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Illegaler Kellerbau zerstörte Kulturgut

Bei der Sanierung und Erweiterung des Rheinauer Wirtshauses Augarten wurde eine archäologische Fundstelle unwiderruflich zerstört. Der Kanton hat Anzeige erstattet.

Die Baugrube des Restaurants Augarten war nicht bewilligt. Beim Aushub wurden Artefakte aus dem Mittelalter zerstört.
Die Baugrube des Restaurants Augarten war nicht bewilligt. Beim Aushub wurden Artefakte aus dem Mittelalter zerstört.
zvg

Am Neujahrstag wurde in Rheinau die Eröffnung des komplett sanierten und erweiterten Restaurants Augarten gefeiert. Das Wirtshaus im historischen Klosterbezirk öffnete allerdings mit mehreren Monaten Verspätung.

Wenige Tage zuvor wurden Medienvertreter zu einer Führung durch den neuen Augarten eingeladen, wo der Spitzenkoch Peter Schnaibel der neue Gastgeber ist («Landbote» vom 30. Dezember). In der Einladung hatte es geheissen, dass man auf dem Rundgang die «Geschichte und die Philosophie des Augartens» erzählen wolle.

Doch im Herbst 2015 wurde beim Um- und Ausbau des Restaurants ausgerechnet ein Stück Rheinauer Geschichte zerstört. «Auf einer Fläche von rund 385 Quadratmetern wurde die archäologische Fundstelle undokumentiert zerstört», sagt Baudirektionssprecher Markus Pfanner.

Dies sei auch der eigentliche Grund für die Bauverzögerung gewesen. Zur Zerstörung kam es, weil eine Baugrube ohne Bewilligung ausgehoben wurde. «Die Gemeinde verfügte daraufhin einen Baustopp», so Pfanner weiter. Sie tat dies im Rahmen ihrer baupolizeilichen Funktion. Das kantonale Amt für Raumentwicklung erstattete im März 2016 Anzeige beim Statthalteramt in Andelfingen. Der Rheinauer Gemeinderat wollte sich auf Anfrage nicht zum Vorfall äussern.

«Ein paar Scherben»

In der nicht bewilligten Baugrube befindet sich heute der Keller des Neubaus, der direkt neben dem alten Augarten errichtet wurde. Dort unten ist ein Teil der hauseigenen Brauereianlage untergebracht. Der andere Teil der Anlage befindet sich im Neubau darüber, einer Art Scheune mit Platz für gut 90 Gäste.

Am Medienanlass Ende Jahr war zwar auf Nachfrage die Rede von einem alten Sodbrunnen und «ein paar Scherben», die zu einer Verzögerung geführt hätten. Das Graben ohne Bewilligung wurde nicht erwähnt. In einer Mail an regionale Medien von Anfang Juli 2016 hiess es: «Es gab keinen Baustopp.»

Die Baufreigabe sei aber wegen Abklärungen verzögert worden. Insbesondere ein «unerwartet ausgegrabener Sodbrunnen» sei für die Fachleute von Interesse gewesen. Der Verfasser dieser Mail ist der Andelfinger Unternehmer und gebürtige Rheinauer Lukas Riedo. Er ist Mitglied der Interessengemeinschaft Augarten, die das Restaurant kaufte. «Als Bauherr bin ich am Ende für alles verantwortlich, ganz losgelöst von der Schuldfrage», sagt Riedo auf Anfrage. Über eine «allfällige Anzeige» lägen ihm aber keine Informationen vor.

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