Rüdlingen

Ross Billi übt mit Tierrettern den Ernstfall im Rhein

Der Grosstier­rettungsdienst aus Embrach und ein Feuerwehrmann aus Winterthur lernten, wie bei einem Ernstfall ein Pferd aus einem Fluss geholt wird. Es galt einige Heraus­forderungen zu überwinden.

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Die neun Teilnehmer des Rettungskurses schlüpfen auf dem Rüdlinger Parkplatz vor der Brücke in ihre Neoprenanzüge, bevor die Übung acht Kilometer flussaufwärts losgeht. Dort wartet der 24-jährige Billi auf sie – die zentrale Figur der heutigen Ausbildung. Der Hengst ist sich solche Übungen gewohnt: «Billi ist ein treuer Kollege, er macht alles mit», sagt Ruedi Keller, Leiter des Grosstierrettungsdienstes mit Hauptsitz in Embrach.

Dieser beschäftigt schweizweit 25 Mitarbeiter, sechs davon sind in Embrach stationiert. Schulen lässt sich zudem auch ein Feuerwehrmann aus Winterthur. Durchgeführt wird der «Rescue Pro»-Kurs vom Bachenbülacher Reini Riedener, ehemaliger Kommandant der Bülacher Stützpunktfeuerwehr.

Leckerli für das Pferd, Diplome für die Übenden

«Das Bewusstsein, dass solche Wasserrettungskurse wichtig sind, entwickelt sich erst neu», sagt Riedener. Es gebe in der Schweiz lediglich drei Anbieter solcher Ausbildungen, welche die Standards von Rescue 3 Europa vermittelten. Zwei Szenarien werden heute geübt: Einerseits die Variante, in der das Pferd im Fluss schwimmt und nirgends ein Ausstieg möglich ist. In diesem Fall wird ein ­sogenanntes Tierbergungs- und -transportnetz an das Ross angelegt, sodass ein Helikopter es hochziehen könnte. Auf den Einsatz des Helikopters wird bei der Übung aber verzichtet. Die zweite Option ist die Rettung mit einer Rundschlinge, die zum Einsatz kommt, wenn ein Ausstieg aus dem Fluss möglich ist.

Die Teilnehmer üben flussaufwärts das Anlegen des Netzes, was sich als gar nicht so einfach erweist, ohne zu tauchen. Auch gilt es zunächst, das Netz zu entwirren, bevor es um das Tier gelegt werden kann. Im Wasser stützen in der Regel zwei bis drei Retter das Pferd – heute sind es zu Übungszwecken mehr. Der vorderste Schwimmer muss darauf achten, dass der Kopf des Tieres über Wasser bleibt. Mit dabei ist auch ein Rettungsboot.

In Rüdlingen führen die Teilnehmer Billi an Land. Danach üben sie auf einem kurzen Abschnitt des Rheins die Variante mit der Rundschlinge. Während sich Billi am Ende der Übung, die er absolviert hat, Leckerli abholt, werden die Teilnehmer des viertägigen Kurses mit einem Diplom belohnt. Sie können sich von nun an «Swiftwater and Flood Rescue Technician» nennen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 01.07.2016, 08:29 Uhr

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