Endlager

SVP-Regierungsrat verteilt Seitenhiebe gegen Weinländer Bauern

Regierungsrat Markus Kägi lobt die Weinländer Regionalkonferenz und kritisiert all jene, die nicht an einer Lösung für das Atommüll-Problem mitarbeiten würden.

Markus Kägi kritisierte an der Vollversammlung in Andelfingen die Endlager-Gegner.

Markus Kägi kritisierte an der Vollversammlung in Andelfingen die Endlager-Gegner. Bild: Leo Wyden

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Es war sein letzter Auftritt vor der Weinländer Endlager-Regionalkonferenz. Und diesen nutzte der zurücktretende SVP-Regierungsrat Markus Kägi dazu, um gegen jene Weinländer Bauern zu schiessen, die sich gegen ein Atomendlager auf und unter ihrem Boden wehren.

Kägi nannte die Kritisierten zwar nicht namentlich, doch die Anspielungen in seiner Rede vor der Vollversammlung am Mittwoch in Andelfingen waren unmissverständlich.

«Wir brauchen keinen Hinkelstein»Markus Kägi (SVP), 
in Anspielung auf das Mahnmal gegen das Endlager

Anstatt sich an der Konferenz zu beteiligen, gebe es ja auch die Möglichkeit, sagte Kägi, bei der Standortsuche nach einem Endlager jede Zusammenarbeit zu verweigern «und lediglich destruktive Störmanöver» durchzuführen. Dann machte Kägi eine kurze Pause und sagte: «Wir brauchen aber keinen Hinkelstein», sondern Bürger, die an den Lösungen von Problemen mitarbeiten würden.

Der Stein des Anstosses

Gemeint war der riesige Stein, den der Verein Like Weinland («Ländliche Interessengemeinschaft kein Endlager im Weinland») Ende August beim geplanten Standort des «Tors zum Endlager» nahe Marthalen als Mahnmal aufgestellt hat.

Hinter dem Verein stehen in erster Linie Weinländer Bauern, die mit dem «Teufelsstein» gegen das Endlager protestieren. So befürchten sie zum Beispiel einen Imageschaden für ihre landwirtschaftlichen Produkte.

Die Beteiligung der Region an der Standortsuche bedeute, fuhr Kägi fort, «sich von den eigenen Interessen zu distanzieren».

Jürg Rasi, Landwirt und Präsident von Like Weinland, nimmt auf Anfrage Stellung zu Kägis Kritik: «Er nimmt die Bedenken und Ängste der Region offenbar nicht ernst, da ist es gescheiter, dass er abtritt.» Als SVPler müsse Kägi eigentlich wissen, wie wichtig direkte Demokratie, Föderalismus und Selbstbestimmung seien. «Und plötzlich sollen wir uns nicht wehren? Da verleugnet er sich selber», sagt Rasi. (Der Landbote)

Erstellt: 13.09.2018, 15:14 Uhr

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