Andelfingen

Gemeinden drehen wegen Pestiziden Wasserpumpen und Brunnen ab

Acht Brunnen in Andelfingen sind seit Freitag trocken. Damit ist die Weinländer Gemeinde kein Einzelfall. Auch andernorts machen die Pestizidwerte im Wasser Probleme.

In Andelfingen wurden die Brunnen am Freitag abgestellt, der Grund sind erhöhte Pestizidwerte im Wasser.

In Andelfingen wurden die Brunnen am Freitag abgestellt, der Grund sind erhöhte Pestizidwerte im Wasser. Bild: Gemeinde Andelfingen

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Nun hat auch Andelfingen gemeldet, dass im Wasser zu hohe Pestizid-Rückstände festgestellt worden sind. Wie die Gemeinde am Montag mitteilte, sind acht Brunnen seit letztem Freitag abgestellt, weil im Wasser die zulässigen Höchstwerte überschritten wurden. Mit diesem Problem ist die Weinländer Gemeinde nicht alleine. Kantonsweite Untersuchungen des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft haben in 29 Trinkwasser-Fassungen Rückstände von Chlorothalonil nachgewiesen.

Für Abbauprodukte dieses Pflanzenschutzmittels sind im Juli dieses Jahres neue Höchstwerte beschlossen worden. Rückstände des Pestizids Chlorothalonil sind möglicherweise krebserregend. Zu den betroffenen Fassungen zählte auch das Trinkwasser-Pumpwerk in Neftenbach, das deswegen kürzlich abgeschaltet werden musste. Die Gemeinde muss seither Trinkwasser hinzukaufen. Auch Pfäffikon ZH meldete am Montag, dass Wasser aus einem Pumpwerk erhöhte Rückstände des Pestizids aufgewiesen habe und abgeschaltet werden musste.

Trinkwasser der Haushalte nicht betroffen

Welche Massnahmen in Andelfingen getroffen werden, sei noch nicht klar, sagt Gemeindepräsident Hansruedi Jucker. «Wir haben die Brunnen sofort geschlossen, als wir von den erhöhten Werten erfuhren.» Nun werde eine zweite Messung durchgeführt. Die Gemeinde betont, dass nur die Brunnen betroffen sind, nicht die Trinkwasserversorgung der Haushalte.

Nicht sonderlich überrascht von diesen Problemen ist wohl der überzeugte Bio-Landwirt Ralph Hablützel aus Dättlikon. Er prangert im Interview mit dieser Zeitung den Pestizideinsatz in der Schweizer Landwirtschaft an. Der ehemalige Maschineningenieur, der vor zwölf Jahren beruflich umsattelte, spritzte früher selbst seine Reben – so wie er es in der Ausbildung gelernt hatte. Bis ihm 2014 die ganze Ernte deswegen ausfiel. Heute setzt er sich für einen Systemwechsel ein, auch wenn er dafür kritisiert wird.

Erstellt: 02.09.2019, 19:23 Uhr

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Acht Brunnen in Andelfingen sind seit Freitag trocken.

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