Trockenheit

Regengüsse kommen viel zu spät – etliche Christbäume sind längst verdorrt

Bis zu einem Drittel der 2018 gepflanzten Tännchen in den Christbaumkulturen sind verloren. Das wahre Ausmass der Schäden in der Region wird man aber wohl erst im kommenden Frühling sehen.

Verdörrte Tännchen in der Christbaumkultur von Monika und Roger Keller in Alten bei Kleinandelfingen.

Verdörrte Tännchen in der Christbaumkultur von Monika und Roger Keller in Alten bei Kleinandelfingen. Bild: Madeleine Schoder

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Oh Tannenbaum, wie braun sind deine Nadeln: Wegen der extremen Trockenheit der vergangenen Wochen und Monate sind in der Region hunderte Tännchen in den Christbaumkulturen verdorrt. «Viele Jungbäume, die wir in unseren Kulturen nicht bewässern konnten, sind verloren», bestätigt Landwirt Roger Keller, der im Kleinandelfinger Ortsteil Alten einen Landwirtschaftsbetrieb führt.

Neben dem Ackerbau widmet er sich seit 15 Jahren mit grosser Hingabe seinen Christbaumkulturen. Heute wachsen auf seinem Betrieb über 20 000 Weihnachtsbäume.

Ab mitte Dezember verkauft er jeweils ab Hof seine frisch geschnittenen Tannen. Das wird auch dieses Jahr wieder der Fall sein. Denn der Hitzesommer 2018 hat den älteren Bäumen nicht viel anhaben können.

Engpässe bei Christbäumen?

Ganz anders sieht es aber bei den jüngeren und jüngsten Tännchen aus. «Diese leiden extrem unter der Trockenheit», sagt Keller. Wie viele Christbäume aber tatsächlich verdorrt sind und wie gross der Schaden insgesamt ist, kann er momentan noch nicht sagen.

«Das genaue Ausmass wird man wohl erst im nächsten Frühling sehen, wenn die jungen Triebe nachwachsen sollten.» So oder so könne er sich aber gut vorstellen, dass es in einigen Jahren beim Verkauf von heimischen Christbäumen zu Engpässen kommt, sagt Keller.

«Die jungen Tännchen leiden extrem unter der Trockenheit.»Roger Keller, Landwirt in Alten (Ortsteil von Kleinandelfingen)

Denn er ist nicht allein. Auch viele andere Christbaumproduzenten in der Region berichten über schwierige Verhältnisse und viele verdorrte Tännchen. So zum Beispiel auch die Kuhn Hofmärt AG in Bietenholz in der Gemeinde Illnau-Effretikon. «Von den Bäumen, die wir in diesem Jahr gepflanzt haben, ist etwa ein Drittel verloren», sagt Landwirt Adrian Kuhn.

Seit über vier Jahrzehnten produziert und vermarktet sein Familienunternehmen Christbäume. «Doch so etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Kuhn, dessen Betrieb mittlerweile zu den grössten Christbaumhandels- und Produktionsbetrieben im Kanton gehört. Der Verlust der Bäume tue zwar weh, sei aber insgesamt verkraftbar.

«Noch keine Übersicht»

Auch der Forstbetrieb in Neftenbach dürfte wohl in diesem Jahr einige verdörrte Bäume zu beklagen haben. Denn die gemeindeeigene Christbaumanlage wird grundsätzlich nicht bewässert. Förster Florian Tuchschmid räumt aber ein, im Moment noch keine Übersicht zu haben, wie viele Jungtannen in diesem Jahr verdorrt sind. «Ich kann das derzeit nicht abschätzen.» Er werde wohl spätestens im Frühling 2019 mehr sagen können.

Dem stimmt auch Roland Schuppisser aus Elsau zu. In seinen beiden Baumschulen in Fulau (Gemeinde Elsau) und Kappel (Gemeinde Hagenbuch) stehen derzeit circa 15 000 Tannenbäume in allen Grössen. «Wir haben zwar sicher keinen Totalschaden bei denjenigen Bäumchen, die wir dieses Jahr gepflanzt haben.»

Dennoch habe natürlich auch er einige verdorrte Tännchen registriert. Es seien alle Sorten gleichermassen betroffen, hält Schuppisser fest. Er gewinnt der Dürre aber auch Positives ab. «Die Bäume sind aufgrund der Trockenheit nicht so rasch gewachsen und in die Höhe geschossen, wie üblich, was auch sein Gutes hat.»

Westschweiz ist besser dran

«Die Situation ist nicht überall so prekär wie in der Nordostschweiz», sagt Philipp Gut, Geschäftsführer bei der IG Suisse Christbaum. In der Westschweiz sei die Situation deutlich entspannter. Doch auch er schliesst nicht aus, dass es in «circa in sechs bis acht Jahren» zu einer leichten Verknappung der Christbäume in der Deutschschweiz kommen könnte.

(Landbote)

Erstellt: 09.08.2018, 15:19 Uhr

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