Rheinau

Rheinauer geben Startschuss für Grundeinkommen-Versuch

Am Freitagabend hat die Gemeinde Rheinau erneut für Schlagzeilen gesorgt. Erste Einwohner haben sich bereits für das bedingungslose Grundeinkommen angemeldet.

Die Gemeinde Rheinau möchte einen Versuch für ein bedingungsloses Grundeinkommen starten.

Die Gemeinde Rheinau möchte einen Versuch für ein bedingungsloses Grundeinkommen starten. Bild: Keystone

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Der Aufmarsch war gross gestern Abend in Rheinau. Gut 400 Interessierte haben sich von der Gemeinde über das Experiment zum bedingungslosen Grundeinkommen informieren lassen.

Anmeldeformulare lagen auf den Stühlen. Am Ende der Veranstaltung quoll die bereitgestellte Box schon über, die für die Formulare gedacht war.

Zu jenen, die mitmachen, gehört etwa Agnes Aregger. Sie äusserte sich durchaus kritisch. «Gehts noch?», habe sie zuerst gedacht. Skeptisch sei sie zwar noch immer. «Doch man muss auch das Scheitern dokumentieren», fand sie.

Angemeldet hat sich auch Gemeindepräsident Andreas Jenni und mit ihm weitere Mitglieder aus dem Gemeinderat. Er werde sich wohl einen Monat unbezahlten Urlaub gönnen, sagte er.

650 müssen mitmachen

Damit der Versuch überhaupt starten kann, müssen mindestens die Hälfte der 1300 Rheinauer, also rund 650, mitmachen. Ob es am Ende effektiv so viele sein werden, ist offen. Die Anmeldefrist läuft noch bis am 15. September.

Ab Januar sollen alle Personen über 25, die mitmachen, ein Jahr lang monatlich 2500 Franken erhalten. Für Kinder unter 18 Jahren erhalten die Eltern 625 Franken, für 18- bis 25-Jährige gibt es abgestufte Beiträge. Bedingungen müssen sie keine erfüllen, ausser dass sie ein eigenes Bankkonto besitzen müssen.

Nur wer mehr als 2500 Franken verdient, Sozialleistungen oder AHV erhält, muss das Geld wieder zurückzahlen.

Versuch soll verfilmt werden

Die Gemeinde beteiligt sich höchstens mit 10 000 Franken, die etwa für Sitzungen und den gestrigen Abend gedacht sind. Das Experiment kostet maximal 5 Millionen Franken.

Das Geld soll mithilfe eines Crowdfunding, das Mitte Oktober startet, Stiftungen und Sponsoren zusammenkommen. Die Filmemacherin Rebecca Panian will einen Dokumentarfilm drehen. Und Wissenschaftler werden den Versuch auswerten. (Der Landbote)

Erstellt: 01.09.2018, 08:32 Uhr

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