Wahlen Winterthur

Lange Zitterpartie für Martin Farner

Die freisinnigen Kandidierenden aus der Stadt und der Region Winterthur blieben trotz anfänglicher Hoffnung erfolglos.

Martin Farner wurde quasi auf der Zielgeraden noch von Andri Silberschmidt abgefangen.

Martin Farner wurde quasi auf der Zielgeraden noch von Andri Silberschmidt abgefangen. Bild: Madeleine Schoder

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Lange sah es für Martin Farner aus Oberstammheim Erfolg versprechend aus. Vom 6. Platz auf der FDP-Liste konnte er mit rund 59 500 Stimmen einen Sitz wettmachen und hätte damit den letzten der insgesamt fünf FDP-Sitze für den Kanton Zürich ergattert – bis er zur fortgeschrittenen Stunde und nach Auszählung der meisten Gemeinden vom Jungfreisinnigen Andri Silberschmidt überholt wurde.

Mit der Vorfreude hatte sich der FDP-Politiker und Biobauer trotz erster Gratulationen wohlweislich zurückgehalten. Seine Bilanz sei dennoch erfreulich, sagt er: «Ich bin sehr zufrieden mit meinem persönlichen Resultat.» Dieses feierte er am Abend im Restaurant Schwert in Stammheim. Während er von einer gelungenen Einzelkampagne spricht, ist er von der Gesamtkampagne der FDP allerdings enttäuscht.

«Unsere Partei hätte viel mehr über konkrete nachhaltige Leistungen der Schweizer Wirtschaft sprechen müssen», sagt der Agrarunternehmer. Farner hätte als Nationalrat gern die Ökologie ins Zentrum seiner Politik gestellt und sieht sich als glaubwürdigen Vertreter für seine Partei. Diese hatte sich im Wahlkampf den Vorwurf gefallen lassen müssen, aus wahltaktischen Gründen das grüne Mäntelchen umgelegt zu haben.

«Unsere ­Kampagne war gelungen, der Gesamtauftritt der FDP hat ­enttäuscht.»Martin Farner

Den Sprung ins nationale Parlament verpasst hat auch die Winterthurer Stadträtin Barbara Günthard-Maier, die knapp 58000 Stimmen holte. Sie zeigt sich enttäuscht und spricht von «verfehlter Poleposition». Die Themen Urbanität, Frauenpower und Nachhaltigkeit, mit denen sie sich positioniert hatte, hätten sich im Wahlresultat nicht niedergeschlagen, sagte sie an der Wahlfeier in der Winterthurer Bar Plan B, wo sie mit ihren Parteikolleginnen und -kollegen den Erhalt der fünf kantonalen FDP-Sitze feierte.

«Angesichts des durchzogenen nationalen Resultates der FDP können wir das schon fast als Erfolg werten.» Dass sich die FDP neuerdings als Umweltpartei positioniere, sei kein wahltaktischer Fehler gewesen, ist Günthard-Maier überzeugt. «Wir haben das Thema spät aufgenommen, aber spät ist besser als nie.» Ihre Partei hätte sonst noch mehr Stimmen verloren, ist sie überzeugt. Wie es weitergeht auf ihrem politischen Weg und ob sie sich vorstellen könnte, erneut für ein nationales Mandat zu kandidieren, lässt Günthard-Maier offen.

Karin Landolt

Erstellt: 20.10.2019, 21:35 Uhr

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