Dinhard

Kritik an zu vielen Postauto-Fahrten

Eine Anfrage zum neuen Busfahrplan löste an der Gemeindeversammlung eine kurze Debatte aus. Eine Einwohnerin stellte fest, dass Postautos oft fast leer unterwegs seien, was der Umwelt schade,

Die Linie 612 von Seuzach nach Andelfingen fährt manchmal auch mit nur wenigen Passagieren durch Dinhard. Foto: Marc Dahinden

Die Linie 612 von Seuzach nach Andelfingen fährt manchmal auch mit nur wenigen Passagieren durch Dinhard. Foto: Marc Dahinden

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Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 verkehren in Dinhard deutlich mehr Postautos. Ursula Sigg, die in der Gemeinde wohnt, stellte bald fest, dass die Verbindungen kaum genutzt werden. Also reichte sie bei der Gemeinde eine Anfrage ein.

Sie fragt darin den Gemeinderat, wie viel Dinhard für die neuen Verbindungen zahlen müsse und wie gut die Linien ausgelastet seien? Konkret: «Wie viele Busse fahren im Durchschnitt pro Woche leer hin und her?» Und: «Was für Konsequenzen zieht der Gemeinderat aus diesen Erfahrungen?»

Der Gemeinderat bestätigte an der Gemeindeversammlung am Montagabend ihre Vermutungen teilweise: «Pro Woche sind zwei Busse nicht frequentiert», las Gemeindepräsident Peter Matzinger (SVP) aus der Antwort des Gemeinderats vor.

«Wie viele Busse fahren im Durchschnitt pro Woche leer hin und her?»

«Zwei»
Frage und Antwort an der Gemeindeversammlung

Auch sonst werden die öV-Verbindungen in Dinhard eher spärlich genutzt: Im Postauto 612 von Seuzach über Dinhard nach Andelfingen sitzen von Montag bis Freitag im Durchschnitt 8,6 Reisende. Von Seuzach nach Thalheim-Altikon sind es am Samstag 3,3 Reisende und am Sonntag noch 2,8 Personen. Am meisten Passagiere sitzen unter der Woche in den Postautos von Andelfingen über Dinhard nach Seuzach, im Schnitt sind es 11,3 Reisende. Mehr bezahlen müsse die Gemeinde für die neuen Verbindungen aber nicht, da sie zum Grundangebot gehörten.

Als Matzinger die Belegungszahlen präsentierte, löste er in der Versammlung ein erstauntes Raunen aus. Handlungsbedarf sieht das Gremium aber offenbar nicht: Die Zahlen würden zeigen, dass der öffentliche Verkehr genutzt werde, sagte Matzinger. Zudem sei man bei Postauto im Vergleich zu anderen Linien mit der Belegung zufrieden. Die Angebote würden wie üblich stetig überprüft und angepasst, falls diese zu wenig attraktiv seien.

Ursula Sigg sagte daraufhin, sie sei erstaunt, dass Postauto mit dieser Belegung vergleichsweise zufrieden sei. «Man macht das ja auch für den Umweltschutz», sagte sie. Bei dieser Belegung frage sie sich aber, ob es nicht umweltfreundlicher wäre, wenn die drei Fahrgäste ihre Privatautos nutzen würden, statt einen Bus.

Peter Matzinger widersprach ihr nicht. Auch er sei erstaunt gewesen, dass man bei Postauto mit den Zahlen zufrieden sei. Man müsse das jedoch über die Gemeindegrenzen hinweg anschauen. Ziel sei es, den Fahrplan besser auf die S29 abzustimmen, um die Belegung zu erhöhen. Der Gemeinderat habe bereits einen Termin mit Postauto vereinbart, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Obwohl bei solchen Anfragen nicht vorgesehen, liess Matzinger eine weitere Wortmeldung zu: Ein Mann gab zu bedenken, dass unter den Passagieren vielleicht Leute sässen, die kein Auto hätten oder die aus gesundheitlichen Gründen nicht fahren könnten.

Gespräche mit den Nachbarn

Weiter informierte Präsident Peter Matzinger am Montag über das Projekt «Eigenständigkeit dank interkommunaler Zusammenarbeit». Verwaltung und Behörden der beteiligten Gemeinden Dinhard, Altikon, Ellikon an der Thur und Rickenbach hätten eine Auslegeordnung gemacht und Projektgruppen gebildet. Im Frühling 2020 wolle man entscheiden, ob das Projekt für eine vertiefte Zusammenarbeit fortgesetzt werde. Bereits jetzt sehe man Vorteile. Der Austausch werde gefördert, Synergien zeichnen sich ab, so etwa bei Stellvertretungen. Keine Wortmeldung löste bei den 85 Stimmberechtigten das Budget 2020 aus. Es wurde einstimmig genehmigt.

Emotionaler Abschied der Kirchgemeinde Dinhard
Am Schluss der letzten Versammlung der Reformierten Kirchgemeinde Dinhard versagte Werner Baumann die Stimme. Der Präsident der Kirchenpflege wollte seinen Amtskolleginnen und -kollegen für die jahrelange und freundschaftliche Zusammenarbeit danken. Doch immer wieder musste er sich räuspern, kämpfte mit den Tränen. Bis er von Vizepräsident Stephan Michels umarmt wurde. Es waren schöne Dankesworte und Gesten, mit denen sich die Amtsträger verabschiedeten. Ende Jahr geht die Kirchgemeinde in der neuen Kirchgemeinde Seuzach-Thurtal auf. Dies einerseits wehmütig, wie an der Versammlung deutlich wurde. Andererseits war auch viel Aufbruchstimmung spürbar. Diverse gemeinsame Veranstaltungen sind bereits geplant, man will zusammen wachsen. Das Budget für die neue Kirchgemeinde, ebenso alle anderen formalen Entscheide, wurden einstimmig und diskussionslos genehmigt. (roh)

Erstellt: 19.11.2019, 15:03 Uhr

Rechnung

Erfolgsrechnung der politischen Gemeinde Dinhard

Aufwand: 7,3 Mio Fr.
Ertrag: 9,7 Mio. Fr.

Budgetiertes Ergebnis: + 2,4 Mio. Fr.

Gesamtsteuerfuss: 89/85 (–)

Bruttoinvestitionen: 1,7 Mio. Fr.

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