Flaach

Sie ist die Zweitbeste im Kanton

Die Hettlingerin Mara Müller hat bei Beck Schneider in Flaach die Lehre als Bäcker-Konditorin gemacht. Mit der guten Abschlussnote 5,2 schaffte sie es im kantonalen Vergleich auf Platz zwei.

Jung-Bäckerin Mara Müller ist gern auf dem Land, hier auf einer Wiese bei Hettlingen.

Jung-Bäckerin Mara Müller ist gern auf dem Land, hier auf einer Wiese bei Hettlingen. Bild: Madeleine Schoder

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Mara Müller bereitet es keine Mühe, kurz vor zwei Uhr morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Sie sei ein Morgenmensch, sagt sie mit einem frischen Lächeln im Gesicht. Die Haare hat sie hochgesteckt. Sie trägt eine Brille. Diese habe sie nicht wirklich nötig, sagt sie. Es gefalle ihr aber, sie zeitweise aufzusetzen.

Dass ihr Morgen schon ein, zwei Stunden nach Mitternacht beginnt, ist für sie nicht ungewöhnlich. Das gehöre zu ihrem Beruf und darüber macht sie sich keine weitere Gedanken.

In einem Monat wird Mara Müller 19. Seit kurzem kann sie sich Bäcker-Konditorin nennen. Ihre Lehre beim Beck Schneider hat sie erfolgreich beendet. Die Hettlingerin hat an der Lehrabschlussprüfung die Note 5,2 erzielt und landete kantonsweit auf Platz zwei in ihrer Fachrichtung. «Das hätte ich nicht erwartet, ich war an der Siegerehrung schon überrascht», erzählt sie. Die frisch gebackene Bäckerin sagt von sich aber auch, dass sie schon immer strebsam gewesen sei: «Auch in der Sek in Seuzach war ich eine gute Schülerin.»

Zweitbeste mit drei anderen

Mit ihr stehen noch drei andere, zwei Männer und eine Frau, mit der gleichen Note auf dem zweiten Platz der Bestenliste. Sie haben ihre Lehren in Hedingen, Pfäffikon und Volketswil absolviert. Kantonsbeste in der Fachrichtung Bäckerei-Konditor wurde Nomi Weitzmann von der Bäckerei Gnädinger in Zürich mit der Gesamtnote 5,4.

«Man muss sich vorstellen können, Mehlsäcke zu schleppen und viel zu laufen.»Mara Müller, Bäcker-Konditorin

Bäcker-Konditorin sei ein Beruf für beide Geschlechter, findet Mara Müller, die schon als Kind mit ihrem Grosi gern gekocht und gebacken hat. «Klar, man muss Mehlsäcke herumschleppen und viel laufen.» Doch das halte Frauen heutzutage nicht davon ab, diesen Beruf zu ergreifen. Nach ihrem Gefühl sei das Verhältnis von Bäckerinnnen zu Bäckern in ihrer Generation recht ausgeglichen. «Man darf einfach nicht bewegungsfaul sein und muss sich vorstellen können, auch in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen zu arbeiten.» Freundinnen und Freunde sehe sie leider nicht mehr so oft.

Vor der Zeit fertig: Mara Müller mit Chef Christoph Schneider. Foto: PD

Den praktischen Teil der Lehrabschlussprüfung absolvierte Mara Müller in der Bäckerei in Flaach unter den wachsamen Augen zweier Experten. Innerhalb von zwölf Stunden musste sie eine ansehnliche Menge an Backwaren, Konfekt und Patisserie produzieren. So musste sie in dieser Zeit grosses Brot, kleine Brötchen und Zöpfe gebacken kriegen, verschiedene Blätterteige und Sandwiches herstellen. Ausserdem eine Torte aus Mango und Passionsfrucht sowie Kleingebäck, Kokos Makrönli und Schoggi-S, produzieren. Bei der Patisserie entschied sie sich für Himbeerherzen. Sie habe schon unter Druck gestanden. «Aber ich war eine Viertelstunde vor Ende fertig», verkündet sie mit einem zufriedenen Strahlen auf dem Gesicht.

Von ihrer Ein-Zimmerwohnung bis zum Arbeitsort hat die junge Bäckerin auf der Hauptstrasse fünf Minuten zu Fuss. «Zum Glück hat es um diese Zeit kaum Verkehr», sagt sie. Und wenn sie dann um zwei Uhr morgens in der Backstube ankommt, beginnt sie gleich damit, Blätterteigprodukte zu glasieren und dann Sandwiches zu belegen. In Flaach bleibt sie sicher noch bis Ende des Jahres. «Das freut mich.» Wie es danach weitergehe, werde man sehen. Im Herbst geht sie jetzt erst einmal für zehn Tage nach China in die Ferien.

Erstellt: 06.08.2019, 17:49 Uhr

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