Flaach

Kanton bittet Flaachemer um Verständnis

Seit Jahren wartet die Gemeinde Flaach darauf, dass sich in Sachen Verkehrsberuhigung im Ortskern etwas bewegt. Nun hat der Kanton ein weiteres Ziel nicht eingehalten.

Die Kantonsstrasse in Flaach ist aus Sicht der Gemeinde zu gefährlich und zu laut.

Die Kantonsstrasse in Flaach ist aus Sicht der Gemeinde zu gefährlich und zu laut. Bild: Enzo Lopardo

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«Die kantonalen Mühlen mahlen sehr, sehr langsam. Für den Gemeinderat Flaach zu langsam!», schreibt Gemeindepräsident Walter Staub in der neusten Ausgabe der «Flaachemer Post». Es geht um das Thema Verkehr, das Flaach schon seit Jahren beschäftigt. Von kritischen und gefähr­lichen Situationen auf der Kantonsstrasse, die mitten durch den Ort führt, ist die Rede. «Mit stetigem Nachdruck weist der Gemeinderat das kantonale Amt für Verkehr auf die unzureichende Situation in Flaach hin», schreibt Staub weiter.

Auch an Gemeindeversammlungen wird das Thema regelmässig diskutiert: Viel Lärm, zu hohe Geschwindigkeiten und kreuzende Lastwagen, die an den engen Stellen aufs Trottoir ausweichen, bewegen die Gemüter. Flaach stellte sich auch gegen ein Radwegprojekt, das der Kanton auf derselben Strasse plant, solange sich in der Verkehrsberuhigung nichts tut.

«Wir beschreiten Neuland»

Vor einem Jahr hätten die Verantwortlichen des Kantons versprochen, dass noch vor den diesjährigen Sommerferien ein Konzept vorgestellt werde, schreibt Staub: «Leider konnte der Kanton dieses Versprechen ein weiteres Mal nicht einhalten.» Daraufhin habe der Gemeinderat in einem Schreiben seinen Unmut kundgetan. Antwort erhielt er von Markus Traber, Leiter des Amts für Verkehr: «Ich muss leider feststellen, dass wir dieses Ziel nicht erreichen konnten. Das bedauere ich sehr», heisst es. Grund sei die neue Rechtsprechung bezüglich Lärmsanierungsprojekten. Bisher habe der Kanton Temporeduktionen nur aufgrund von Lärm abgelehnt, neu müsse dies als Massnahme nun auch immer überprüft werden, schreibt Traber.

Das Thema werde politisch kontrovers diskutiert, weshalb man entsprechende Entscheide auch auf politischer Ebene abstimmen müsse: «Wir beschreiten hier Neuland. Die Ortsdurchfahrt in Flaach ist ein Pilotprojekt.» Auch dass drei verschiedene kantonale Ämter in den Prozess involviert sind, trägt nicht zur Beschleunigung bei.

Man benötige noch etwas Zeit, bis eine klare Haltung zum Thema seitens Kanton vorliege, schreibt Traber weiter: «Dafür bitten wir um Verständnis.» Er sei sich bewusst, dass seitens der Bevölkerung grosse Erwartungen bestünden: «Ich kann Ihnen versichern, dass auch ich alles daran setzen werde, um möglichst rasch einen Entscheid herbeiführen zu können.»

Grosses Gefahrenpotenzial

Der Gemeinderat habe dem Kanton einen Katalog mit verkehrsberuhigenden Massnahmen zukommen lassen und schliesse eine Temporeduktion im Dorfkern nicht aus, schreibt Staub weiter. Man fordere: Fussgängerstreifen, klare Signalisation und Bezeichnung bei engen Fahrbahnen wie beispielsweise bei der Steig, sichtbare Eingangstore, sichere Schulwege und Lärmreduktionen.

Weiter fordere man eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung. «Der Gemeinderat Flaach ist und bleibt ein beharrlicher Gesprächspartner und wird sich regelmässig in Zürich Gehör verschaffen», hält Staub weiter fest. Das Warten sei mit dem unguten Gefühl verbunden, dass in der Zwischenzeit auf den Strassen ein grosses Gefahrenpotenzial lauere. (Der Landbote)

Erstellt: 08.09.2018, 09:28 Uhr

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