Buch am Irchel

Mit selbst gebauten Motor-Trottis übers Feld gerast

Dieses Wochenende haben sich Rennfahrer am sogenannten Trotti- und Rasi-Rennen in Buch am Irchel gemessen. Gewinnen war Nebensache.

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Das Renngelände des Trotti- und Rasi-Rennens in Buch am Irchel ist einfach zu finden. Wegen der Trockenheit der letzten Wochen steigen immer wieder Staubwolken aus dem abgemähten Getreidefeld am Dorfrand in Richtung Neftenbach auf. «Für die Fahrerinnen ist es eine Herausforderung, manchmal sieht man einfach nichts mehr», sagt OK-Präsident Rafael Keller vom Trotti-Club am Irchel.

Der Verein führt das Rennen bereits zum 19. Mal durch. Beim Trotti- und Rasi-Rennen treten die Fahrer auf einer von engen Kurven gesäumten Strecke gegeneinander an. Wer hier mitmachen möchte, muss technisch versiert sein. Denn Motortrottis oder Renn-Rasenmäher sind alle selbst gebaut.

«Ich habe sicher schon sieben Motorroller oder -räder zu Trottis umgebaut.»Hanspeter Kuser, Buch am Irchel

Die Trottis sehen auf den ersten Blick wie Motorräder aus, was daran liegt, dass die meisten auch ursprünglich Motorräder oder Roller waren. Entfernt man bei diesen alle Verschalungen und Plastikteile und verlängert den Rahmen ein wenig, ist man schon sehr nah an einem Trotti.

Alles selbst gebaut

Einer, der schon etliche davon gebaut hat und am Rennen selbst antritt, ist Hanspeter Kuser aus Buch am Irchel. «Ich habe sicher schon sieben Motorroller oder -räder zu Trottis umgebaut», erinnert er sich. Er musste diese jeweils der Grösse seiner Söhne anpassen. Diejenigen, die er nicht mehr brauchte, gab er weiter. Gerade fährt eine Gruppe von Trotti-Rennfahrern vorbei.

Kuser freut sich, als er auf eines davon zeigt: «Dieses Trotti habe ich einst zusammengebaut.» Trotti-Fahren sei anspruchsvoll: «Man kann jeweils nicht mit einem Bein die Balance wiederherstellen.» Beim Zusammenbauen gilt ein striktes Reglement, vor jedem Rennen werden die Trottis darauf geprüft. Je nach Expertise erreicht ein Trotti eine Geschwindigkeit von 30 bis 120 Stundenkilometern.

«An den Rennen herrscht immer eine familiäre Atmosphäre.»Rafael Keller, OK-Präsident

In einer zweiten Disziplin treten sogenannten Rasis gegeneinander an. Die Rasis sind handelsübliche Rasenmäher ohne Mähwerk. Obwohl die Motoren nicht frisiert werden dürfen, erreichen sie dank einer ausgeklügelten Übersetzung bis zu 70 Stundenkilometer.

Familiensache

Warum macht man sich die Mühe, einen funktionierenden Roller oder Rasenmäher in harter Arbeit umzubauen, um dann damit im Dreck zu rasen? Weil Trottifahren ein Plausch ist und die Trotti-Fahrer eine enge Gemeinschaft. Die meisten nehmen immer an denselben Rennen teil. Man kennt sich, man hilft sich aus. «An den Rennen herrscht immer eine familiäre Atmosphäre», sagt OK-Präsident Keller.

Ans Rennen in Buch am Irchel ist sogar eine Familie aus dem 550 Kilometer entfernten Nümbrecht in Deutschland angereist. Da messen sich Vater, Sohn und Tochter in verschiedenen Kategorien. «Und die Mama unterstützt uns, wo es nur geht», sagt der Sohn. (Der Landbote)

Erstellt: 12.08.2018, 20:05 Uhr

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