Radsport

Radprofis fahren Extraschlaufe im Weinland

Die Tour de Suisse fährt eine grössere Runde im Zürcher Weinland. Velofans freuen sich auf ein Spektakel.

Die Tour rollt immer mal wieder durch das Zürcher Weinland, wie hier im Jahr 2005 durch Ossingen.

Die Tour rollt immer mal wieder durch das Zürcher Weinland, wie hier im Jahr 2005 durch Ossingen. Bild: Marc Dahinden

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Darauf haben die Verantwortlichen hingearbeitet: Die Tour de Suisse saust diesen Sommer nicht einfach nur geradewegs durch das Zürcher Weinland, sondern macht nach dem Start in Oberstammheim eine grössere Schlaufe. Die Radprofis fahren in der 3. Etappe am 11. Juni somit mitten durch Unterstammheim, Marthalen, Kleinandelfingen, Ossingen und Nussbaumen, bevor es dann über Flaach Richtung Gansingen weiter geht. «Die Etappe ist landschaftlich sehr schön», sagt David Loosli, Sportdirektor der Tour de Suisse. Ziel sei bei der Streckenauswahl aber auch, dass möglichst bewohnte Gebiete berücksichtigt würden, was mit den Dörfern im Weinland der Fall sei. Die Schlaufe nach dem Start in Oberstammheim mache die Etappe für Zuschauer besonders attraktiv, da die Fahrer teile der Strecke zweimal passieren werden.

Für Radfans speziell ist zudem, dass die Strecke mit Marthalen am Geburtsort von Radsport-Legende Ferdy Kübler vorbeiführt, der Ende 2016 im Alter von 97 Jahren gestorben ist. Kübler gewann 1950 die Tour de France und war dreifacher Gewinner der Tour de Suisse.

Ein kleines Volksfest

Die Tour de Suisse macht immer wieder im Zürcher Weinland halt, zuletzt 2014 in Ossingen. Den Grund dafür sieht David Loosli nicht nur in der dafür geeigneten Landschaft. «Wir haben in der Region immer wieder motivierte Leute angetroffen, die sich gerne für den Radsport engagieren.»

Präsident des Organisationskomitees ist FDP-Kantonsrat und Oberstammer Gemeindepräsident Martin Farner. «Die Startschlaufe bringt dem Stammertal und der Region viel», sagt er. Nicht nur die zusätzliche Schleife sei aber für Zuschauer besonders spannend. «Man sieht am Start die Fahrer länger als bei der Zieleinfahrt und kann beobachten, wie sie sich vorbereiten.»

Die Strecke führt am 11. Juni durch das Weinland. Quelle ©swisstopo (JM100004), Grafik ak

Das OK werde ein kleines Volksfest veranstalten. Geplant sind Schülervorführungen, eine Grossleinwand und ein Festzelt. Zur Dekoration wurden etwa bereits Rennvelos rot eingefärbt. Der Werbeeffekt für die Region sei nicht zu unterschätzen, sagt Farner weiter. Dennoch soll die Organisation schlank bleiben und die Kosten tief. «Wir wollen nicht übertreiben.»

Stark für den Radsport engagiert sich in Oberstammheim auch der Steuersekretär Gregor Gut. Er arbeitet als Bereichsleiter Start der Tour de Suisse und konnte Kontakte vermitteln, um die Radprofis wieder in die Region zu holen. «Ich hoffe, dass durch das Rennen wieder eine Euphorie entsteht und viele Leute an die Strecke kommen», sagt der Radsportfan.

Radfahrer aus Holland

Nach der Startschlaufe im Weinland führt die Tour de Suisse direkt am Velogeschäft von Marcel Glauser in Flaach vorbei. Er ist freudig überrascht, als er vom Streckenverlauf hört. «Das werde ich sicher vom Strassenrand aus verfolgen», sagt er. Die Tour de Suisse sei für den Radsport in der Region wichtig. Das Zürcher Weinland sei beliebt bei Radfahrern. Und zwar nicht nur bei Einheimischen. Insbesondere Holländer seien entlang des Rheins häufig anzutreffen.

Einen positiven Effekt erwartet auch Hannes Huggel von Pro Zürcher Weinland. «Das gibt wunderschöne Bilder, die weit über die Region hinaus wahrgenommen werden.» Das habe sich bereits bei der letzten Tour durchs Weinland gezeigt. Jede Publizität sei hilfreich, um die Region bekannter zu machen.

Aufwärmen für die Profis

Sportlich ist die dritte Etappe nicht die grösste Herausforderung der diesjährigen Tour. Grössere Höhendifferenzen gibt es im Weinland nicht. Das komme den Fahrern entgegen, sagt Sportdirektor Loosli. Diese seien froh, wenn es nicht zu früh allzu hoch hinaus gehe. Die Fahrt durch das Weinland sei für die Profis daher eher ein «Einrollen.» Für Amateure, die sich nun überlegen, die Strecke im Voraus abzufahren, sei an dieser Stelle jedoch der Hinweis erlaubt: Bis nach Gansingen im Fricktal bietet die Etappe dann doch fünf giftige Anstiege, insgesamt sind es laut Streckenbeschrieb 182 Kilometer und 2136 Höhenmeter. Für untrainierte Waden bedeutet das Krampf-Gefahr. (Landbote)

Erstellt: 05.03.2018, 17:52 Uhr

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