Thalheim an der Thur/Rheinau

Kampf gegen Unkraut in den Fugen

Es wird wärmer und auch unerwünschte Kräuter spriessen wieder – etwa im Kopfsteinpflaster. Wie unterschiedlich man dagegen vorgehen kann, das zeigen zwei Beispiele aus der Region.

Das Kopfsteinpflaster auf dem Platz der Klosterinsel Rheinau wurde letztes Jahr erneuert.

Das Kopfsteinpflaster auf dem Platz der Klosterinsel Rheinau wurde letztes Jahr erneuert. Bild: Marc Dahinden

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In vielen Dörfern der Region gehören sie zum typischen Ortsbild, manchmal stehen sie unter Denkmalschutz – die Kopfsteinpflaster. Die aus Naturstein gepflasterten Plätze gibt es etwa vor Kirchen, alten Bauernhäuser oder um Dorfbrunnen.

So auch in Thalheim an der Thur, wo die Gemeinde dieses Jahr den Brunnenplatz an der Ossingerstrasse im Ortsteil Gütighausen sanieren wird. Das schreibt sie im aktuellen Mitteilungsblatt. In den nächsten Jahren sollen weitere Brunnenplätze saniert werden. Für die Sanierung des Kopfsteinpflasters in Gütighausen hat der Gemeinderat einen Kredit über 5700 Franken bewilligt.

Vielerorts verboten

Da die Gemeinde Thalheim keine Herbizide, also Pflanzenvertilgungsmittel, mehr einsetze, «ist es schwieriger geworden, die Brunnenplätze von Unkraut frei zu halten», heisst es im Mitteilungsblatt weiter. Bei der Sanierung der Plätze wird das Kopfsteinpflaster deshalb ausgegossen, das heisst: Die sonst mit einem losen Sandgemisch gefüllten Spalten zwischen den Steinen, in denen eben Unkraut wächst, werden mit Zement respektive Mörtel versiegelt.

«Es ist schwieriger geworden, die Brunnenplätze von Unkraut
frei zu halten.»
Gemeinde Thalheim
im aktuellen Mitteilungsblatt

Laut Gemeindeschreiber Cyrill Bühler setzt Thalheim bereits seit 2001 kein Herbizid mehr ein, als der Einsatz auf und an Strassen, Wegen und Plätzen schweizweit verboten wurde. Dieses Verbot dient dem Schutz der Gewässer, weil die Substanzen auf solchen Flächen bei Regen leicht aus- und abgewaschen werden und so in die Bäche gelangen. Der Einsatz von Unkrautvertilgungsmittel ist in der nationalen «Verordnung zur Reduktion von Risiken beim Umgang mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen» – kurz «Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung» – geregelt. Laut der Verordnung sind Herbizide nicht nur auf und an Strassen, Wegen und Plätzen verboten, sondern auch auf Dächern und Terrassen, auf Lagerplätzen sowie auf Böschungen und Grünstreifen entlang von Strassen und Gleisanlagen.

Je nach Platzgrösse

Um Unkraut im Kopfsteinpflaster zu bekämpfen, giesst die Gemeinde Thalheim die Zwischenräume also mit Mörtel aus. Doch ist ein solches Vorgehen überhaupt empfehlenswert? «Regenwasser sollte, wenn immer möglich, versickern können, um das Grundwasser anzureichern und die Siedlungsentwässerung zu entlasten», antwortet die kantonale Baudirektion. Bei Pflästerungen ohne Versiegelung könne das Unkraut zum Beispiel abgebrannt oder mit heissem Dampf behandelt werden. Die Direktion relativiert aber auch. So könne es je nach örtlichen Gegebenheiten angezeigt sein, «die Pflästerung mit Mörtel zu befestigen, was bei kleineren Plätzen ja auch nicht stark ins Gewicht fällt». Dies sei von Fall zu Fall entscheiden.

Die Gemeinde Thalheim besitze seit zwei Jahren ein Abflammgerät, sagt Bühler. Dieses Gerät werde auf grossen Plätzen und entlang von Strassen eingesetzt. «Brunnenplätze sind aus unserer Sicht aufgrund ihrer Kleinräumigkeit für dies nicht geeignet.» Im Moment sei die Sanierung von drei Brunnenplätzen geplant: Noch in diesem Jahr der erwähnte Platz an der Ossingerstrasse, 2020 der Brunnenplatz an der Mitteldorfstrasse in Gütighausen sowie 2021 jener an der Ecke Thurtalstrasse/Im Buck ebenfalls in Gütighausen.

Manuell oder mit Feuer

Letztes Jahr wurde der grosse Platz auf der Klosterinsel Rheinau erneuert. Auffallend: Die Zwischenräume sind nicht mit Mörtel ausgegossen, das Regenwasser kann also versickern. Bei der Gestaltung des Kirchenplatzes sei «grossen Wert auf die Versickerung des Regenwassers» gelegt worden, heisst es seitens des Kantons, dem die Insel gehört. Deshalb seien die Fugen mit Kies ausgefüllt worden. Weil die Sanierung erst letztes Jahr erfolgte, sei das Thema Unkraut «noch nicht aktuell». Wenn dann welches spriesst, soll «manuell oder mit Abbrennen» gegen das Kraut vorgegangen werden.

Erstellt: 13.05.2019, 17:36 Uhr

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