Kleinandelfingen

Gewerbezone fast unter Dach und Fach

Das Ja zum regionalen Gewerbegebiet in Kleinandelfingen erfolgte einstimmig. Damit die Einzonung rechtskräftig wird, muss der Kanton bis am 30. April noch seinen Segen dazu geben.

Das Gebiet Schihüetler ist von der Gemeindeversammlung als regionales Arbeitsplatzgebiet eingezont worden.

Das Gebiet Schihüetler ist von der Gemeindeversammlung als regionales Arbeitsplatzgebiet eingezont worden. Bild: Madeleine Schoder

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Anders als kürzlich in Wiesendangen ging in Kleinandelfingen die Einzonung eines neuen regionalen Arbeitsplatzgebietes reibungs- und geräuschlos über die Bühne. Ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen haben alle 44 anwesenden Stimmbürger die Einzonung des Gebiets Schihüetler genehmigt. Die dafür einberufene ausserordentliche Gemeindeversammlung dauerte lediglich 45 Minuten.

Das Gebiet Schihüetler ist heute Landwirtschaftszone und hat eine Fläche von 2,16 Hektaren. Zum Vergleich: Das letzten Sonntag an der Urne abgelehnte regionale Arbeitsplatzgebiet in Wiesendangen wäre 12 Hektaren gross gewesen. Das Kleinandelfinger Gebiet liegt am Ostrand des Dorfes zwischen dem Siedlungsgebiet und der Autobahn Winterthur-Schaffhausen, direkt neben dem Autobahnanschluss. Die Weinlandstrasse teilt das künftige Gewerbegebiet in zwei Teile.

«Langsam zur Neige»

Das in Kleinandelfingen noch vorhandene Gewerbeland «geht langsam zur Neige», sagte Gemeindepräsident Peter Stoll zu Beginn der Versammlung. Das neue Gewerbegebiet Schihüetler ist dem produzierenden oder handwerklichen Gewerbe vorbehalten.

«Zalando wäre nicht der richtige Bauherr»

«Verkehrsintensive Einrichtungen, logistikaffine Nutzungen sowie reine Handels- und Dienstleistungsbetriebe sind nicht zulässig», heisst es in der nun überarbeiteten Bau- und Zonenordnung. «Zalando wäre also nicht der richtige Bauherr», sagte Gemeinderätin und Hochbauvorsteherin Susanne Eigenheer. Nach der einstimmigen Genehmigung der Einzonung war Stoll hörbar erleichtert. Es sei ein «sehr schwieriger Prozess» gewesen, erzählte er.

So habe man dem Kanton gegenüber alles begründen müssen. «Wir haben für unser ländliches Gebiet kämpfen müssen.» Nach der Versammlung sagte Stoll auf Anfrage, dass es bereits Interessenten für die neue Gewerbezone gebe. Dazu gehört auch ein Betrieb, der in Andelfingen wegen kantonaler Vorschriften nicht wie gewünscht ausbauen kann.

Erst kürzlich verfügte die Zürcher Baudirektion ein Einzonungsverbot per 1. Mai für alle Gemeinden. Der Grund für das Verbot ist eine eidgenössische Gesetzesänderung in Sachen Mehrwertabgabe, die der Kanton Zürich noch nicht umgesetzt hat. Die Umwandlung von Landwirtschaftsland in Bauland – wie im Falle von Kleinandelfingen – ist also nur noch bis am 30. April möglich.

Erst wenn das kantonale Gesetz, das derzeit in der kantonsrätlichen Kommission beraten wird, inkraft ist, wird das Verbot aufgehoben. Ein Kleinandelfinger Bürger wollte wissen, ob nun die Einzonung Schihüetler davon auch betroffen sei. Peter Stoll antwortete, dass der Gemeinderat alle Hebel in Bewegung setze, damit diese Einzonung noch vor dem 1. Mai rechtskräftig werde, also «der Stempel auf dem Dokument ist».

Seit 2008 am Ball

Die Chancen dafür stehen insofern gut, als dass der ganze Prozess weit fortgeschritten ist. Kleinandelfingen arbeitet schon seit 2008 daran, im Richtplan ist das Vorhaben auch eingetragen. In den Unterlagen zur Gemeindeversammlung vom Mittwoch steht, dass es dem Gemeinderat gelungen sei, den Kanton vom Bedarf nach zusätzlicher Gewerbefläche zu überzeugen. Aus Zürich kamen also bereits vorher zustimmende Signale.

Auch eingezont worden ist das Gebiet Steigli im Norden von Kleinandelfingen, das 1,92 Hektaren gross ist. Es gilt neu als kommunales Arbeitsplatzgebiet, bislang war es Reservezone. Zudem hiess die Versammlung diverse weitere Anpassungen in der Bau- und Zonenordnung gut.

Erstellt: 14.02.2019, 16:51 Uhr

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