen Velotour treffen Carmen Knöpfel und ihre Begleiter die Schulleiterin Alice Muhonja.

In Nairobi angekommen: Nach einer über viermonatigen Velotour treffen Carmen Knöpfel und ihre Begleiter die Schulleiterin Alice Muhonja. Bild: zvg

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Rund 6000 Kilometer hat Carmen Knöpfel in den vergangenen viereinhalb Monaten zurückgelegt. Den grössten Teil davon mit dem Fahrrad. Ihr Weg führte von Namibia bis nach Kenia – vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Okavango-Delta, dem Malawisee und den Viktoriafällen. Das Endziel der Reise war allerdings eine Privatschule in einem Slum von Nairobi.

Knöpfel hat dort bereits vor dem Fahrradtrip drei Monate lang unterrichtet. Dementsprechend kennt die angehende Pädagogin auch die Probleme der Schule: «Zurzeit essen die mittlerweile 80 Schüler ihr Mittagessen auf einem 20 Quadratmeter grossen Pausenplatz.» Damit sich das so schnell wie möglich ändert, sammelt Knöpfel nun Spenden für den Bau eines neuen Schulhauses. Mit ihrer Fahrradtour wollte sie potentielle Spender auf ihr Projekt aufmerksam machen.

Grundstückdepot bezahlt

Das habe auch bestens geklappt. «Während der Reise haben uns viele Leute angeschrieben, die wir vorher gar nicht kannten», sagt Knöpfel. Insgesamt habe sie bereits Spenden in der Höhe von rund 17 500 US-Dollar gesammelt.

«Viele kenianische Eltern erkennen leider die Wichtigkeit der Bildung nicht»

Dieser Betrag sei zwar überwältigend, für eine neue Schule reiche er allerdings noch nicht: «Wir haben erst ungefähr die Hälfte des benötigten Geldes zusammen. Immerhin konnten wir aber bereits das Grundstückdepot bezahlen, das verschafft uns zusätzliche Zeit.» Den Rest des benötigten Geldes will Knöpfel unter anderem mit der Hilfe von Spendenorganisationen sammeln.

Das Grundstück, auf dem das neue Schulhaus entstehen soll, ist rund drei Hektaren gross – im Vergleich zu den aktuellen Verhältnissen ein Luxus. «Momentan gibt es in der Schule gemischte Klassen», erklärt Knöpfel. Im neuen Schulhaus werden dann alle acht Klassenstufen sowie der Kindergarten ein eigenes Zimmer erhalten. Ein grosser Pausenplatz sowie separate Lehrer- und Materialräume seien ebenfalls geplant.

Internatsbetrieb angestrebt

Zudem wollen Knöpfel und die Schulleiterin Alice Muhonja in der neuen Schule ein Internat einrichten. «Momentan übernachten die Schüler jeweils bei ihren Eltern – häufig in sehr armen Verhältnissen», sagt die Oberstammheimerin. Viele Kinder kommen dann plötzlich nicht mehr zur Schule, da ihre Eltern sie lieber zur Arbeit schicken. «Viele kenianische Eltern erkennen leider die Wichtigkeit der Bildung nicht», erklärt Knöpfel. Mit einem Internatsbetrieb wäre diesen Kindern geholfen.

 «Wir wurden zweimal beklaut – jeweils auf von Securitas bewachten Zeltplätzen»

Die Fahrradtour an sich wird Knöpfel durchwegs positiv in Erinnerung bleiben. Zwar gab es auch einige negative Zwischenfälle, die die Laune der Gruppe aber zu keinem Zeitpunkt trüben konnten. «Wir wurden zum Beispiel zweimal beklaut – jeweils auf von Securitas bewachten Zeltplätzen», erinnert sich Knöpfel. Auch sei einer ihrer drei Begleiter während der Tour erkrankt und musste in Uganda in ein Krankenhaus gebracht werden. «Deshalb mussten wir auch 420 Kilometer der Reise mit dem Bus zurücklegen. Ansonsten hätten meine Begleiter ihre Flüge in Nairobi verpasst», erklärt Knöpfel.

Positives Fazit

Der Grossteil der Tour sei aber sehr entspannt verlaufen. «Wir hatten keinen festen Zeitplan und lebten ganz nach der ‹African Time›», sagt Knöpfel. Wörter wie Uhr und Zeit seien in den vergangenen Monaten aus ihrem Wortschatz verschwunden. Zudem sei es ein unbeschreiblich schönes Gefühl gewesen, jeweils mitten im Nirgendwo zu übernachten – und das unter atemberaubenden Sternenhimmel.

Spendenmöglichkeit: cycleforsafishaafrica.wordpress.com (Der Landbote)

Erstellt: 12.09.2017, 18:20 Uhr

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