Andelfingen

Regierungsrat Martin Neukom will «Heisse Zelle» nicht auf Grundwasser

Am Donnerstag traf sich die Weinländer Regionalkonferenz in Andelfingen. Erstmals war der neue Grünen-Regierungsrat Martin Neukom zu Gast und brachte seine Sicht auf die Standortsuche näher.

Regierungsrat Martin Neukom schilderte seine Sicht auf die Standortsuche.

Regierungsrat Martin Neukom schilderte seine Sicht auf die Standortsuche. Bild: Madeleine Schoder

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Den Altersschnitt im Saal würde Regierungsrat Martin Neukom (Grüne) runterdrücken.

Mit diesen Worten begrüsste Jürg Grau, Präsident von Feuerthalen und der Weinländer Regionalkonferenz, den 33-jährigen Baudirektor am Donnerstagabend. Neukom war erstmals zu Gast an einer Vollversammlung: «Ich hatte ehrlich gesagt nicht mit so vielen Leuten gerechnet», begann dieser seine Rede an die rund 120 Personen im Saal.

«Es ist wichtig, dass Sie sich als Laien in den Prozess der Standortsuche einbringen.»

Mit dem Durchschnittsalter fühle er sich jedoch sehr wohl. «Das ist wie in der Politik», scherzte er und dankte den Anwesenden für ihren Einsatz in dem Gremium. «Es ist wichtig, dass Sie sich als Laien in den Prozess der Standortsuche einbringen.»

Neukom wurde im Frühling in den Zürcher Regierungsrat gewählt und steht nun der Baudirektion vor, die bisher von Markus Kägi (SVP) geleitet wurde. Das Amt muss sich auch mit dem möglichen Bau eines Tiefenlagers für radioaktive Abfälle im Kanton Zürich befassen.

Mit dem Weinland und der Region Nördlich Lägern im Unterland liegen gleich zwei mögliche Standortregionen im Kanton, die von der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung Radioaktiver Abfälle (Nagra) vertieft untersucht werden.

Das Wie mitgestalten

Die Zeiträume in der Raumplanung seien lang. Noch länger dauere der Prozess für das Tiefenlager, sagte Neukom. Die Zeiträume, für welche die Abfälle sicher gelagert sein müssen,hätten eine unvorstellbare Dimension. «Darum ist es wichtig, das wir den sichersten Ort finden.» Die Bevölkerung könne in Sachen Endlager nicht entscheiden, ob es passiert, aber auf das Wie könne man Einfluss nehmen. «Dafür sind Sie hier.»

Neukom betonte, dass ihm die Kommunikation zwischen der möglichen Standortregion, dem Kanton und auch dem Bund wichtig sei. «Und nicht erst, wenn alles entschieden ist.»

Akzeptanz in Bevölkerung

Der Regierungsrat bezog in seiner Rede zur Diskussion über den Standort der sogenannten «Heissen Zelle» Stellung: «Auch dafür gewichte ich die Sicherheit am höchsten.» Eine Anlage, in der hochradioaktive Abfälle auf ihre langfristige Lagerung umverpackt würden, könne nicht in einem Grundwassergebiet stehen.

Darum kommt für ihn das jetzige Zwischenlager in Würenlingen nicht als Standort in Frage, denn auch dieses liegt in einem Grundwassergebiet: «Da müssen wir konsequent sein.» Für ihn sei der Schutz des Grundwassers wichtiger, als die Einsehbarkeit der grossen Anlage. «Ich weiss aber auch, dass es dazu andere Ansichten gibt.»

Am Ende gelte es, in der Bevölkerung Akzeptanz zu schaffen, wenn der Entscheid auf das Weinland falle. Präsident Jürg Grau verabschiete Neukom mit dem Versprechen, den Kontakt weiterhin zu pflegen. «Und ja, der Wunsch, die Verpackungsanlage auszulagern, kommt aus unserer Region». Die Regionalkonferenz denke, dass wichtige nationale Aufgaben verteilt werden könnten. «Damit andere Regionen auch etwas davon haben», schloss er und erntete damit Lacher aus der Versammlung.

Erstellt: 30.08.2019, 18:24 Uhr

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