Geld für Nichtstun?

Rheinau testet das Grundeinkommen

Eine Filmemacherin will in Rheinau testen, ob das bedingungslose Grundeinkommen funktioniert. Der Gemeinderat unterstützt das Experiment.

Rheinau wurde für ein Pilotprojekt ausgewählt. Seine Bewohner sollen ein Jahr lang ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten.

Rheinau wurde für ein Pilotprojekt ausgewählt. Seine Bewohner sollen ein Jahr lang ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten.

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Einwohnern in Rheinau könnte sich bald die Gelegenheit bieten, ein Jahr lang 2500 Franken monatlich zu beziehen, ohne Gegenleistung. Die einzige Bedingung dafür ist, dass sie am Experiment der Filmemacherin Rebecca Panian teilnehmen. Anfang Jahr hatte sie einen Aufruf gestartet, um eine Gemeinde zu finden. Aus über 100 Meldungen hat sie schliesslich die Weinländer Gemeinde Rheinau ausgewählt.

«Es ist gesellschaftspolitisch ein sehr spannender Versuch»

Nach zwei Sitzungen erklärte sich der Gemeinderat bereit, das wissenschaftlich begleitete Experiment zu unterstützen. «Es ist gesellschaftspolitisch ein sehr spannender Versuch», sagt Gemeindepräsident Andreas Jenni. «Politik wird so direkt fassbar.» Damit das Projekt durchgeführt werden kann, müsste sich allerdings ein grosser Teil der Rheinauer freiwillig anmelden. Mitmachen können alle Personen, die seit 5. Juni ständigen Wohnsitz in Rheinau haben, unabhängig von Alter und Nationalität. Finanziert werden sollen die Beiträge an die Einwohner in Rheinau durch Beiträge von Stiftungen und Crowdfunding-Patenschaften.

Überraschung zum Schluss

Gestern Dienstagabend nach der Rheinauer Gemeindeversammlung informierten das Projektteam und der Gemeinderat erstmals über das aussergewöhn­liche Vorhaben. Normalerweise besuchen zwei, drei Pressevertreter diese Versammlung. Gestern Abend waren es gegen zehn Journalisten – von NZZ, «Tages-Anzeiger», Radio und Fernsehen inklusive. Darüber dürften sich die 62 anwesenden Stimmbürger gewundert haben. Denn spektakulär waren die Traktanden nicht. Das Spektakuläre verbarg sich in den Mitteilungen des Gemeinderates ganz am Schluss der Versammlung. «Wir wollen eine Zukunft testen, so realistisch wie möglich, dafür braucht es Pioniere», sagte Initiantin Rebecca Panian. Rheinau könne global und sozial ein wertvolles Zeichen setzen. Die Stimmbürger hörten interessiert zu, wirkten dabei aber auch überrascht, teils erheitert. Am 31. August soll das Projekt in Rheinau nochmals öffentlich vorgestellt und diskutiert werden. Ab diesem Zeitpunkt können sich auch Freiwillige anmelden. (roh/mab )

Erstellt: 05.06.2018, 17:16 Uhr

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