Kleinandelfingen

Träumereien, Lichtsucher und Überflieger

Nicht viel Neues, aber immer noch interessante Ölbilder und Aquarelle zeigt Thomas Kiene in der Galerie im AltenGemeindehaus. Der Humor kommt dabei nicht zu kurz.

Der Winterthurer Thomas Kiene zeigt eine Werkschau in Kleinandelfingen.

Der Winterthurer Thomas Kiene zeigt eine Werkschau in Kleinandelfingen. Bild: Nathalie Guinand

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Schicht um Schicht schafft Thomas Kiene bei seinen Ölbildern. «Ich mische nie Farben», sagt er, «ich überlagere bis zu 20 Ebenen.» Das Ergebnis strahlt den Betrachter als abstrakte Bild­fläche an. Der Maler arbeitet mit verdünnten Farben; für ihn sind es Flüssigkeiten, die ineinanderfliessen dürfen und sollen. Es entstehen Strukturen, die kein Pinsel formen könnte. «Ich lasse es einfach laufen.»

Thomas Kiene ist kein Unbekannter in der Region. Bereits 2013 zeigte das Ehepaar Heinzle in der Weinlandgalerie seine Werke. Und einige Bilder hat man auch schon zuvor gesehen, zum Beispiel «Das Schmunzeln der Kuhnst», eine Kuh, die mit einem Pinsel im Maul ein Selbstporträt malt, die fliegende Schneeeule «Lautlos» oder das nicht figura­tive «Orakel» von 2002.

Die Schnecke und der Künstler

Der geborene Winterthurer (Jahrgang 1964), der seine Kunst als Phantastischen Realismus und Emotionellen Purismus bezeichnet, hat an der Kunstgewerbeschule Schriften- und Reklamemaler gelernt. Diesen Einfluss sieht man weiterhin bei seinen präzisen Zeichnungen, insbesondere den Tierabbildungen. Den figürlichen Bildern gibt er gerne einen amüsanten Dreh: Charakteristisch ist die Schnecke, ein Alter­ Ego des Künstlers, der sein eigenes Häuschen braucht.

Typisch sind auch Szenen, die aus dem Passepartout hinauslaufen und damit einen imaginären Rahmen sprengen. Er mag das Verspielte und nimmt Rücksicht auf potenzielle Kunden: «Gelb ist eine aggressive Farbe, die sich nicht gut verkauft.» Manche seien auch abgeschreckt, wenn Augen zu sehen sind. In Kleinandelfingen hat er Aquarelle ab 400 Franken bis zu einem grossformatigen «Lichtsucher» zu 8000 Franken aufgehängt.

Letzteres ist ein aktuelles Werk, das auch eine neue Richtung einschlägt: Auf einem äusserst groben Canvas gestaltet er Farbfleckenfelder, dar­unter ein dominantes Grünblau. Der weiss ausgesparte Kletterer in der Landschaft ist wiederum der Künstler. «Mich beschäftigt Licht», sagt Kiene dazu, «auch möchte ich in Zukunft stärker dreidimensional auf der Leinwand arbeiten.»

Jedes Bild ist eine Welt

Er sei relativ frei im Schaffen und lebe von der Kunst – mal mehr, mal weniger. Inzwischen ist er im Thurgau wohnhaft, immer noch ländlich, und den Eindrücken aus Fauna und Flora verhaftet. Jedes Bild von ihm sei eine eigene Welt. So sei es nahegelegen, die vier Jahreszeiten darzustellen, die auch in Kleinandelfingen zu sehen­ sind, neben anderen Motiven mit den Titeln «Lebuj», «Gihur­» und «Nesseilf». Ob das Arabisch sei? «Nein», sagt Thomas Kiene, «lesen Sie es einfach mal rückwärts.» (Landbote)

Erstellt: 03.11.2017, 11:17 Uhr

Infobox

Ausstellung VernissageFr, 3.11., 19 bis 21 Uhr. Mit Breakdance von Mathias Kiene. Dann bis 26.11., jeweils Fr, 16 bis 20 Uhr, Sa, 14 bis 18 Uhr und So, 11 bis 15 Uhr.

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