Ossingen

«Schonen wir doch unsere Schweiz»

Radweltmeister Franco Marvulli betonte in seiner Rede die Vorzüge des Landlebens und rief die hohe Lebensqualität der Schweiz in Erinnerung.

Franco Marvulli hatte an seinem Rednerpult in Ossingen Raum für Gedanken.

Franco Marvulli hatte an seinem Rednerpult in Ossingen Raum für Gedanken. Bild: Helmut Dworschak

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Der vierfache Bahn-Radweltmeister Franco Marvulli ist in Zürich-Seebach aufgewachsen. Nach 36 Jahren in der Stadt entschied er sich, aufs Land zu ziehen, nach Alten, das zu Kleinandelfingen gehört. Und er hat den Schritt offenbar nicht bereut. Er finde hier nach zwanzig Jahren Karriere Ruhe und Erholung, sagte er in seiner 1.-August-Rede in Ossingen. Die offene, siebenhundert Leute fassende Halle bei Familie Zuber – auf diesem Hof hat einst Alt-Bundesrat Christoph Blocher seine Lehre gemacht – war zu zwei Dritteln gefüllt.

Marvulli, der im November vierzig Jahre alt wird, ist seit 2014 als Moderator und Vortragsredner unterwegs, und das merkte man seiner Rede an, die gehaltvoll war, ohne wie eine Moralpredigt zu wirken. Er betonte die hohe Lebensqualität, die in der Schweiz herrsche, und setzte damit einen Kontrapunkt zu den Klageliedern, die man das Jahr über zu hören bekommt. Auf seinen Reisen als Radprofi sei ihm klar geworden, wie gut wir es in der Schweiz hätten, sagte Marvulli. «Selbst Armsein ist hier besser als anderswo.»

«Es geht uns so gut und wir haben so viel: Seien wir stolz auf unsere Schweiz.»Franco Marvulli

Indes drehe sich die Welt immer schneller, immer grösser werde der Stress, nichts verpassen zu wollen. Er habe sich daher vorgenommen, bewusster zu leben und mehr zu geniessen. Und dafür sind offenbar eben auf dem Land die Bedingungen besonders günstig: «Hier kennt man sich. Dieses Glück habt ihr in Ossingen doch auch?», fragte Marvulli.

Im Dorfrestaurant gebe es noch den Stammtisch, und wenn man im Dorflädeli einkaufe, könne man einen Schwatz halten; das sei ihm lieber als eine Self-Check-out-Kasse. Zu den wahren Werten gehöre ferner die Nachbarschaftshilfe. Man helfe sich gegenseitig, sei es beim Rasenmähen oder bei der Fütterung der Haustiere. Marvulli rief auch zur Mässigung im Konsum auf, wir müssten wegkommen von der Wegwerfgesellschaft. «Schonen wir doch unsere Schweiz, tragen wir uns Sorge», rief er. Wir könnten darin Pioniere und Vorbilder für den Nachwuchs und sogar für die ganze Welt sein. «Es geht uns so gut und wir haben so viel: Seien wir stolz auf unsere Schweiz.»

(Landbote)

Erstellt: 02.08.2018, 09:06 Uhr

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