Andelfingen

Immer noch kein Plan fürs Dorfzentrum

In einem Bericht blickt der Gemeinderat Andelfingen zurück auf die letzten vier Jahre. Die Neugestaltung des zentralen Marktplatzes harrt nach wie vor einer Lösung.

Das Andelfinger Gemeindehaus liegt direkt am zentralen Marktplatz mit den vielen Parkplätzen.

Das Andelfinger Gemeindehaus liegt direkt am zentralen Marktplatz mit den vielen Parkplätzen. Bild: Enzo Lopardo

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«Was hatten wir uns nicht alles vorgenommen! Und wie viel ist anders (oder zusätzlich) gekommen als gedacht!» So beginnt der Bericht des Andelfinger Gemeindepräsidenten Hansruedi Jucker, in dem er Rechenschaft ablegt zur Legislatur 2014 bis 2018.

Seit vielen Jahren schon gibt es eine Dauerbaustelle in Andelfinge – bislang aber nur im übertragenen Sinn in den Köpfen. Es geht um die Sanierung respektive Neugestaltung des zentralen Marktplatzes. Bereits 2012 blies der damalige Gemeinderat das Vorhaben ab – zu gross war der Widerstand der Gewerbler gegen den damit verbundenen Abbau von Parkplätzen. Im Frühjahr 2017 packte der neue Gemeinderat das heisse Eisen erneut an und startete einen breit angelegten Beteiligungsprozess.

«Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.»aus dem Rechenschaftsbericht

Ein greifbares Ergebnis dieses Prozesses wurde nie kommuniziert. Und nun heisst es im Rechenschaftsbericht, dass die Gestaltung des Marktplatzes, der heute vorwiegend ein Parkplatz ist, einem «kurzfristig höher zu priorisierenden Projekt» weichen musste. Gemeint ist eine Strassensanierung in der Nähe des Platzes samt Erweiterung der Fernwärmeerschliessung. «Aufgeschoben ist nicht aufgehoben», heisst es aber weiter. So bleibt die Dorfkernsanierung ein Ziel der neuen Legislatur 2018 bis 2022.

Parkplätze im Andelfinger Dorfkern sind zunehmend Mangelware. Vor allem, wenn jemand zum Beispiel eine Scheune in eine Wohnung umbaut, fehlen die Reserveparkplätze. Und das erste Parkhaus ist bereits voll besetzt, weshalb der Gemeinderat den Bau eines zweiten Parkhauses mit 40 bis 50 Plätzen prüft.

Doch auch das Parkierungskonzept Dorfkern hat er laut dem Rechenschaftsbericht «bewusst hinausgeschoben». Dies, weil es derzeit noch keine privaten oder öffentlichen Bauprojekte gibt, um sich dort mit dem Bau des zweiten Parkhauses gleichsam einzuklinken. Auch das Parkierungskonzept nimmt der Gemeinderat somit als Ziel in die neue Amtsperiode auf.

«Etwas Licht am Horizont»

Ein weiteres Thema im Rechenschaftsbericht ist der Standort der Gemeindeverwaltung. Aktuell ist diese in einem sanierungsbedürftigen Gebäude am Marktplatz untergebracht (siehe Foto). Die Frage, ob das Gemeindehaus saniert oder ein neuer Standort gesucht werden soll, ist wegen der laufenden Fusionsgespräche mit den Nachbargemeinden «vorerst auf Eis gelegt».

Weiter ist im Bericht zu erfahren, dass das Ziel einer maximalen Fremdverschuldung von sieben Millionen Franken eingehalten werden konnte. Im Text sind weitere Themen und erreichte Ziele aufgeführt. «Alles in allem konnte in der Legislatur 2014-2018 alles Wichtige und Dringende erledigt werden.»

Dies sei so gestaffelt worden, dass ohne eine Steuerfusserhöhung genügend Spielraum bleibe für die Finanzierung der Vorhaben bis 2022. Eine Senkung des Steuerfusses kann der Andelfinger Gemeinderat bis dahin nicht in Aussicht stellen. «In der Periode 2022 bis 2026 gibt es aus heutiger Sicht dann etwas Licht am Horizont», schreibt Jucker abschliessend. Im Vergleich mit anderen Gemeinden habe Andelfingen relativ tiefe Gebühren. Momentan könne der Gemeinderat «Stabilität auf bestehendem Niveau in Aussicht stellen».

(Der Landbote)

Erstellt: 30.08.2018, 16:56 Uhr

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