Buch am Irchel

Gemeinde gibt Entwarnung, Erkrankte meldet sich

Nach fünf Tagen gibt die Gemeinde Buch am Irchel das Trinkwasser wieder frei. Es enthielt krankmachende Bakterien. Eine betroffene Einwohnerin meldete sich am Dienstag.

Buch am Irchel aus der Luft: Links der Ortsteil Unterbuch, rechts das von der Trinkwasserverschmutzung betroffene Oberbuch.

Buch am Irchel aus der Luft: Links der Ortsteil Unterbuch, rechts das von der Trinkwasserverschmutzung betroffene Oberbuch. Bild: Heinz Kramer

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Am Dienstagnachmittag um 14 Uhr gab die Gemeindeverwaltung Buch am Irchel Entwarnung. Das Trinkwasser im Ortsteil Oberbuch müsse nicht mehr abgekocht und könne wieder wie gewohnt verwendet werden.Die Gemeinde erliess die Vorschrift zum Abkochen des Wassers letzten Donnerstag, nachdem am Tag zuvor in einer Qualitätsprobe krankmachende Kolibakterien und Enterokokken nachgewiesen worden waren. Die Ursache für die Verunreinigung liege mit grosser Wahrscheinlichkeit in einem Defekt an einer Zuleitung zum Reservoir Steighalde, wie die Gemeinde gestern mitteilte. Das Reservoir und die Leitungen wurden gründlich gereinigt und desinfiziert.

Wichtiger zusätzlicher Aufruf

Am Montag nahm das Kantonale Labor Wasserproben und gab das Trinkwasser in Buch am Irchel gestern wieder frei. Sicherheitshalber führt das Labor in den nächsten Tagen nochmals Qualitätsprüfungen durch. Das Trinkwasser im gesamten Gemeindegebiet von Buch am Irchel «ist wieder von einwandfreier Qualität und kann somit bedenkenlos konsumiert werden», schreibt die Gemeinde auf ihrer Webseite. Allerdings platziert sie dort auch einen weiteren wichtigen Hinweis. So sollen alle Hausleitungen, Warm- und Kaltwasser, während fünf Minuten gut durchgespült werden. Dies sei «sehr wichtig», damit eine erneute Verunreinigung des Trinkwassernetzes durch Keime ausgeschlossen werden könne. Auch Wasserfilter oder Enthärtungsanlagen müssen «umgehend gewartet werden, um eine Wiederverkeimung zu verhindern». Das Trinkwasser könne weiterhin leicht nach Chlor riechen respektive schmecken, was gesundheitlich unbedenklich sei.

Am Montagvormittag sagte Buchs Gemeindepräsident Hansruedi Mosch dem «Landboten», dass ihm bis dahin keine Krankheitsfälle wegen der Trinkwasserverschmutzung gemeldet worden respektive bekannt seien. Gestern meldete sich eine Bewohnerin von Oberbuch bei der Zeitung. Sie und ihre Tochter hätten Durchfall gehabt und erbrechen müssen. Auch Bauchkrämpfe und Unwohlsein hätten die beiden gehabt. Ihre Tochter habe es «sehr arg erwischt». «Wir haben sehr gelitten und mussten zum Arzt.» Das Flugblatt der Gemeinde mit der Überschrift «ACHTUNG: verunreinigtes Trinkwasser – Trinkwasser muss abgekocht werden!!!» wurde am 6. Dezember verteilt. Da hatten die Frau und ihre Tochter die genannten Symptome allerdings bereits. Sogar ihre Haustiere hätten Durchfall gekriegt.

«Verschiedene Gründe»

Das betroffene Quellwasserreservoir liegt im Wald oberhalb von Oberbuch auf dem Höhenzug Irchel und hat mehrere Zuleitungen aus verschiedenen Quellen. Dass die Verschmutzungsquelle mit krankmachenden Bakterien in einer solchen Situation nachträglich nicht mehr lokalisiert werden könne, komme «hin und wieder vor», wie es seitens der kantonalen Baudirektion heisst. Oft ist Gülle die Ursache für Kolibakterien. Doch im Wald wird ja keine Jauche verteilt – welche anderen Quellen für die Krankheitserreger kommen stattdessen infrage? Die Baudirektion schreibt: «Das können verschiedene Gründe sein: Fuchsbau, Dachsbau, Waldarbeiten, umgekippter Baum, starker Regen oder undichte Fassungsanlagen.»

Dass die Leitung vom Reservoir zum Siedlungsgebiet irgendwo defekt ist und Gülle vom Landwirtschaftsland in das Leck sickerte, hält der Kanton hingegen für «eher unwahrscheinlich». Die Wasserleitungen stünden unter Druck und würden somit im Schadenfall Wasser verlieren und nicht Bakterien aufnehmen. (Landbote)

Erstellt: 11.12.2018, 17:16 Uhr

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