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«Kuschel-Gugge» mit Gänsehaut-Effekt

In der Gugge Spectaculus ist der Zusammenhalt gross. Eltern und Kinder musizieren zusammen. Und viele Mitglieder sind seit mehr als 20 Jahren mit dabei.

Spectaculus in Aktion: Die Gugge gibt eine Kostprobe ihres Könnens.

«Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein», steht auf einem gelben Blatt Papier, das direkt neben dem Eingang in das Probelokal in Flaach der Gugge Spectaculus hängt. Um stets besser zu werden, treffen sich die knapp 30 Gugge-Mitglieder jeweils montags zur gemeinsamen Probe. Und zum geselligen Zusammensein: So wird gleich mit einem Bier angestossen und man tauscht sich über die letzten Ferien oder die Pläne fürs nächsteWochenende aus.

«Der Zusammenhalt ist einzigartig», sagt Roman Frei, Präsident der Gugge Spectaculus. Die Jüngste der Truppe ist 15, die Älteste 63 Jahre alt. Eltern und Kinder spielen hier zusammen. Von der Konkurrenz seien sie deshalb auch schon mal als «Kuschel-Gugge» bezeichnet worden. Die «Spekis», wie sie sich selbst nennen, nehmen das mit Humor. Viele Mitglieder seien bereits seit mehr als 20 Jahren dabei und sagen: «Einmal ein Speki, immer ein Speki.»

250 Kilometer Reise für Probe

Die Mutter des Vereinspräsidenten ist das letzte aktive Gründungsmitglied. Maya Frei ist seit mehr als 30 Jahren bei den «Spekis»: «Ich mache nicht mehr in erster Linie wegen der Fasnacht mit. Die habe ich langsam gesehen.» Ihre Motivation seien die Auftritte mit der Gugge: «Das Gefühl danach ist einfach überwältigend.» Da fühle sie sich manchmal so, wie sich Michael Jackson vor dem Publikum gefühlt haben musste. Roman Frei ergänzt: «Wir haben regelmässig Gänsehaut auf der Bühne.»

«Wir sind nicht da, um ein Konzert zu geben. Sondern wir wollen gute Stimmung verbreiten»

In ihrem Repertoire hat die Gugge Spectaculus hauptsächlich Stücke, die das Publikum kennt. Und liebt. «Wir sind nicht da, um ein Konzert zu geben. Sondern wir wollen gute Stimmung verbreiten», sagt der Präsident. Ein Klassiker sei der Song «Aber dich gibt’s nur einmal für mich» von «The Nilsen Brothers»: «Vor Jahren nahmen wir diesen in unser Programm auf. Und alle wehrten sich, wir mochten das Stück nicht. Aber heute spielen wir das Lied noch immer. Den Leuten am Strassenrand gefällt es so gut», erzählt Edith Keller, die von allen nur «Gugge-Grosi» genannt wird. 250 Kilometer legt die Posaunistin zurück, um an den Gugge-Proben dabei sein zu können: «Ich wohne eigentlich im Tessin.» Für die Gugge reist Keller aber gerne wieder ins Flaachtal.

Emotionale Jubiläumsfeier

Im vergangenen Jahr feierten die «Spekis» ihren 30. Geburtstag. Besonders für Maya Frei war das ein einmaliges Erlebnis: «Es war sehr emotional für mich.» Und sie habe es genossen, ehemalige Gugge-Mitglieder wieder zu sehen, mit ihnen zu musizieren und zu feiern. Vor dem Jubiläumsfest habe sich die Gugge gemeinsam mit den Ehemaligen zum Probewochenende in der Ostschweiz getroffen. «Abends sassen wir alle zusammen um das Lagerfeuer, Jung und Alt gemischt», beschreibt Maya Frei ein Highlight ihrer Zeit mit der Gugge. Im Vergleich zu früher habe sich aber doch auch einiges verändert: «Vor 30 Jahren haben falsche Töne noch dazu gehört. Heute machen wir wirklich gute Musik», sagt das Gründungsmitglied.

Gegen Vorurteile wehren

Aus der sechsköpfigen Gruppe ist mittlerweile auch eine Guggenmusik aus 30 engagierten Mitwirkenden geworden. Trotzdem müssten sie sich teilweise heute noch gegen alte Vorurteile wehren: «Es geht bei uns nicht nur ums Saufen.» Auch wenn die Fasnacht für viele nur noch daraus bestehe. Ihre Motivation sei das Musizieren.

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