Gachnang

Längere Wege wegen unterirdischem Abfallsystem

Alle Sacksammelstellen und viele der Haushaltscontainer in Gachnang sollen verschwinden.

Einer der drei Gachnanger Unterflurcontainer. Foto: Madeleine Schoder

Einer der drei Gachnanger Unterflurcontainer. Foto: Madeleine Schoder

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Die 31 offenen Sacksammelstellen in Gachnang sollen durch insgesamt elf unterirdische Container, sogenannte Unterflurcontainer, ersetzt werden (siehe Karte weiter unten).

Entsorgungsvorsteher Denis Bach zählte am Donnerstagabend an einer Informationsveranstaltung im Alterszentrum Casa Sunnwies in Islikon die Vorteile auf: 24-Stunden-Entsorgung, keine zerrissenen Säcke mehr, weniger Geruch im Quartier und tiefere Kosten, weil es weniger Entsorgungsfahrzeuge braucht.

Es geht auch um Effizienz. Der Verband Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Thurgau beteiligt sich deshalb an den Baukosten der Unterflurcontainer. Gemeinderat Bach schätzt die Kosten auf rund 13000 Franken pro Container. Anfangs 2020 soll das Projekt umgesetzt werden.

Doch einige der rund 40 Zuhörerinnen und Zuhörer reagierten wenig begeistert auf das neue Abfallsystem. «Das ist ein Leistungsabbau», lautete der erste Tenor. Grund: Die Wege, um den Abfallsack zu entsorgen, würden für einige Gachnanger teilweise länger. Fürs Sperrgut müssten die Einwohner künftig nach Frauenfeld fahren. «Werden die Gebührensäcke für uns dann günstiger?», fragte ein Betroffener rhetorisch.

Maximal 250 Meter Weg

Die Standorte sind noch nicht fix definiert. Maximal soll der Weg zum nächsten Unterflurcontainer für die «Goochlinger» 250 Meter betragen. Denn die fünf Kubikmeter grossen Sammelbecken können aus Platzgründen nicht überall gebaut werden. «Haben wir Leitungen darunter oder ist dort bald etwas anderes geplant? Solche Dinge müssen wir berücksichtigen», erklärte Gemeinderat Bach.

An unbebaubaren Orten würde die Gemeinde die bereits heute bestehenden Haushaltscontainer stehenlassen. Am liebsten aber würde die Gemeinde alle der 23 Haushaltscontainer im Dorf einziehen. «Dann kann ein dichteres Netz an Unterflurcontainern geschaffen werden», sagte Markus Schäfli, der beim Verband KVA Thurgau für Logistik und Projekte zuständig ist. Die Gewerbe- und Grüngutcontainer wären vom Wechsel nicht betroffen.

Im Publikum kam irgendwann die Frage auf, weshalb es die Umstellung eigentlich braucht. Schäfli sagte, die Idee sei von den Verbandsgemeinden der KVA gekommen. Bach führte aus, dass eine Mehrheit des Verbands, der 70 Gemeinden mit 225000 Einwohnern umfasst, diese Strategie vor einigen Jahren bestimmt habe.

«Daraus ist ein schleichender Prozess geworden und immer mehr Gemeinden haben sie umgesetzt», sagte Schäfli, der von insgesamt 900 Unterflurcontainern im Verbandsgebiet sprach. Als die Diskussion, ob man das neue System überhaupt einführen wolle, nicht mehr enden wollte, sagte Bach: «Wir müssen jetzt nicht über diese Strategie diskutieren, der Entscheid ist gefällt.» Es gehe nun darum, diese in Gachnang optimal zu integrieren.

«Nah, aber nicht bei mir»

Die Kritik, dass ältere Leute nicht mehr so weit gehen könnten, liess Bach nicht gelten. Er verwies auf die Nachbarschaftshilfe. Schäfli fragte sich laut: «Wie kommt denn dort die Nahrung in den Haushalt? Was nach Hause getragen wird, ist wohl schwerer, als das, was weggetragen wird.»

Als Bach die Standorte präsentierte, zeigte sich, dass ein zu naher Container von vielen Einwohnerinnen und Einwohnern nicht gewünscht wird. «So nahe wie möglich, aber ja nicht bei mir», fasste es Bach zusammen.

Ein weiteres Thema war der Gestank bei höheren Temperaturen. Schäfli erwähnte verschiedene Massnahmen. Zum Beispiel Duftsprays, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht hätten.Bach, der das Ressort Entsorgung und Wiederverwertung diesen Sommer übernommen hat, war dankbar für die Rückmeldungen zu den Standorten. «Dieser Plan ist nicht sakrosankt», betonte er mehrmals.

Sorgen machte sich ein Anwohner über Kleinkinder, die hineinfallen könnten. Schäfli war kein solcher Fall bekannt. Die Öffnung sei ein Meter hoch platziert, damit auch Rollstuhlfahrer ihren Abfall entsorgen könnten.

Auch in Islikon sollen Unterflurcontainer entstehen. Die Informationsveranstaltung dazu findet am 23. September statt.

Erstellt: 30.08.2019, 20:23 Uhr

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