Ossingen

Skatepark in Ossingen abgeschmettert

Trotz jahrelanger Vorplanung blieben gewichtige Fragen offen.

Einen Skatepark wie in Aadorf (Bild) lehnten die Stimmberechtigten von Ossingen ab.

Einen Skatepark wie in Aadorf (Bild) lehnten die Stimmberechtigten von Ossingen ab. Bild: Madeleine Schoder

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Die Voten an der Gemeinderversammlung in Ossingen waren derart einseitig negativ, dass ein Einwohner schliesslich per Ordnungsantrag einen Diskussionsstopp und die Abstimmung verlangte. Diese fiel denn auch sehr klar aus: Von 179 anwesenden Stimmberechtigten waren 110 gegen den geplanten Skatepark, nur 48 votierten dafür. Der Rest enthielt sich der Stimme.

Zu Beginn der Versammlung am Freitagabend war diese Deutlichkeit allerdings noch nicht abzusehen. Der Aufmarsch von 179 Personen – normalerweise nehmen gegen 50 Personen an der Gemeindeversammlung teil – hätte man nämlich auch als Zeichen für den Skatepark interpretieren können. Auffällig viele Junge waren zugegen, und vor dem Saal hatten Schülerinnen und Schüler Modelle des Parks gebaut. Doch die negativen Voten kamen nicht nur von älteren Dorfbewohnern, sondern auch zahlreich von den jüngeren.

Hohe Materialkosten

Das Skateprojekt war unter dem Titel «Bewegungspark» traktandiert. Die Idee dazu entstand schon vor eineinhalb Jahren. Damals gab die Schulpflege der Sekundarschule Ossingen-Truttikon bekannt, einen Park unmittelbar vor der Sekundarschule bauen zu wollen. Kostenpunkt: 330000 Franken.

Die geplanten Kosten stiegen in der Zwischenzeit auf 355000 Franken, als grösster Kostenpunkt wurden die Materialien geschätzt: Beton und Metall für Rampen, Sockel und «Bowl» hätten 188000 Franken gekostet. Die Verantwortlichen der Sekundarschulpflege lobten am Freitagabend die «engagierten Personen» und das «tolle Projekt für die Skate-, Kickboard- und Scooter-Szene» von Ossingen und Truttikon. Der Lärm werde sich im Rahmen halten und die Kosten hätten «keine Auswirkungen» auf den Steuerfuss.

Dem widersprach die Rechnungsprüfungskommission. Die Rechnung werde unter anderem wegen den Abschreibungen über Jahre um bis zu einem Steuerfussprozent belastet. Zudem werde der Lärm Nachbarn und Schüler stören. Das gewichtigste Argument: Der Bau schränke die weitere Schulentwicklung ein. Die Kommission empfahl den Park zur Ablehnung.

Lärm könnte Unterricht stören

Noch vernichtender fielen die Äusserungen der Stimmberechtigten im Publikum aus. Der Lärm werde hoch sein, da nütze auch eine Schutzwand nichts, hiess es beispielsweise Zudem werde der parallel laufende Unterricht gestört, da seien sich selbst die Lehrerinnen und Lehrer einig. Auch seien die geplanten Betriebskosten mit rund 1000 Franken pro Jahr viel zu niedrig angesetzt.

Mehrmals wurde zudem in Frage gestellt, ob es für den Park genügend Nachfrage gebe. Und tatsächlich mussten die Verantwortlichen schliesslich einräumen, nie eine derartige Schätzung erstellt zu haben. Das war vielleicht die bemerkenswerteste Erkenntnis des Abends: Dass nach eineinhalb Jahren Planung den Behörden nicht einmal klar war, wer den Park überhaupt hätte benutzen sollen.

Erstellt: 16.06.2019, 16:10 Uhr

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