Andelfingen

Motiviert für die schwierige Aufgabe

Die bislang grösste Fusion im Kanton Zürich kann geprüft werden. Im südlichen Weinland haben alle Gemeinden Ja zu einer Fusionsabklärung gesagt. Doch in ein paar Gemeinden wird es besonders viel Überzeugungsarbeit brauchen.

Fast alle Präsidenten konnten an der gestrigen Medieninformation in Andelfingen teilnehmen (v. l.): Barnabas Hayn, Marcel Meisterhans, Hansruedi Jucker, Peter Stoll, Marianne Wigger, Caroline Hofer Basler, Petra Lieb, Peter Stocker, Hans Bichsel und Peter Läderach.

Fast alle Präsidenten konnten an der gestrigen Medieninformation in Andelfingen teilnehmen (v. l.): Barnabas Hayn, Marcel Meisterhans, Hansruedi Jucker, Peter Stoll, Marianne Wigger, Caroline Hofer Basler, Petra Lieb, Peter Stocker, Hans Bichsel und Peter Läderach. Bild: Markus Brupbacher

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Adlikon, Andelfingen, Henggart, Humlikon, Kleinandelfingen und Thalheim an der Thur: Alle sechs Politischen Gemeinden und alle sechs Schulen haben Ja gesagt zur Abklärung zweier Fusionen – der Politischen Gemeinden zum einen sowie der Schulen zum anderen. Die Behörden sind «sehr erfreut» über das Abstimmungsresultat, wie sie in einer Mitteilung schreiben. Man gehe nun «hoch motiviert» in die Detailplanung. Über die eigentliche Fusion soll 2020 abgestimmt werden, der Start der neuen Gemeinde wäre am 1. Januar 2022.

Relativ geringe Beteiligung

An der gestrigen Medieninformation in Andelfingen nahmen zehn der zwölf Präsidenten der involvierten Behörden teil. Anfang Mai treffen sie sich erneut, um das weitere Vorgehen im Fusionsprojekt zu besprechen.

Trotz der fundamentalen Abstimmungsfrage über die Zukunft der Gemeinden liegen die Stimmbeteiligungen überall unter 50, teils sogar unter 40 Prozent. Die Ja-Stimmen-Anteile unterscheiden sich wie erwartet teilweise stark.

Mit gut 52 Prozent ist dieser Anteil in Henggart am niedrigsten – die Gemeinde hat aktuell am meisten Einwohner und den tiefsten Steuerfuss. Bei der Henggarter Primarschule, die mit der Politischen Gemeinde eine Einheitsgemeinde bildet, liegt die Zustimmung mit rund 59 Prozent etwas höher. Das knappe Resultat zeige, dass sich die Leute Gedanken machten, sagte Henggarts Gemeindepräsident Hans Bichsel. Eine Fusion müsse für alle beteiligten Gemeinden einen Mehrwert bringen – «das müssen wir nun darlegen können». Und: In der nächsten Phase sei die Information der Bevölkerung «das Wichtigste». Und Henggarts Primarschulpräsidentin Petra Lieb betonte: Es sei nun extrem wichtig, dass die Einbindung der Schule in ein grösseres Gebilde keinen Verlust bedeute. Konkret bestehe die Befürchtung, dass die Schule Henggart ihr Profil verlieren könnte. Diese Frage sei wichtig bei den Vertragsverhandlungen.

Für Peter Stoll, Gemeindepräsident von Kleinandelfingen, sind die weichen Faktoren wichtig. Damit sind generell etwa das Wappen, der Gemeindename oder die Identität gemeint. Kleinandelfingen besteht aus drei Dörfern. Alten und Oerlingen fühlten sich schon heute teilweise benachteiligt, sagte Stoll. In einer noch grösseren Gemeinde müsse noch stärker darauf geachtet werden, «dass auch diese Dörfer sich wohlfühlen» und es nicht zu einem Identitätsverlust komme. Dass es viele weiche Faktoren gebe, das sagte auch Peter Stocker, Präsident der Sekundarschulgemeinde Andelfingen.

Peter Läderach, Gemeindepräsident von Adlikon, widersprach dem ein Stück weit. Wie Kleinandelfingen habe auch seine Gemeinde zwei zusätzliche kleine Dörfer, Niederwil und Dätwil. Und diese seien bis jetzt auch nicht zu kurz gekommen. «Ich bin überzeugt, dass sie nicht benachteiligt würden.» Generell habe Adlikon wohl nicht so Berührungsängste mit einem grösseren Gebilde. Und Läderach sieht auch für das grosse Henggart Nutzen bei einer Fusion: «Zusammen bringen wir mehr PS auf die Bahn.» Barnabas Hayn, Präsident der Adliker Primarschule, sieht das Ganze als Chance. Zudem sei man sich in Adlikon schon heute gewohnt, dass die Kinder teilweise in anderen Gemeinden zur Schule gehen.

Man müsse jetzt «Räume schaffen», um zu erfassen, was den Leuten wichtig sei, sagte Caroline Hofer Basler, Gemeindepräsidentin von Thalheim. Auch Hansruedi Jucker, Gemeindepräsident von Andelfingen, sieht in den weichen Faktoren das künftige Hauptthema. Aus Sicht von Andelfingen sieht er aber keine grossen Stolpersteine für die nächste Phase respektive für die Fusionsabstimmung 2020.

In Humlikon gingen die meisten Leute davon aus, dass die Fusion am Schluss komme, sagte Primarschulpräsidentin Marianne Wigger. Und Humlikons Gemeindepräsident Marcel Meisterhans wünschte sich, dass nun alle beteiligten Behörden offen in die Abklärungen und Verhandlungen gehen und alles auf den Tisch legen. (Landbote)

Erstellt: 16.04.2018, 08:08 Uhr

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