Endlager

Nachträgliches Baugesuch für Mahnmal gegen mögliches Endlager

Bauer und Endlager-Gegner Jürg Rasi hat nun doch ein Baugesuch für seinen Hinkelstein eingereicht.

Im August 2018 wurde der Hinkelstein aufgestellt.

Im August 2018 wurde der Hinkelstein aufgestellt. Bild: Enzo Lopardo

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Als Jürg Rasi Ende August 2018 auf seinem Land einen Hinkelstein als Mahnmal gegen das drohende Endlager im Zürcher Weinland aufstelle, hatte er dafür keine Baubewilligung eingeholt. Der Marthaler Landwirt ist der Präsident des Vereins Like Weinland («Ländliche Interessengemeinschaft kein Endlager im Weinland») und wehrte sich bis vor Zürcher Verwaltungsgericht gegen die Einreichung einer solchen Bewilligung («Der Landbote» berichtete).

Nun hat Rasi dies nachgeholt, wie im aktuellen Marthaler Mitteilungsblatt zu lesen ist: «Hinkelstein als Mahnmal zum geplanten Atommülllager an diesem Standort», heisst in der Kurzbeschreibung des Bauprojekts. Weil der Felsbrocken in der Landwirtschaftszone steht, ist eine Bewilligung des Kantons nötig.

Bewilligungspflicht abklären

Das Baugesuch sei beim Kanton zur Prüfung eingereicht worden, sagt Beat Metzger, Gemeindeschreiber von Marthalen, auf Anfrage. «Ja, das Baugesuch ist bei uns eingetroffen», bestätigt Isabelle Rüegg, Sprecherin der kantonalen Baudirektion. In der Regel dauere die Vorprüfung und Behandlung eines Baugesuchs durch den Kanton rund zwei Monate, je nach dem, ob die Unterlagen vollständig seien. Den abschliessenden Baurechtsentscheid fällt die Gemeinde.

Dass Rasi nachträglich ein Baugesuch für den Hinkelstein einreichen muss, dieser Meinung sind der Gemeinderat Marthalen, die kantonale Baudirektion, das Baurekursgericht und eben auch das Verwaltungsgericht. Denn erst dann lässt sich die Bewilligungsfähigkeit des Steins beurteilen.

Eine Ausnahmebewilligung?

Eine Ausnahmebewilligung ist durchaus denkbar. Das Verwaltungsgericht hat in seinem Urteil nämlich festgehalten, dass es sich beim aufgestellten Mahnmal gegen das mögliche Atomendlager um eine Aktion handle, die unter das Grundrecht der Meinungsfreiheit falle. Die «ideelle Bedeutung des Steins», so die Baudirektion letzten Oktober, sei bei der Interessenabwägung zu berücksichtigen.

Erstellt: 17.01.2020, 17:44 Uhr

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