Adlikon

In voller Fahrt mit Pferd und Wagen

Am Wochenende nahmen rund 90 Pony- und Pferdegespanne an der Schweizermeisterschaft der Gespannfahrer teil. Ein Unfall mit Sturz verlief zum Glück recht glimpflich.

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«Hopp, hü», spornt der Fahrer sein Pferd an, damit es die Holzbeigen und Bäume möglichst schnell umrundet. Die Pferdehufe wirbeln die Erde des Waldbodens auf, eine Staubwolke entsteht. Die Pferdegespanne, gerade sind die Einspänner am Start, müssen Hindernisse in der alphabetischen Reihenfolge von A nach E möglichst schnell durchqueren.

«Dieses Turnier ist für die Schweiz einzigartig, es befindet sich auf internationalem Niveau.»Thomas Wegman, OK-Präsident

Das erste Hindernis befindet sich im Wald. Beim Marathon, der am sonnig-heissen Samstag stattfindet, absolvieren die Gespanne eine Strecke von zwölf Kilometern mit Pausen und einer Veterinärkontrolle. Die Besucherin Esther Trachsler ist aus Rüti ans Fahrturnier Wyland gereist, weil ihre Tochter als Helferin mit der Zeiterfassung betraut ist. Des Schattens wegen hat sich Trachsler beim ersten Hindernis eingefunden. «Dieses Turnier ist toll», hier sei alles übersichtlich und schön angelegt.«Alle Achtung für das OK.»

Ein Pferd reisst aus

Es ist Mittagszeit, als das Pferd eines Einspänners beim Eiffelturm-Hindernis ausreisst. Der Wagen kippt, Fahrer und Beifahrer fallen aus dem Wagen, Anwesende bringen das Pferd zum Stoppen. «Dem Pferd geht es gut», sagt Markus Zingg, technischer Delegierter des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport, einige Minuten danach. Das Pferd sei umgehend von einen Tierarzt untersucht worden.

Auch die Fahrer wurden medizinisch betreut, einer hat einen Beinbruch erlitten. Alles in allem hätten die Fahrer den Sturz aber relativ glimpflich überstanden, wird OK-Präsident Thomas Wegmann später sagen. Er zieht deshalb eine positive Bilanz.«Dieses Turnier ist für die Schweiz einzigartig, es befindet sich auf internationalem Niveau».

«Das Tempo, das die Fahrer in den Hindernissen aufbringen, ist imposant.»Sabrina Hintermeister, Besucherin

Die Gespannfahrer sind bereits am Donnerstag in Niederwil zum Veterinär-Check der Pferde angetreten. Um die Fahrer, die in der Gegend übernachten, zu verköstigen, ist die Festwirtschaft bereits seit drei Tagen in Betrieb. «Ich habe mit der Männerriege Dägerlen gestern und vorgestern den Buffetdienst übernommen», sagt Franz Wolfer, einer der rund 400 Helfer. Am Samstag ist Wolfer als Zuschauer vor Ort und zeigt sich vom anspruchsvollen Parcours beeindruckt.

Die Fahrer legen die Strecke durch jedes der sieben Marathon-Hindernisse individuell fest, je nach Gespanngrösse und Eigenschaft der Pferde. Bei einer Begehung vorab, ohne Pferde, lernen die Fahrer die Strecke auswendig und zählen dabei auf die Unterstützung ihrer Beifahrer, der Grooms.

«Mir gefällt die Harmonie mit den Pferden.»Marcel Luder, Turnierteilnehmer

«Das Tempo, das die Fahrer in den Hindernissen aufbringen, ist imposant», sagt Besucherin Sabrina Hintermeister aus Sulz-Rickenbach, die mit ihrer Tochter und ihren Schwiegereltern spontan ans Turnier gekommen ist.

«Die Hitze war die grösste Herausforderung» sagt Fahrer Marcel Luder aus Oftringen. Er ist mit der Leistung seiner Pferde sehr zufrieden. Er fährt seit 2011 nationale Turniere und kam durch seine Eltern zu diesem Sport. «Mir gefällt die Harmonie mit den Pferden.»

(Der Landbote)

Erstellt: 27.08.2017, 16:40 Uhr

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