Andelfingen

Linke Kritik an SVP und FDP wegen Endlager

Die einzige Mehrparteienveranstaltung im Weinland zu den Kantonsratswahlen fand am Donnerstag in Andelfingen statt. Eines der diskutierten Themen war das mögliche Endlager für radioaktive Abfälle.

Am Donnerstagabend diskutierten in Andelfingen rund 40 Teilnehmer an drei Tischen über verschiedene Themen.

Am Donnerstagabend diskutierten in Andelfingen rund 40 Teilnehmer an drei Tischen über verschiedene Themen. Bild: Markus Brupbacher

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Die überparteiliche Veranstaltung sei ein «Gemeinschaftswerk» von SP, Grünen, CVP, EVP und BDP. Das sagte Käthi Furrer, Co-Präsidentin der Weinländer SP, zu Beginn des eineinhalbstündigen Anlasses vom Donnerstagabend in Andelfingen. «Von uns aus hätten es auch noch mehr Parteien sein können.» Doch SVP, FDP und GLP wollten laut Furrer nicht daran teilnehmen.

Von den fünf Parteien nahmen neun Kantonsratskandidaten teil. Diese sassen je zu dritt an drei Tischen, an denen sie mit dem Publikum regionale und kantonale Themen diskutierten. Gut 30 interessierte Weinländerinnen und Weinländer nahmen an den Tischgesprächen teil. An jedem Tisch gab es drei nicht moderierte Gesprächsrunden zu je 20 Minuten, dazwischen Pausen. Die diskutierten Themen waren: Endlager, Bildung, Finanzen, Gesundheit, Migration, Steuern und Klima.

Von der SP waren die Kandidaten Sibylle Jüttner und Markus Späth anwesend, von den Grünen Martine Baumgartner und Thomas Feer. Von der CVP nahm Philipp Büchner am Anlass teil, von der EVP Christina Furrer und Daniel Zinsstag sowie von der BDP Judith Waser und Kurt Schön.

Gegen «heisse Zelle»

Weil an den drei Tischen jeweils drei Gesprächsrunden parallel liefen, konnte man nicht jede Diskussion mitverfolgen. In einer der ersten drei Runden ging es um das mögliche Atomendlager im Weinland. Judith Waser (BDP) strich heraus, dass die BDP als erste Partei den geordneten Atomausstieg gefordert habe. Die radioaktiven Abfälle müssten am sichersten Ort in der Tiefe gelagert werden – vielleicht im Weinland. Dazu seien gründliche Abklärungen nötig. Am sichersten Ort, seriöse Abklärungen: Auch Martine Baumgartner (Grüne) betonte Selbstverständliches. Bedenken äusserte sie, was das grosse Grundwasservorkommen am Rhein betrifft.

Kämpferischer war die Wortwahl von Markus Späth (SP), dem einzigen amtierenden Kantonsrat an jenem Abend. Er ist zudem SP-Fraktionspräsident im Parlament und Mitglied der Endlagerregionalkonferenz. «Die heisse Zelle darf es bei uns nie geben», forderte er. Gemeint ist damit die nukleare Hochsicherheitsanlage im oberirdischen Tor zum Endlager, wo die per Bahn angelieferten radioaktiven Abfälle in die Endlagerbehälter umgeladen werden. Eine solch grosse atomare Industrieanlage sei auch aus Landschaftsschutzgründen im Weinland «nicht tolerierbar». Auch Baumgartner forderte daraufhin, dass die Abfälle bereits beim atomaren Zwischenlager umgeladen werden sollen. Und auch Waser fand, dass eine so grosse Anlage nicht in die Weinländer Landschaft passt.

Kritik an SVP und FDP

Danach holte Späth zum Schlag gegen die abwesenden SVP und FDP aus. Zu seinem «grossen Bedauern» würden sich die beiden bürgerlichen Parteien in Sachen Endlager sowohl in der Regionalkonferenz als auch im Kantonsrat «völlig passiv» verhalten. «Sie spielen keine Rolle, schweigen das Thema zu Tode.» Auch viele Weinländer Gemeinden seien «in den Händen dieser Parteien», die lange nichts unternommen hätten wegen des Endlagers. Doch jetzt, wo es schon bald um mögliche Entschädigungen geht, «kommen sie aus den Löchern».

Ein Teilnehmer am Gespräch empfahl, sich mit den Deutschen zusammenzutun – die würden sich stärker wehren als die Weinländer. «Die SVP schwächt uns, indem sie gegen Deutschland polemisiert», sagte Späth. Das Weinland sollte in seinen Augen vielmehr froh sein, dass es aus Deutschland und Schaffhausen unterstützende kritische Stimmen gebe. Ein Teilnehmer sagte, dass die Radioaktivität ja keine Grenzen kenne.

Nach dem Endlager wurde am gleichen Tisch auch über das Plastikrecycling gesprochen. Die Grünen haben kürzlich eine Petition dazu eingereicht. Angeregt diskutiert wurde an einem anderen Tisch ein typisches Landthema: Hausärzte. Christina Furrer (EVP) sagte, dass im Weinland viele Ärzte Mühe hätten, eine Nachfolge zu finden. Ein diskutierter Lösungsansatz war der Zusammenschluss von Ärzten in Gemeinschaftspraxen.

(Der Landbote)

Erstellt: 02.03.2019, 09:08 Uhr

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